Deckenstrahlheizung: Wärme von oben

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Bei Deckenstrahlheizungen erfolgt die Raumerwärmung von oben - ähnlich dem Prinzip der Sonneneinstrahlung. Sie werden im privaten Wohnbau aber seltener eingesetzt als andere Oberflächenheizungen. Wir haben die Gründe dafür.

Eine besonders interessante Möglichkeit der Flächenheizung stellt die Deckenstrahlheizung dar, die auf zwei unterschiedliche Arten installiert werden kann. Einerseits gibt es die Deckenstrahlplatten und andererseits elektrische Heizstrahler, die für Wärme von oben sorgen. Letztere heizen mit Strom und verursachen gegebenenfalls hohe Heizkosten.

Sind Deckenstrahlheizungen für Wohnungen geeignet?

Ja, aber meistens werden Deckenstrahlheizungen in Sporthallen, Werkstätten, Industriehallen, Lagern und Einkaufzentren zusätzlich zu anderen Heizsystemen eingebaut. In Wohnungen werden sie seltener installiert. Warum? Weil Deckenstrahlheizungen in niedrigen Wohnräumen ein Nachteil sein können. Sind diese weniger als 2,50 Meter hoch, ist diese Variante der Flächenheizung weniger geeignet, da die abgegebene Wärme vor allem in Kopfhöhe als störend und ungemütlich empfunden werden kann. Hier sollte eher auf eine andere Variante der Oberflächenheizungzurückgegriffen werden.

Nichtsdestotrotz gibt es Fälle, für die die Installation einer Deckenstrahlheizung sinnvoll ist. Zum Beispiel bei Altbauwohnungen mit hohen Decken, im Zuge von Renovierungen oder bei denkmalgeschützten Gebäuden, in denen der vorhandene Fußboden erhalten bleiben soll. In Neubauten kommt eine Deckenheizung vor allem dann in Frage, wenn sich der gewünschte Fußbodenbelag nicht mit einer Fußbodenheizung realisieren lässt. Zusätzlich gilt sie als Lösung für Dachbodenausbauten oder für Räume mit geringer Wandfläche, da die Wände frei bleiben.

Elektroheizung mit Infrarot

Zum Einsatz an der Decke können auch elektrisch betriebene Infrarotheizungen kommen, die zur kurzfristigen Wärmeerzeugung oder zum Zuheizen geeignet sind. Sie bestehen aus einem Netz aus Leiterbahnen, die gleichmäßig in Schlangenlinien im Heizkörper liegen. Die meisten Infrarotheizungen sind eckige oder runde Infrarot-Plattenheizelemente, deren Oberfläche individuell gestaltet werden kann. Sie werden mittels einer speziellen Aufhängung unter die Decke montiert oder mittels Einbaurahmen in einen fertigen Deckenausschnitt eingesetzt. Auch in Beton- und Rasterdecken lassen sie sich einbauen.

Wie bereits erwähnt, handelt es sich hier um eine Elektroheizung und somit ist der hohe Stromverbrauch der größte Nachteil. Bei gleicher Heizleistung ist der Stromverbrauch von modernen Infrarotstrahlern allerdings geringer als bei anderen elektrisch betriebenen Konvektionsheizungen. Außerdem bieten Infrarot-Deckenheizungen den Vorteil, dass sich keine Wärmepolster aufgrund aufsteigender Warmluft bilden.

Mobile Elektro-Deckenheizung für kurzen Einsatz

Beliebt sind mobile Infrarotstrahler, aber auch z. B. an der Decke fixierte. Insbesondere im Badezimmer oder über Wickel- oder Schreibtischen ist eine Elektro-Deckenheizung gut einsetzbar. Auch als „Trockner“ feuchter Mauern und Wände macht ein solches Heizgerät im Einzelfall Sinn. Die Geräte werden meist ganz einfach an eine Steckdose angeschlossen. Es kann auch ein seperater Stromkreis plus Extrazähler geschaffen werden, um besondere Heizstromtarife nutzen zu können. Dies lohnt sicher allerdings nur bei häufiger Nutzung bzw. Langzeitnutzung.

Wie werden Heizplatten an der Decke installiert?

Bei Rohrheizungssystemen für die Decke gibt es verschiedene Konstruktionsvarianten: Beim wassergeführte Nasssystem werden die Heizrohre an der Decke befestigt und anschließend verputzt. In der Trockenbauweise sind die Rohre z. B. schon fest in Deckenstrahlplatten integriert, die nur noch an der Decke oder einer Unterbaukonstruktion befestigt werden müssen. Sie sind dann Heizung und Deckenoberfläche zugleich. Eine weitere Variante sind Deckenstrahlplatten oder -profile aus Metall (Stahl oder Aluminium), an denen die Heiz-Kühlrohre oberseitig befestigt werden. Diese werden entweder flächendeckend oder auch nur vereinzelt an der Decke montiert und z.B. mit Gips- oder auch Metallplatten beplankt. Je nachdem, wie groß der zu beheizende Raum ist und wie stark die Strahlungsintensität sein soll, wird die Anzahl der Deckenstrahlplatten bestimmt. Der Handel bietet hier Einzelplatten, die anschlussfertig geliefert werden und einzeln verlegt werden. Für eine Raumtemperatur von ca. 20 Grad Celsius müssen etwa zehn bis 20 Prozent der Fläche mit Deckenheizelementen ausgestattet werden.

Warmer Kopf, kalte Füße?

Kalte Füße sind nicht zu befürchten - weder bei Elektroheizung für die Decke noch bei Rohrheizungssystemen. Eine Deckenheizung ist eine Flächenheizung und nutzt die gesamte Fläche als Wärmequelle, wodurch der Raum gleichmäßig temperiert wird. Die Strahlungswärme geht ungehindert in die Raumluft über und wird beim Auftreffen auf den Fußboden und die Einrichtungsgegenstände in Wärmeenergie umgewandelt. Diese geben die aufgenommene Energie wiederum als Wärme an den Raum ab.

Mit einer Vorlauftemperatur von ca. 40 Grad (je nach Außentemperatur) sind Warmwasser-Deckenheizungen außerdem energiesparender als herkömmliche Heizkörper. Die Oberflächentemperatur der Deckenheizung beträgt 23 bis max. 35 °C - Werte, die als angenehm empfunden werden. Es kann auch eine Niedertemperatur-Deckenheizung in Räumen zwischen 2,5 und 3,5 Metern Höhe eingesetzt werden. Bei Räumen über 3,5 Metern ist eine höhere Vorlauftemperatur nötig.

Apropos kalte Füße: Genauso wie Wand- und Fußbodenheizungen lassen sich Deckenheizungen alternativ zur sanften Raumkühlung im Sommer verwenden, indem man kühleres Wasser durch die Rohrleitungen laufen lässt. Aber Vorsicht: Zu kaltes Wasser (unter 18 Grad) sollte nicht verwendet werden, weil sonst die Gefahr besteht, dass Luftfeuchtigkeit als Wasserdampf an der Decke kondensiert.

An der Oberflächentemperatur ist die Deckenheizung 23 bis max. 35 °C warm. Diese Temperaturen werden als sehr angenehm empfunden. Denn genau diese Temperatur kennen wir aus den behaglichsten Situationen: Man liegt neben dem Partner im Bett, der 35 °C Oberflächentemperatur abstrahlt.
 
 
Eine Niedertemperatur-Deckenheizung kann in Räumen  zwischen 2,5 und 3,5 Metern Höhe eingesetzt werden. Hier kann sich die Strahlungswärme optimal entfalten – mit Vorlauftemperaturen zwischen 26 und 40 °C. Bei Räumen über 3,5 Metern ist eine höhere Vorlauftemperatur nötig. 

Vorteile der Deckenheizung im Überblick

  • Da die Deckenstrahlplatten variabel montierbar sind, können Räume individuell beheizt werden. Aufgrund der guten Regelbarkeit und der geringen Trägheit werden besonders kurze Aufheizzeiten möglich – auch für große Räume oder Hallen.
  • Deckenheizungen werden großflächig verlegt und können daher mit einer niedrigen Vorlauftemperatur betrieben werden. Das spart Energiekosten.
  • Wie mit allen Flächenheizungen spart man aufgrund des Wegfalls von Heizkörpern Platz ein – die Räumlichkeiten können flexibler gestaltet werden.
  • Kein Mobiliar steht der Wärme im Wege - viel Platz für Wärmestrahlung ist somit gewährleistet.
  • Freie Hand beim Fußbodenbelag: Uneingeschränkt möglich sind etwa Teppiche, die oftmals die Wärme einer Fußbodenheizung "schlucken".
  • Kann bei Bedarf zur Kühlung eingesetzt werden.
  • Die Wärme von oben gilt als gesund und gut verträglich: Ein niedriger Anteil an Konvektion (ca. 40 Prozent - der Rest ist Strahlungswärme) führt dazu, dass die Luft wenig bewegt wird, was den Transport von Staub und Schmutz abschwächt. 
  • Eine zusätzlich eingebaute Deckenheizung, z. B. ein elektrischer Badheizkörper, sorgt in Räumen, in denen man es besonders warm mag, z. B. Badezimmer, für mehr Behaglichkeit. Konsultieren Sie bei der Montage im Bad jedoch einen Elektriker, um im Zweifelsfall zu klären, ob das Gerät für den Nassbereich überhaupt geeignet ist.

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AutorIn:

Datum: 06.09.2019
Kompetenz: Heizung

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