Wohlige Wärme: Elektrische Fußbodenheizung

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Elektrische Fußbodenheizungen können als Speicher- oder als Direktheizung ausgelegt sein und bilden neben der Warmwasser-Variante die zweite Gruppe der Fußbodenheizsysteme.

Eine Alternative zur Warmwasserheizung ist die elektrische Fußbodenheizung. Hier werden Widerstandskabel oder Folien mit eingearbeiteten Heizleitern unter, im oder auf dem Estrich verlegt. Aufgrund ihrer geringen Bauhöhe sind die Heizkabel besonders für eine direkte Verlegung unter den Fußbodenbelägen geeignet. Sie können teilweise sogar direkt im Kleberbett unter Laminat eingebracht werden. Für eine gleichmäßige Fußbodentemperierung gibt es Matten ab zwei Millimeter Höhe, in den Nassräumen werden Leitungen mit geerdetem Schirm verwendet, um Elektrounfälle zu verhindern.

Technische Möglichkeiten: Speicher- oder Direktheizung

Die Elektrofußbodenheizung wird in Speicherheizung und Direktheizung unterteilt. Die Dünnbettheizmatte ist heute die populärste Form der elektrischen Fußbodenheizung und zählt zu den Direktheizungen. Über Direktheizsysteme merkt man die Erwärmung des Bodens rascher als über Speicherheizungen, die ja erst eine Aufheizzeit brauchen. Beide Heizungsarten liefern die typische, angenehme Strahlungswärme. Aufgrund des Strahlungseffektes und der Speicherwirkung des Fußbodens lassen sich die Heizkosten im Gegensatz zu anderen Stromheizungsvarianten deutlich reduzieren.

So wird die Fußbodenheizung richtig verlegt: Tipps & Tricks

  1. Zuallererst gilt es zu klären, welcher Fußbodenbelag auf die Fußbodenheizung verlegt werden soll. Nach diesem richtet sich nämlich die Wahl der Heizmatte. Gut geeignet für den Fußbodenbelag sind Fliesen und Platten aller Art. Jedenfalls muss der Belag für eine Fußbodenheizung geeignet sein, um z. B. Holzschwund oder Verfärbungen auszuschließen. Dies gilt vor allem für weiche Beläge, wie PVC, Kork, Teppich (Isolationswert darf nicht über 0,175 m2 K/W liegen), Linoleum, Laminat und Parkett. Ungeeignet ist Parkett, das dicker als 14 mm ist. Planen Sie einen elastischen oder textilen Belag zu verlegen, sollte unbedingt an eine 5 bis 10 mm dicke mechanische Schutzschicht bzw. Füllmasse zwischen Heizmatten und Oberboden gedacht werden. Diese muss vollständig ausgehärtet sein, bevor man den Boden verlegt.
  2. Wohnen Sie in einem Altbau? Dann kann es nötig sein, unter den Heizmatten zusätzlich zu dämmen. So stellen Sie sicher, dass die Wärme gut verteilt wird und keine Energie verloren geht.
  3. Mit einem Verlegeplan sind Sie auf der sicheren Seite. Heizmatten müssen genau auf die Raumgröße abgestimmt sein und z. B. Stellflächen, Verwinkelungen oder Türöffnungen im Plan unbedingt berücksichtigt werden. Die Raumgröße bestimmt dann auch die Anzahl der benötigten Rollen. 
  4. Vor dem Verlegen sollte der Estrich gründlich gekehrt werden, damit die Heizleiter nicht aufgrund von Rückständen beschädigt werden. Schäden an Heizleitern verhindert man auch, wenn sie nicht über Dehnfugen im Estrich verlegt werden.
  5. Im Falle einer elektrischen Fußbodenheizung ist es möglich, unterschiedlich lange Matten an ein Thermostat anzuschließen. Am einfachsten ist es, zwei Heizmatten mit einem Thermostat zu verbinden. Ab drei Heizmatten verkompliziert sich der Anschluss an das Thermostat.
  6. Heizmatten dürfen nicht gekürzt werden! Man kann das Kabel aber aus der Matte heraustrennen und den Überschuss entlang der Mauer verlegen.
  7. An die Positionierung des Temperaturfühlers muss im Hinblick auf den gewünschten Wärmekomfort ebenso gedacht werden. Er wird in einem Leerrohr mittig zwischen zwei Heizleitern auf gleicher Höhe wie die Heizmatte verlegt und am Ende mit einer Fühlerhülse ausgestattet. Keinesfalls darf der Temperaturfühler zu tief, zu hoch, zu nah oder zu weit weg von den Heizleitern verlegt werden.
  8. Lufteinschlüsse werden vermieden, indem man den Oberbelag gut verklebt. Fliesenkleber oder Ausgleichsmasse sollten vollflächig aufgetragen werden, wobei die Heizmatte im Kleber eingebettet werden muss.
  9. Der Kaltleiteranschluss sollte in der Nähe der Anschlussdose in einer Höhe von ca. 1,5 Meter über dem Fußboden liegen. Durch ein Leerrohr, das von von der Anschlussdose bis zur Oberkante des Rohbodens verläuft, werden die Kalttleitung und der Anschluss des Temperaturfühlers geführt. Denken Sie zur zur Absicherung an einen FI-Schalter
  10. Messen Sie während der Installation wiederholt den Gesamt- und Isolationswiderstand der Heizmatte und vergleichen Sie die Werte mit den Herstellerangaben. Tragen Sie den Isolationswiderstand in die Garantiekarte ein.
  11. Wichtig: Die Heizmatte muss von einem Elektriker an das Netz angeschlossen werden!

Heizung nachrüsten? Nicht ohne Dämmung!

Eine elektrische Fußbodenheizung lässt sich grundsätzlich recht einfach und schnell nachrüsten, aber natürlich fallen zusätzliche Arbeitsschritte und Kosten an: Der alte Belag und Kleber müssen entfernt werden und die Fläche(n) geglättet bzw. ausgeglichen werden. Und wie bereits erwähnt, muss eventuell gedämmt werden bzw. sollte eine gute Wärmedämmung bereits vorhanden und Türen und Fenster gut isoliert sein. Gibt es keine moderne Dämmung, ist eine Nachrüstung mit einer elektrischen Fußbodenheizung sicher nicht sinnvoll.

Vor- und Nachteile elektrischer Fußbodenheizungen

Zunächst sprechen die geringen Wartungs- und Investitionskosten für eine elektrische Fußbodenheizung. Die Kosten belaufen sich auf ca. 30-40 Euro pro m2.Die Installation dauert nicht lange und wenige Tagenach der Verlegung kann bereits geheizt werden. Zudem kann die elektrische Fußbodenheizung an jede Raumgröße und -form angepasst werden und ist für fast jeden Bodenbelag geeignet. Gerade bei großen Räumen wird sie oft als Ergänzung zu anderen Heizungssystemen installiert. In Kombination mit PV-Modulen und Ökostrom-Tarifen ist eine elektrische Fußbodenheizung besonders innovativ und effektiv.

Der größte Nachteil sind die hohen Stromkosten. Eine gute Wärmedämmung hält den Stromverbrauch so gering wie möglich.

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AutorIn:

Datum: 03.09.2019
Kompetenz: Heizung

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