blonde Frau mit weißem Wollpullover hält ihre Hand an warmen Heizkörper

blonde Frau mit weißem Wollpullover hält ihre Hand an warmen Heizkörper © Liudmila/stock.adobe.com

Brennstoffe und Energieträger: Ein Überblick

Heizöl, Pellets, Gas, Wind, Kohle oder Sonne. Brennstoffe gibt es viele, manche günstiger als andere, manche besser für die Umwelt. Wir haben den großen Überblick mit allen Vorteilen und Nachteilen.

Ein Brennstoff ist ein Energieträger, dessen gespeicherte Energie durch Verbrennung nutzbar gemacht wird. Unterschieden wird in primäre und sekundäre Energieträger. Erstere kommen in der Natur vor (Erdöl, Erdgas, Erdwärme, Holz, Kohle) und letztere entstehen durch menschliches Zutun (z. B. Heizöl, das aus Erdöl produziert wird). Zu den festen Brennstoffen gehören Holz, Pellets und Hackschnitzel, sowie Steinkohle und Braunkohle. Zu den gasförmigen Brennstoffen zählen Erdgas und Biogas, einziger flüssiger Vertreter ist das Heizöl.

Leitungsgebundene und nicht leitungsgebundene Brennstoffe

Denken Sie bei der Planung der Heizanlage auch an den Einsatz von Sonnenkollektoren. Zumindest technische Vorkehrungen wie Leerverrohrungen für den späteren Einbau einer Solaranlage sollten nicht fehlen. Da die Wahl eines Brennstoffes möglicherweise durch die regionalen Rahmenbedingungen der Wohnbauförderung bereits eingeschränkt ist, sollten Sie sich diesbezüglich bei Ihrem Berater zur Wohnbauförderung erkunden.

Feste Brennstoffe

Bei den festen Brennstoffen ist heute nur noch Holz in den Formen Scheitholz, Hackgut und Pelletsvon Bedeutung. Biogene Brennstoffe, wie Holz, werden von der öffentlichen Hand stark gefördert. Hauptantriebskraft dafür ist die angestrebte CO₂-Reduktion, wozu erneuerbare Energien einen wichtigen Beitrag leisten können. Mit dem Brennstoff Holzpellets hat Holz eine neue Beliebtheit erreicht, da ein annähernder Komfort wie bei Öl- oder Gasheizungen erreicht wird.

Bei der Lagerung von festen Brennstoffen ist die Trockenheit des Lagerraumes, die Größe, ausreichende Statik und Brandbeständigkeit, die Zugänglichkeit sowie die Nähe zum Heizkessel zu achten. Für ein Einfamilienhaus wird ein Pelletslagerraum mit 8 bis 15 m3 (je nach Größe und Wärmedämmung des Hauses) benötigt. Alternativ können Erdtanks im Garten eingegraben werden oder spezielle Pelletstanks aus Metall oder Gewebe im Gebäude aufgestellt werden.

Flüssige Brennstoffe

Bei den flüssigen Brennstoffen steht Heizöle an erster Stelle, welches zunehmend in schwefelfreier Qualität (max. 0,001% Schwefel) zum Einsatz kommt. Als Alternative stehen dem Konsumenten noch Biodiesel und vor allem rein auf Pflanzenbasis hergestellte Bioöle. Die Öllagerbehälter selbst bestehen in der Regel aus Kunststoff oder Metall. Die Aufstellung dieser Tanks für flüssige Brennstoffe erfolgt unter Einhaltung der regionalen Vorschriften entweder im Wohnobjekt oder - im Falle von eigenen Erdtanks - durch Eingraben im Garten. Flüssiggastanks werden ausschließlich außerhalb des Wohnobjektes situiert.

Der Vorteil dieser gängigen Kunststofftanks liegt in der individuellen Einsatzmöglichkeit und der Korrosionsbeständigkeit. Sie sind in den verschiedensten Baugrößen von 600 bis 3000 Liter Inhalt pro Behälter erhältlich und von der Baugröße so konstruiert, dass sie durch eine 80x200 cm große Türe passen. Eine Vielzahl der Modelle können außerdem miteinander verbunden werden, um dadurch die gewünschte Öllagermenge zu erreichen.

Gasförmige Brennstoffe

Als dritte Form ist noch die gasförmige Variante zu erwähnen. Dabei handelt es sich in erster Linie um Erdgas, Flüssiggas und Biomethan. Als zusätzliche Variante dürfen noch Bioethanol-Kamine gezählt werden, die ohne Rauchabzug sehr einfach in die Wohnung zu integrieren.

Erneuerbare vs. fossile Brennstoffe: Alle Vorteile & Nachteile

Die einen sind nur noch begrenzt verfügbar und sie belasten die Atmosphäre und damit das Klima, die anderen sind zwar nachwachsend und mit einer besseren Ökobilanz ausgestattet, jedoch fehlt vielen noch die nötige Technik oder Infrastruktur, um sie auch effizient nutzen zu können. Die Aufstellung erfolgt in alphabetischer Reihenfolge:

Brennstoff Vorteile Nachteile
Biomasse Alternative zu fossilen Energieträgern; die Infrastruktur und Technik für Erdgas ist für Biogas nutzbar, Reststoffe können gut thermisch verwertet werden Biomasse ist auch Mais und Co, die in großer Menge angebaut werden müssen; solche Monokulturen schaden der Natur und Umwelt
Erdgas Kein Lagerplatz nötig, hoher Heizwert, Versorger frei wählbar, niedrigster CO₂-Ausstoß von allen fossilen Brennstoffen Gasanschluss nötig, heimische Quellen sehr selten, muss also importiert werden, hohe Preisschwankungen, hohe Energieabhängigkeit, begrenzte Verfügbarkeit
Geothermie Kostenlose, stetige Energiequelle aus der unmittelbaren Umgebung, wetterunabhängig; erneuerbar Sehr hohe Anfangsinvestitionen, Erdwärme ist nicht überall verfügbar bzw. nutzbar, die Bodenstruktur kann beschädigt werden.
Heizöl Extrem hoher Heizwert; gut kombinierbar; Lieferanten frei wählbar (hohes Sparpotenzial); Fossiler Brennstoff mit enden wollendem Vorkommen und sehr hohem CO2-Ausstoß energiefressende Erzeugung in Raffinerien, Lagerplatz im Haus nötig, hohe Energieabhängigkeit, Preisschwankungen
Holz Nachwachsender Rohstoff, angenehme Wärme, Produktionsabfälle als Pellets oder Hackschnitzel nutzbar; Anbieter frei wählbar Trocknungszeit nötig, vergleichsweise eher niedriger Heizwert, Platz zum Lagern notwendig, in letzter Zeit starke Preiserhöhungen, hoher Stickoxidausstoß beim Verheizen
Kohle (Braunkohle, Steinkohle) Sehr günstiger Brennstoff, der nicht aufbereitet werden muss, benötigt weniger Lagerplatz als Stückholz Fossiler Brennstoff mit extrem hohem CO₂-Ausstoß, vergleichsweise niedriger Heizwert, Abbau sind umweltschädlich und sehr teuer
Solarenergie Kostenlose Energie, die Wärme und Strom erzeugt; sehr niedriger CO₂-Ausstoß Anfangsinvestition relativ teuer, witterungsabhängige Energiequelle, die oft eine zweite Heizungsart als Reserve braucht; nur bei Zentralheizung und zentraler Warmwasserbereitung sinnvoll
Wasserkraft Regenerativer Energieträger, nicht witterungsabhängig wie Sonne oder Wind; vorhandene Infrastruktur (Mühlen) nutzbar, sehr niedriger CO₂-Ausstoß bei nachhaltiger Nutzung; Speicherkraftwerke als Hochwasserschutz nutzbar Hoher Flächenverbrauch durch Stauraumbedarf; Auswirkungen auf Flora und Fauna im Bereich der Speicherkraftwerke; mögliche Störung des Grundwasserhaushaltes; für private Nutzung Anbindung ans Wassernetz und Berechtigungen nötig
Wind nicht verbrauchbar und kostenlos; geringe Flächenversiegelung; Relativ großer Eingriff in die Natur, großer Widerstand gegen Windräder; nur in windstarken Regionen wirtschaftlich; wetterabhängig
Redaktion
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