Teppichboden richtig auswählen: Die besten Tipps
Ein hochwertiger Teppichboden schafft nicht nur eine behagliche Atmosphäre, sondern bietet auch hervorragende Dämmeigenschaften. Doch bei der riesigen Auswahl an Materialien und Ausführungen fällt die Entscheidung oft schwer. Dieser Ratgeber hilft Ihnen dabei, den idealen Teppichboden für Ihre Bedürfnisse zu finden.
Teppichbödensind wahre Alleskönner unter den Bodenbelägen: Sie dämpfen Trittschall, isolieren gegen Kälte und schaffen eine angenehm warme Atmosphäre im Raum. Moderne textile Bodenbeläge überzeugen dabei nicht nur durch ihre funktionalen Eigenschaften, sondern auch durch eine große Vielfalt an Designs, Farben und Materialien. Ob klassische Schurwolle, robuste Synthetikfasern oder nachhaltige Pflanzenfasern - für jeden Anspruch und jeden Raum gibt es die passende Lösung.
Hinweise und Tipps
Achten Sie beim Kauf unbedingt auf die Strapazierfähigkeit des Teppichbodens. Die sogenannte Beanspruchungsklasse gibt Auskunft darüber, für welche Räume und Nutzungsintensität der Belag geeignet ist. Für stark frequentierte Bereiche wie den Flur sollten Sie mindestens Klasse 32 wählen.
Wie ist ein Teppichboden aufgebaut?
Ein qualitativ hochwertiger Teppichboden besteht aus drei sorgsam aufeinander abgestimmten Schichten, die jeweils eine wichtige Funktion erfüllen. Die oberste Schicht, die sogenannte Nutzschicht, setzt sich aus den eigentlichen Fasern und einem stabilen Träger zusammen. Diese Fasern können entweder aus natürlichen Materialien wie Wolle und Seide oder aus synthetischen Materialien wie Polyamid und Polyester bestehen. In der Mittelschicht sorgt eine spezielle Klebemasse, meist aus synthetischem oder natürlichem Latex, für die sichere Fixierung der Faserkonstruktion im Trägergewebe. Die unterste Schicht bildet das Rückenmaterial, das ebenfalls aus Latex oder aus natürlichen Materialien wie Jute oder Sisal gefertigt sein kann.
Welche Vorteile bieten Naturfaserteppiche?
Teppichböden aus natürlichen Materialien erfreuen sich zunehmender Beliebtheit - und das aus gutem Grund. Besonders tierische Fasern wie Schafwolle, Ziegenhaar oder sogar edle Seide zeichnen sich durch hervorragende Wärmedämmeigenschaften aus. Pflanzliche Materialien wie Sisal, Kokos oder Bambus punkten hingegen mit ihrer außergewöhnlichen Robustheit und einem charakteristischen, naturnahen Erscheinungsbild. Diese Naturfaserteppiche fügen sich harmonisch in moderne Wohnkonzepte ein und schaffen eine behagliche Atmosphäre. Allerdings sollten Sie beachten, dass nicht alle Naturfasern gleichermaßen feuchtigkeitsresistent sind.
Was können moderne Synthetikteppiche?
Die neueste Generation synthetischer Teppichböden überzeugt durch eine beeindruckende Vielfalt an Designs und herausragende praktische Eigenschaften. Von pflegeleichten Kurzflor-Varianten bis hin zu luxuriösen Hochflor-Teppichen bietet der Markt für jeden Geschmack und jede Anforderung die passende Lösung. Besonders Polyamidfasern haben sich durch ihre hohe Abriebfestigkeit und Schmutzresistenz bewährt. Moderne Herstellungsverfahren ermöglichen zudem die Produktion von feuerfesten oder speziell schmutzabweisenden Qualitäten. Einziger kleiner Wermutstropfen: Synthetische Materialien können sich gelegentlich elektrostatisch aufladen - ein Phänomen, das sich aber durch entsprechende Ausrüstungen weitgehend vermeiden lässt.
Hinweise und Tipps
Lassen Sie sich vor dem Kauf eines Naturfaserteppichs ausführlich beraten, denn nicht jedes Material eignet sich für jeden Einsatzbereich. Sisal beispielsweise sollte nicht in Feuchträumen oder auf feuchten Untergründen verlegt werden, da das Material empfindlich auf Nässe reagiert.
Wie reinigt man Teppichböden richtig?
Die regelmäßige und fachgerechte Reinigung ist entscheidend für die Langlebigkeit Ihres Teppichbodens. Die Grundreinigung erfolgt durch gründliches Staubsaugen - idealerweise zwei- bis dreimal pro Woche, in stark frequentierten Bereichen auch täglich. Verwenden Sie dabei einen Staubsauger mit spezieller Teppichbürste, um auch tiefsitzenden Schmutz effektiv zu entfernen. Für die periodische Grundreinigung, die je nach Nutzungsintensität ein- bis zweimal jährlich erfolgen sollte, empfiehlt sich je nach Material entweder die Trockenreinigung oder die Nassextraktion. Bei der Trockenreinigung wird ein spezielles Reinigungspulver eingearbeitet und nach kurzer Einwirkzeit wieder abgesaugt. Die Nassextraktion hingegen arbeitet mit Reinigungslösung und warmem Wasser, wobei der Schmutz regelrecht aus den Fasern herausgespült wird. Besonders bei hochwertigen oder empfindlichen Teppichböden sollten Sie die Grundreinigung einem Fachbetrieb überlassen, um Materialschäden zu vermeiden.
Teppichboden für Allergiker – geht das?
Entgegen der weitverbreiteten Annahme, dass Allergiker generell auf Teppichböden verzichten sollten, zeigen aktuelle Studien ein überraschendes Ergebnis: Ein hochwertiger Teppichboden kann sogar von Vorteil für Allergiker sein. Der Grund dafür liegt in der sogenannten Staubbindefunktion - der Teppich wirkt wie ein natürlicher Filter, der Staub und Allergene aus der Raumluft bindet und sie am Aufwirbeln hindert. Allerdings müssen dabei einige wichtige Kriterien erfüllt sein: Wählen Sie einen Teppichboden mit möglichst kurzen, dicht gewebten Fasern, idealerweise aus Synthetik-Material. Diese sind nicht nur pflegeleichter, sondern bieten auch weniger Nistmöglichkeiten für Hausstaubmilben. Besonders empfehlenswert sind spezielle allergikergeeignete Teppichböden mit zusätzlicher antiallergener Ausrüstung. Diese verfügen über eine besondere Imprägnierung, die das Wachstum von Milben hemmt. Zusätzlich sollten Sie unbedingt einen Staubsauger mit HEPA-Filter verwenden und den Teppichboden regelmäßig professionell reinigen lassen. Mit der richtigen Materialwahl und Pflege können also auch Allergiker die Vorzüge eines gemütlichen Teppichbodens genießen.
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