Leim und Kleber ohne Schadstoffe: Die gesunde Alternative
Wer sein Zuhause gesund gestalten möchte, sollte auch bei Klebstoffen genau hinschauen. Denn viele herkömmliche Produkte enthalten bedenkliche Inhaltsstoffe, die die Raumluft belasten können. Die gute Nachricht: Es gibt zahlreiche natürliche Alternativen, die genauso effektiv sind.
Klebstoffe sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken - ob beim Tapezieren, Verlegen von Bodenbelägen oder für kleinere Reparaturen. Nach DIN 16920 sind Kleber nicht-metallische Stoffe, die durch Adhäsion und Kohäsion eine dauerhafte Verbindung zwischen Materialien herstellen. Doch nicht jeder Klebstoff ist für den Einsatz im Wohnbereich geeignet, denn viele Produkte können die Gesundheit belasten. Besonders beim Hausbau oder bei Renovierungsarbeiten kommen große Mengen an Klebstoffen zum Einsatz, weshalb die Wahl des richtigen Produkts hier besonders wichtig ist.
Hinweise und Tipps
Tipp: Kleber richtig aufbewahren
Bewahren Sie alle Produkte stets in gut verschlossenen Originalbehältern auf und lagern Sie diese an einem kühlen, trockenen Ort. Die Verarbeitungstemperatur sollte zwischen 15 und 25 Grad Celsius liegen - nur so erreichen Sie optimale Klebergebnisse und vermeiden gesundheitliche Risiken durch zu schnelle Verdunstung.
Was macht Klebstoffe gesundheitlich bedenklich?
Der wichtigste Faktor bei der gesundheitlichen Bewertung von Klebstoffen ist der Lösemittelgehalt, aber auch andere Grundstoffe können problematisch sein. Während der Verarbeitung und Aushärtung setzen diese flüchtige organische Verbindungen frei, die über die Atemwege aufgenommen werden können. Besonders Reaktionskleber mit giftigen Monomeren stellen ein Gesundheitsrisiko dar, da die Schadstoffe nicht nur über die Atemwege, sondern auch über die Haut aufgenommen werden können. Die gute Nachricht ist: Erst wenn die Klebstoffe vollständig ausgehärtet sind, geht von ihnen in der Regel keine Gefahr mehr aus. Dennoch sollte man bei der Auswahl der Produkte besonders vorsichtig sein.
Warum sind natürliche Alternativen besser?
Natürliche Klebstoffe bieten mehrere entscheidende Vorteile: Sie sind nicht nur gesundheitlich unbedenklich, sondern auch umweltfreundlich in der Herstellung und Entsorgung. Naturklebstoffe basieren auf nachwachsenden Rohstoffen wie Stärke, Zellulose oder pflanzlichen Harzen. Sie enthalten keine synthetischen Lösungsmittel und setzen während der Verarbeitung keine schädlichen Dämpfe frei. Auch die Entsorgung ist problemlos möglich, da die meisten dieser Produkte biologisch abbaubar sind.
Welche Klebstoffe werden am Bau verwendet?
Die Palette der am Bau eingesetzten Klebstoffe ist äußerst vielfältig und reicht von Synthesekautschuk mit hohem Lösemittelgehalt über lösemittelhaltige Kunst- und Naturharzklebstoffe bis hin zu unbedenklichen Dispersionsklebern und Naturprodukten. Besonders kritisch sind Synthesekautschuk-Kleber mit über 65% Lösemitteln sowie Kunstharze mit rund 20% Lösemittelanteil. Diese werden häufig für besonders belastbare Verklebungen eingesetzt, etwa im Bodenbereich oder bei der Montage von Wandverkleidungen. Deutlich unbedenklicher sind dagegen lösemittelarme oder -freie Dispersionskleber sowie natürliche Tapetenkleister auf Zellulose- oder Stärkebasis, die sich besonders für Innenräume eignen.
Hinweise und Tipps
Tipp: Immer erst testen
Naturprodukte können je nach Charge leicht unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Testen Sie die Konsistenz des Klebers daher vorab an einem kleinen Muster. Ist der Kleber zu dickflüssig, können Sie ihn mit etwas destilliertem Wasser verdünnen. Zu dünnflüssige Produkte lassen sich durch kurzes Stehenlassen andicken.
Welche schadstofffreien Klebstoffe sind für Innenräume geeignet?
Die beste Wahl für gesundes Wohnen sind lösemittelfreie oder zumindest -arme Dispersionskleber, bei denen die Wirkstoffe in Wasser gelöst sind. Auch Naturprodukte auf Basis von Stärke, Kasein, Naturkautschuk oder Terpentinöl bieten sich an. Achten Sie beim Kauf unbedingt auf Markenprodukte mit detaillierter Deklaration der Inhaltsstoffe. Viele Hersteller bieten mittlerweile spezielle Produktlinien an, die auf bedenkliche Inhaltsstoffe verzichten und trotzdem alle technischen Anforderungen erfüllen
Für ein gesundes Raumklima beim Kleben sollten Sie einige wichtige Aspekte beachten: Verwenden Sie bevorzugt wasserlösliche Dispersionskleber, die keine schädlichen Ausdünstungen verursachen. Achten Sie beim Kauf auf anerkannte Umweltsiegel, die eine unbedenkliche Verwendung garantieren. Während der Verarbeitung und auch danach ist gründliches Lüften unerlässlich, um eventuelle Restdämpfe schnell abzuführen. Tragen Sie bei der Verarbeitung immer Schutzhandschuhe, um Hautkontakt zu vermeiden.
Das könnte Sie auch interessieren
Weitere Ratgeber, die Ihnen gefallen könnten
Meistgeklickt auf wohnnet.at
Diese Beiträge werden von unseren Leserinnen und Lesern besonders häufig aufgerufen.