Fehlerlichtbögen: Wenn Kabel zum Risiko werden
Während die meisten Haushalte mit Rauchmeldern ausgestattet sind, lauert eine oft übersehene Gefahr in den Wänden: Fehlerlichtbögen in elektrischen Leitungen. Diese unsichtbare Bedrohung kann sich über Wochen entwickeln und plötzlich zu verheerenden Bränden führen.
Brandschutz gehört zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen im eigenen Zuhause. Doch während Rauchmelder und der vorsichtige Umgang mit offenem Feuer längst zur Routine gehören, wird eine wesentliche Gefahrenquelle häufig übersehen: elektrische Brände durch Fehlerlichtbögen. Ein Großteil der österreichischen Bevölkerung ist sich dieser Gefahr allerdings gar nicht bewusst. Dabei können beschädigte Kabel und Leitungen auch lange nach dem eigentlichen Schadenseintritt zu folgenschweren Bränden führen.
Hinweise und Tipps
Lassen Sie die Wand vor dem Bohren von einem Fachmann mit einem Leitungssuchgerät überprüfen. Markieren Sie sich die gefundenen Leitungsverläufe deutlich, um Beschädigungen zu vermeiden.
Was sind Fehlerlichtbögen und warum sind sie so gefährlich?
Fehlerlichtbögen, auch Störlichtbögen genannt, entstehen meist durch mechanische Beschädigungen an elektrischen Leitungen. Dies kann beim Bohren in Wände passieren, aber auch durch Alterung oder unsachgemäße Installation von Kabeln. Das Tückische: Der Schaden wird oft nicht sofort bemerkt, da die Elektroinstallation zunächst weiter funktioniert. Die beschädigte Stelle kann sich jedoch über Zeit erhitzen und schließlich einen Brand auslösen. Besonders beunruhigend ist, dass herkömmliche Sicherungen wie FI-Schalter oder Leitungsschutzschalter keinen ausreichenden Schutz vor dieser Gefahr bieten.
Wie erkennt man einen Fehlerlichtbogen?
Fehlerlichtbögen kündigen sich meist durch charakteristische Warnsignale an, die man keinesfalls ignorieren sollte. Typische Anzeichen sind ein hörbares Brummen oder Knistern aus Steckdosen sowie Leitungen, die hinter Wänden verlaufen. Auch ein regelmäßiges Flackern der Beleuchtung, ohne dass große Verbraucher wie Waschmaschine oder Geschirrspüler eingeschaltet sind, kann auf einen Fehlerlichtbogen hinweisen. Besonders aufmerksam sollte man bei einem leichten Brandgeruch oder einer spürbaren Erwärmung von Steckdosen, Schaltern oder Verteilerdosen sein. In manchen Fällen kommt es auch zu leichten Verfärbungen an Steckdosen oder deren unmittelbarer Umgebung. Bei WLAN-Verbindungen oder beim TV-Empfang können zudem störende Interferenzen auftreten.
Hinweise und Tipps
Lassen Sie Ihre Elektroinstallation alle 5-10 Jahre von einem qualifizierten Elektriker überprüfen. Achten Sie besonders auf Anzeichen wie flackerndes Licht oder warme Steckdosen - dies können Hinweise auf Fehlerlichtbögen sein.
Was tun, wenn ein Fehlerlichtbogen entsteht?
Bemerken Sie Anzeichen eines Fehlerlichtbogens – etwa durch Brandgeruch, Knistern in Steckdosen oder flackerndes Licht – ist rasches Handeln gefragt. Schalten Sie sofort die betroffenen Stromkreise über den Sicherungskasten aus. Keinesfalls sollten Sie versuchen, elektrische Geräte aus der Steckdose zu ziehen oder den Fehler selbst zu beheben. Alarmieren Sie unverzüglich die Feuerwehr (Notruf 122), wenn Sie Rauchentwicklung oder Brandherde entdecken. Informieren Sie anschließend einen konzessionierten Elektrotechniker, der die Ursache fachmännisch untersucht und behebt. Bis zur vollständigen Überprüfung der betroffenen Stromkreise durch einen Fachmann darf die Elektroinstallation nicht wieder in Betrieb genommen werden.
Wie kann man sich vor Fehlerlichtbögen schützen?
Der wirksamste Schutz gegen elektrisch verursachte Brände ist die Installation eines AFDD-Brandschutzschalters (Arc Fault Detection Device). Diese speziellen Vorrichtungen sind in der Lage, gefährliche Fehlerlichtbögen zu erkennen und den Stromkreis rechtzeitig zu unterbrechen, bevor es zu einem Brand kommen kann. Herkömmliche Schutzeinrichtungen wie FI-Schalter oder Leitungsschutzschalter bieten hierbei keinen ausreichenden Schutz. Es ist ratsam, bei Renovierungen oder Neubauten den Einbau von AFDD-Schaltern mit einem konzessionierten Elektrotechniker zu besprechen. Besonders in Schlafzimmern, Kinderzimmern und anderen Bereichen, in denen sich Menschen längere Zeit aufhalten, sollten diese Schutzvorrichtungen installiert werden. Zusätzlich empfiehlt es sich, die gesamte Elektroinstallation regelmäßig von Fachleuten überprüfen zu lassen, um potenzielle Gefahrenquellen frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen.
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