Genossenschaftswohnungen

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Gemeinnützige Bauvereinigungen und Wohnbaugenossenschaften in Österreich bauen und vermieten Genossenschaftswohnungen. Was das ist, und ob Sie für eine solche in Frage kommen, erfahren Sie hier.

Um in den Vorzug einer Genossenschaftswohnung zu kommen, müssen Sie einige Voraussetzungen erfüllen. Diese decken sich in den meisten Fällen mit den Bestimmungen des Wohnbauförderungsgesetzes im jeweiligen Bundesland.

Wer bekommt eine Genossenschaftswohnung?

Für die Vergabe von solchen von Genossenschaften bzw. Gemeinnützigen zur Verfügung gestellten Wohnungen gelten allgemein folgende Voraussetzungen:

  • Sie müssen österreichischer Staatsbürger, Bürger eines EU oder EWR-Landes, Nicht-EU-BürgerIn mit gültiger Aufenthaltsgenehmigung oder Flüchtling nach der Genfer Konvention sein.
  • Bei Übernahme der Wohnung müssen Sie 18 Jahre alt sein, ansuchen können Sie schon ab Ihrem 17. Geburtstag.
  • Sie dürfen – je nach Bundesland und Förderungsart – nicht mehr als 25.000 bis 45.000 Euro netto pro Jahr an Einkommen haben.
  • Die angesuchte Wohnung muss als Hauptwohnsitz dienen.

Wie schaut der Mietvertrag aus?

Bei Genossenschaftswohnungen heißt der Mietvertrag Nutzungsvertrag. Am Beginn des Mietverhältnisses haben Sie eine Einmalzahlung als Beitrag zur Finanzierung der Herstellungskosten, den so genannten Finanzierungsbeitrag, zu bezahlen. Sobald das Mietverhältnis endet, wird ebendieser Betrag vermindert um 1 % pro Jahr von der Genossenschaft refundiert.

In privaten Inseraten wird dieser Finanzierungsbeitrag oft „Genossenschaftsanteil“ genannt, was aber eigentlich falsch ist. Der Genossenschaftsanteil beträgt zumeist 100 bis 200 Euro und dient als Beitrittsgebühr zu echten Genossenschaften. Er kommt zum Finanzierungsbeitrag dazu. Ist die gemeinnützige Bauvereinigung hingegen eine GmbH oder eine AG, kommt ausschließlich der Finanzierungsbeitrag zum Tragen.

Sind die Mieten wirklich niedriger?

Etwa 60.000 Wohnungen in Österreich, das sind 40 Prozent aller Mietwohnungen, sind im Bestand der Gemeinnützigen. Weitere 20 Prozent sind Gemeindewohnungen. Die Mieten in diesen Wohnungen sind deutlich günstiger, als jene am freien Immobilienmarkt. Laut GBV (Österr. Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen) sind das mit 6,6 Euro/m²/Monat um etwa 20 Prozent weniger als bei privaten bzw. gewerblichen Vermietern, bei denen sich der durchschnittliche Mietpreis in Österreich bei 8,1 Euro/m2/Monat einpendelt. Dazu kommt, dass Sie sich die Provision und oft sogar die Kaution sparen und die Mietverträge im Normalfall unbefristet sind.

Übergang ins Eigentum

Unter speziellen Voraussetzungen kann der Mieter laut WGG auch einen Anspruch auf Übertragung der Wohnung ins Eigentum beanspruchen. Aber, die Sache ist schwierig. Nach der Wohnrechtsnovelle im Jahr 2002 wurden die Übertragungsansprüche für Kaufwillige massiv eingeschränkt. So gibt es keinen Preisabschlag für aufrechte Mietverhältnisse mehr und die Preisfestsetzung über eine Schlichtungsstelle entfällt. Experten raten daher: Sprechen Sie bereits bei Anmietung der Wohnung mit der Genossenschaft darüber, ob ein Übergang ins Eigentum grundsätzlich möglich ist und lassen Sie sich eine etwaige Zusage schriftlich geben.

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Hildegard Z., Bezirk Tulln
Gibt es in Tulln an der Donau auch Genossenschaftswonnungen?
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Cherilyn C., Bezirk Wien, Leopoldstadt
Welche Genossenschaftsprojekte werden derzeit im Nordbahnhofviertel gebaut?
Gebäudeverwaltung Peter Nemeth, Bezirk Wien, Alsergrund
https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/projekte/nordbahnhof/wohnen-am-nordbahnhof.html beste grüsse Peter nemeth


AutorIn:

Datum: 03.04.2018
Kompetenz: Immobilien

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