Estrichaufbau © Praiwun Thungsarn/shutterstock.com

Aufbau von Estrichen

Fließestrich, Verbundestrich, schwimmend oder gleitend. Wie welche Estrichart aufgebaut ist und was bei der Verarbeitung zu beachten ist, erfahren Sie hier.

Estriche sind auf einem vorbereiteten Untergrund aufgebrachte Bauteilschichten auf einer mineralischen Basis. Sie bilden die Basis für den Bodenbelag. Laut der EN 13813:2002 muss ein Estrich verschiedenen Anforderungen standhalten. Entscheidend sind seine Druckfestigkeit, der Verschleißwiderstand, die Oberflächenhärte, die chemische Beständigkeit, das Schwinden und Quellen sowie das Trittschallmaß.

Estrich kann monolithisch als Verbundestrich oder schwimmend ohne Verbund mit dem Untergrund herstellt werden. Flächenbelastbare Dämmmatten oder -platten entkoppeln den Estrich von der tragenden Deckenkonstruktion und sorgen so für Trittschall oder Wärmeschutz. Eine Bewehrung verhindert auf hohen Dämmschichten das Reißen oder Brechen des Estrichs.

Verbundestriche

haben eine kraftschlüssige Verbindung mit dem Untergrund (Rohdecke). Damit es nicht zu Rissbildungen kommt, muss der Betonuntergrund in einer entsprechenden Betongüte ausgeführt sein. Zur kraftschlüssigen Verbindung darf die Untergrundoberfläche nicht glatt sein. Gefälle müssen als eigene Gefällebetonschicht unterhalb des Verbundestrichs ausgeführt werden. Verbundestriche werden vorwiegend in Haustechnikbereichen z. B. Heizkeller, Garagen bzw. in Bereichen ausgeführt, in denen keine Anforderungen betreffend Schall- und Wärmeschutz bestehen.

Gleitestriche

sind Estriche, die als Trennung zum Untergrund eine zweilagige Gleitschicht eingebaut haben. Sie werden ebenfalls vorwiegend In Haustechnikbereichenz. B. Heizkeller, Garagen bzw. in Bereichen ausgeführt, in denen keine Anforderungen betreffend Schall- und Wärmeschutz bestehen. Als Gleitschichten können folgende Materialien verwendet werden:

  • Kunststoff-Folien mindestens 0,1 mm dick
  • Bitumenpappe
  • Rohglasvlies mindestens 150 g/m2
  • Dampfsperrfolie aus Polyäthylen mind. 0,2 mm dick, Stöße und Überlappungen müssen z. B. mit Doppelklebeband verklebt werden

Schwimmende Estriche

werden überall dort eingebaut, wo betreffend Schall- und Wärmeschutz besondere Anforderungen gestellt werden. Sie dürfen an keiner Stelle eine kraftschlüssige Verbindung zum Gebäude oder zu mit dem Gebäude verbundenen Einbauteilen besitzen. Dazu werden im Randbereich und bei allen den Estrich durchdringenden Bauteilen wie Heizungsrohren entsprechende Randstreifen eingelegt.

Der schwimmende Estrich besteht aus:

  • Beschüttung (falls erforderlich)
  • Dämmung
  • Trennschicht
  • Estrich

Beschüttungen sind überall dort notwendig, wo der Untergrund uneben ist und wo Haustechnikleitungen auf der Rohdecke verlegt werden. Achtung: Oft wird aus Kostengründen eine zu geringe Beschüttungshöhe angenommen, wodurch dann Leitungen insbesondere in Kreuzungsbereichen nicht mehr überdeckt werden können. Die Folge: geringere Dämmung oder geringere Estrichdicke.

Als Estrich-Beschüttung eignen sich:

  • getrockneter Hüttenbims Körnung 0 bis 4 mm bis 2 cm Schichtdicke, Körnung 0 bis 10 mm, über 2 bis 3 cm Schichtdicke, Körnung 0-20 mm bei Schichtdicken über 3 cm
  • Hochofengranulat
  • Splitt, Körnung 4 bis 8 mm
  • Splitt, zementgebunden
  • Blähton, zementgebunden
  • Grob- und Feinsand

Heizestrich

Bei Heizestrichen werden in den Aufbau Heizmedien wie z. B. Heizungsrohre oder Heizungsdrähte eingebaut. Die Estriche müssen entsprechend der Medienlage dicker ausgeführt werden. Wegen des wärmebedingten größeren Dehnungen müssen die Randstreifen dicker ausgeführt und die Estrichfeldgrößen kleiner angelegt werden. Die Heizrohre können in einer profilierten Dämmung, im Estrich oder in einem eigenem Schutzestrich auf der Dämmung unterhalb des Estrichs liegen. Die Zusammenarbeit Estrichleger – Heizungsmonteur muss betreffend Ablauf und Abstimmung gesondert festgelegt werden.

Tragfähigkeit und Gefälle von Estrichen

Die Tragfähigkeit des Estrichs ist abhängig von der Estrichgüte, der Steifheit der Dämmung, der Estrichdicke und der Funktion (z. B. Heizestrich). Schwimmende Estriche müssen immer eine gleichbleibende Dicke haben. Gefälle sind daher mittels Gefällebeton auf dem Untergrund auszubilden oder der Untergrund besitzt bereits ein Gefälle.

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Datum: 24.08.2017
Kompetenz: Bäder und Fliesen