Reparaturen in Mietwohnung: Wer zahlt was?

Sie sind MieterIn und nicht sicher, welche anfallenden Reparaturen von Ihnen persönlich bezahlt werden müssen, und wofür die WohnungseigentümerInnen zuständig sind? Wir haben die wichtigsten Reparaturposten für Sie zusammengefasst.

Der wohnnet.at Immobilien-Experte Peter Nemeth informiert zum Thema Investitionen in Mietwohnungen und gibt hilfreiche Tipps zur Klärung der häufigsten Rechtsfragen rund um Reparatur und Sanierung.

Gründe für Mietzinsminderung

Grundsätzlich gilt: Der bedungene Gebrauch Ihres Wohnens darf nicht gestört werden. Der bedungene Gebrauch heißt, dass Sie in Ihrem Wohnen uneingeschränkt die Wohnung als solche benützen können müssen. Durch Schimmel, undichte Fenster und Türen, die sich nicht schließen lassen, eine Klimaanlage, die mit vermietet wurde, aber nicht funktioniert, Brummgeräusche durch den Ventilator der Pizzeria im Erdgeschoß, ist Ihr bedungener Gebrauch des Wohnens gestört. Informieren Sie den Hausverwalter/Hauseigentümer über den Missstand, setzen Sie ihm eine realistische Frist, diesen Missstand zu beheben. Tut er es nicht, mindern Sie nach § 1096 ABGB Ihre Miete.

Defekte Therme

Wenn Ihnen die Wohnung samt einer Therme (Gasetagenheizung) vermietet wurde, gilt mit großer Wahrscheinlichkeit: Wenn die Therme kaputt wird, muss sie der Vermieter nicht reparieren, Sie können jedoch die Miete mindern. Im Sommer (kein Warmwasser) um rund 20 Prozent, im Winter (keine Heizung und kein Warmwasser) um rund 100 Prozent.

Undichte Fenster

Grundsätzlich muss die Wohnung zum bedungenen Gebrauch dienen. Sind nun die Fenster undicht, oder dringt Wasser ein, ist Ihr bedungener Gebrauch gestört. Sie haben das Recht, vom Vermieter die Reparatur der Außenfenster zu verlangen. Sollten Sie jedoch alte Kastenfenster haben (Innen- und Außenflügel), empfehle ich, bei Reparatur der Außenfenster auch die inneren mit zu reparieren. Ihre Heizkostenrechnung wird es Ihnen danken.

Der tropfende Wasserhahn

Grundsätzlich gilt, dass Sie hierfür aufzukommen haben. Vereinfacht ausgedrückt, hat der Mieter alle Dinge innerhalb der Wohnung (Steckdosen, Schalter, Wasserhähne, Armaturen etc.) zu warten, der Vermieter hat für alle Dinge innerhalb der Mauer (Stromleitungen, Wasserleitungen, Abflussleitungen etc.) aufzukommen.

Neues Badezimmer

Wenn Sie ein neues Badezimmer planen und im Zuge dessen auch gleich die Verfliesung ändern wollen, sprechen Sie sich vorher mit dem Eigentümer ab. Grundsätzlich hat Ihnen der Vermieter Ihre Investitionskosten, sofern für einen Nachmieter von überwiegendem Vorteil und Nutzen zu bezahlen, die Frage ist jedoch, ob Ihre Investitionen wirklich zum überwiegenden Vorteil sind. Löwenkopfarmaturen, die Wasser speien, vermutlich nicht. Mein Tipp: fragen Sie vorher nach.

Ausmalen

Grundvoraussetzung ist einmal, dass in Ihrem Mietvertrag nachzulesen ist, dass Sie bei Mietende die Wohnung fachgerecht auszumalen haben. Ist dies nicht schriftlich vereinbart, besteht Ihrerseits wohl kaum eine Verpflichtung dazu.

Neue Küche

Sie wollen Ihre alte Küche gegen eine neue austauschen? Grundsätzlich ist das erlaubt. Nur: Schauen Sie nach, ob Sie in der Inventarliste die alte Küche inventarisiert hatten. Ist dies der Fall, hat der Vermieter das Recht, bei Mietende von Ihnen die Küche zurückzuverlangen. Ein Konflikt ist hier leicht möglich, Sie erhoffen sich Geld für Ihre neue Küche, der Vermieter möchte seine alte Küche (zu Recht) zurückhaben.

Wasserrohrbruch

Das kann ja mal passieren, dass eine Wasserleitung in der Mauer bricht und Sie die Bescherung haben. Die Behebung (Installateur, der das Leck ortet) sollte sehr zeitnah erfolgen, jedenfalls ist grundsätzlich der Vermieter verpflichtet, den alten Zustand (Malerei, Fliesen oder Böden) wieder herzustellen. Bedenken Sie jedoch, dass das Mauerwerk mitunter austrocknen muss und daher es ratsam ist, eine gewisse Zeit zuzuwarten. Diese darf aber nicht überstrapaziert werden.

 


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Datum: 17.05.2016

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