Detaillierter elektronischer Schaltplan mit zahlreichen Verbindungslinien, Komponenten und Symbolen auf blauem Hintergrund für technische Anwendungen.

Detaillierter elektronischer Schaltplan mit zahlreichen Verbindungslinien, Komponenten und Symbolen auf blauem Hintergrund für technische Anwendungen. © fotografiedk/stock.adobe.com

E-Installationen planen: Der umfassende Ratgeber

Auf dem Weg bis zur Steckdose und ins Gerät passiert der Strom einige Stationen. Was zu einer ordentlichen Elektroinstallation gehört und warum nur Profis das erledigen sollten, erfahren Sie hier.

Das Gesetz ist ganz eindeutig: Neuerrichtungen und Reparaturen an elektrischen Starkstromnetzen dürfen ausnahmslos nur von konzessionierten Elektrotechnikern vorgenommen werden. Wenn Sie Geld sparen wollen, können Sie aber beispielsweise die Leerverrohrungen selber legen und/oder dem Fachmann nach Anweisung zur Hand gehen. Schon im Vorfeld sollten Sie genau wissen, wo Sie welche Geräte (Elektroherd, Geschirrspüler, Boiler, Kühlschrank, Tiefkühltruhe, Waschmaschine und Trockner) anschließen wollen und wie viele Steckdosen Sie daher ungefähr benötigen. Eigene Steckdosenstromkreise braucht es für die Küche, für jeden Wohn- und Schlafraum, für die Garage, den Keller, die Werkstatt und das Homeoffice.

Detaillierter Schaltplan als Basis

Genaue Auskunft über die Details einer Elektroanlage gibt der Installationsplan. In ihm wird dokumentiert, welche Geräte an welcher Stelle angeschlossen sind, wo Zähler, Schaltkasten, Verteiler, Steckdosen, Schalter, Leuchten angebracht werden sollen, um welche Art von Steckern, Schaltern oder Leuchten es sich handelt und mit welcher Art Leitungen und in welcher Verlegungsart die Installation ausgeführt werden soll. Um Missverständnisse zu vermeiden, müssen immer die genormten Installationssymbole verwendet werden. Diese sind in Schablonenform sowie als Anreib- und Klebefolien erhältlich.

Dokumentation aller Leitungen und Ausgänge

Grundsätzlich müssen Leitungen in Wänden senkrecht oder waagrecht verlegt werden. In Decken oder Fußböden ist hingegen die Verlegung auf kürzestem Weg gestattet. Aber auch hier sollte auf eine möglichst geradlinige Leitungsführung geachtet werden. Warum diese Regelung? Bei Umbau- oder Wartungsarbeiten – auch ohne Installationsplan – kann so einfacher aus der Position von Steckdosen, Schaltern und Verteilerdosen auf die Lage des Leitungsnetzes geschlossen werden. Die Leitungsverlegung sollte immer ein Minimum an Störfeldern, insbesondere in der Ruhezone der Wohnung, aufweisen. Alternativ kann anstelle einer Ringverteilung auch eine Sternverlegung der Elektroleitungen, vor allem in Schlafräumen, sinnvoll sein.

Vorbereitung der Leerverrohrung

Bei der Planung der Elektroinstallationen muss auf bedarfsgerechte Anschlussmöglichkeiten mit Reserven für zukünftige Anforderungen geachtet werden. Für die Rohrinstallation sind Leerrohre aus Stahl oder Kunststoffisoliermaterial nötig. Diese werden in Mauerschlitzen eingelegt und verputzt. Nach den Putzarbeiten müssen die Kunststoff-Aderleitungen mithilfe eines Zugdrahtes eingezogen werden. Die Schlitze für die Elektroinstallationen sind rechtzeitig zu planen. Für die Mantelleitungen wird ein ein- oder mehradriges Kabel mit mehrlagigem Kunststoffmantel unter oder auf Putz verlegt. Diese Stromleitungen werden z. B. in Feuchträumen, Keller etc. und im Freien eingesetzt.

Welche Sicherungen braucht es?

Fließt, vereinfacht dargestellt, in einer elektrischen Leitung zu viel Strom, so erwärmt sich diese, und es besteht Brandgefahr. Ausschlaggebend ist der Leitungsquerschnitt. Aus diesem Grund müssen elektrische Leitungen immer sachgemäß ausgeführt und darüber hinaus mit geeigneten Leitungsschutzeinrichtungen, also Sicherungen, abgesichert werden. Kommt es zu Überlastung oder Kurzschluss, wird der Stromkreis an der vorgesehenen Stelle unterbrochen.

  • Elektrische Sicherungen lassen sich aufgrund der Art des Unterbrechungsvorgangs in drei Gruppen einteilen: Sicherungen mit Schmelzdraht (Leitungsschutzschalter)
  • Sicherungen mit elektromagnetischem Schalter bzw. Bimetallstreifen
  • Sicherungen mit elektronischem Bauelement oder Schaltung

Je nach Ursache der Unterbrechung unterscheidet man Schutzeinrichtungen bzw.Sicherungen gegen Überstrom und Schutzeinrichtungen gegen Fehlerstrom. Ein typischer Überstromschutzschalter ist der Leitungsschutzschalter (LS-Schalter). Er wird in Niederspannungsnetzen (unterhalb von 1 kV) eingesetzt und schützt Kabel vor Beschädigungen durch zu hohe Ströme und der damit verbundenen Erhitzung.

Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) reagieren hingegen auf einen fehlerhaften Stromfluss zur Erde. Erkennt der Schalter Beschädigungen der elektrischen Anlage oder gefährlichen Missbrauch in der Nutzung elektrischer Hilfsmittel, schaltet er innerhalb von Sekundenbruchteilen ab und schützt so vor potenziell lebensgefährlichen Stromschlägen. Die ÖNORM E8015 schreibt die Errichtung von mindestens zwei FI-Schaltern Type A im Haus vor.

Mehr Sicherheit durch Nullung

Eine weitere wichtige Schutzmaßnahme, die seit 1998 in Österreich bis zur flächendeckenden Verbreitung ausgebaut wird, ist die sogenannte Nullung. Dazu stellt das EVU (Elektroversorgungsunternehmen) eine optimale Erdung zur Verfügung, mit der alle Erdungsanlagen eines Hauses verbunden werden müssen. Aufgrund der so verringerten Erdungswiderstände schalten Sicherungen im Störungsfall schneller ab. Eine korrekte Installation beginnt übrigens bereits beim Bauprovisorium, leider sind gerade hier oftmals unsachgemäße und somit gefährliche Lösungen anzutreffen.

Keine Elektroinstallation ohne Profi!

Die Einhaltung der vorgeschriebenen Sicherheitsstandards im Bereich E-Installationen ist essenziell. Die Verantwortung des Bauherrn (bei Eigenleistungen) bzw. des Profis gilt der Auswahl von geeignetem Elektroinstallationsmaterial. Natürlich muss er auch für die fachgerechte Verarbeitung sowie Wartung durch eine dafür autorisierte Elektrofachkraft nach den einschlägigen elektrotechnischen Vorschriften und Bestimmungen sorgen. Es sollten in jedem Fall nur Materialien verwendet werden, die mit dem österreichischen Zulassungszeichen ÖVE gekennzeichnet sind. ÖVE steht für Sicherheit und Qualität von elektrotechnischen Produkten und Anlagen. Ein ÖVE-zertifiziertes Produkt entspricht verlässlich allen relevanten Sicherheits- und Qualitätsanforderungen und den geltenden Normen und Richtlinien.

Redaktion
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