Kamin: Was sind Rauch-, Abgas- und Luftfänge?
Alle Wohnungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern brauchen einen Anschluss an einen Rauchfang, um die Abgase der Heizungsanlage abzuführen. Worauf bei der Planung des Kamins zu achten ist, lesen Sie hier.
Der Kamin dient zum Abführen der Abgase einer Heizungsanlageund bedarf einer entsprechenden Dimensionierung. Bei Neubauten sollte der Kamin auch mit Kanälen für die Zufuhr der Verbrennungsluft ausgestattet sein.
Welche Arten von Fängen gibt es?
Rauchfang ist nicht gleich Rauchfang, und Kamin ist nicht gleich Kamin. Man unterscheidet verschiedene Fangarten nach deren Funktion, also ihren Einsatzbereich:
- Rauchfänge für Holz- und Kohleöfen
- Abgasfänge für Öl- und Gasheizungen
- Lüftungsfänge für Abluft aus Bad, WC oder Küche
Der nötige Durchmesser eines Rauchfanges richtet sich nach der Kaminhöhe und der Art der Abgase. Besonders bei Niedrigtemperaturheizungen sind säureresistente Innenbeschichtungen erforderlich.
Planung von Rauchfang und Kamin
Jede Wohneinheit in Ein- und Mehrfamilienhäusern braucht einen Anschluss an einen Kamin oder einen Reservekamin, der grundsätzlich für die Beheizung mit festen Brennstoffen geeignet ist. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Rauchfangkehrer über die Vorschriften in Ihrem Bundesland. Für jede Feuerstätte ist ein eigener Kamin vorzusehen. Unter bestimmten Bedingungen sind mehrere Feuerstättenan einem gemeinsamen Kamin möglich.
Hinweise und Tipps
Tipp:
Fänge aus Formsteinen oder Fertigteilen benötigen eine behördliche Zulassung. Nach der Errichtung ist ein positiver Rauchfangkehrerbefund erforderlich - erst dann kann die Fertigstellungsanzeige bei der Baubehörde eingereicht werden.
Kamine sind so weit lotrecht über Dach zu führen, dass eine sichere Ableitung der Verbrennungsgase gewährleistet ist. Die Dimensionierung der einzelnen Rauchfänge ist von der gewählten Heizkesselart, dem verwendeten Brennstoff und der zu erwarteten Heizlast (Leistung des Heizkessels) abhängig. Eine Absprache mit dem Heizungsinstallateur und dem Rauchfangkehrer sollte unbedingt durchgeführt werden.
Welche Vorschriften sind bei Kamin und Rauchfang einzuhalten?
- Kamine müssen betriebsdicht und strömungsgünstig aus Materialien gebaut sein, die Verbrennungsgasen, auftretendem Kondensat und Belastung der Kehrgeräte standhalten - ebenso dem Ausbrennen, wobei Temperaturen von 1000° C entstehen.
- Die Reinigungsmöglichkeiten sind lt. den einschlägigen Vorschriften einzuhalten. Reinigungsöffnungen dürfen nicht im Wohn- oder Schlafbereich liegen (Vorraum, Abstellraum, Küche).
- Die Feuerstätte sollte sich in unmittelbarer Nähe des Kamins befinden.
- Universalkamine sind für verschiedene Brennstoffe und Heizkesselarten geeignet und lassen nachträglich mehr Spielraum bei der Art der Heizung zu.
- Holzteile aller Art müssen von den Rauchfängen einen Mindestabstand (je nach Bauordnung) aufweisen.
- Für Öl oder Gas-Brennwertkesselkommen meist Kunststoff-Abgassysteme zum Einsatz. Diese werden in einem brandbeständigen Schacht über Dach geführt.
Beachten Sie, dass bei der Sanierung einer Heizungsanlage in den meisten Fällen auch der Kamin mit saniert werden muss. Dabei werden bevorzugt Einzugrohre aus Edelstahl oder Kunststoff eingesetzt.
Wichtiges Fangzubehör
Zu einer vollständigen Funktion und Inbetriebnahme von Rauchfang bzw. Kamin gehören auch Zubehöre wie:
- Fangtürchen aus Stahlblech oder Gusseisen
- Kragplatten und Fangkopfverkleidungen
- Abluftöffnungen mit Gitter
- Revisionstüren bei Lüftungsschächten
- Anschlussbüchsen mit Abschlusskapsel
Eine sorgfältige Planung unter Einbeziehung von Heizungsinstallateur und Rauchfangkehrer ist unerlässlich. Universalkamine bieten dabei die größte Flexibilität für spätere Änderungen der Heizungsart. Beachten Sie auch: Bei einer Heizungssanierung muss mehrheitlich auch der Kamin erneuert werden.
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