Österreichs Baum des Jahres

Seit 1994 schon wird in Österreich jedes Jahr ein Baum des Jahres gekürt. Vergeben wird die Auszeichnung vom Lebensministerium gemeinsam mit dem Kuratorium Wald. Für 2019 wurde die Hopfenbuche auserkoren.

Die Hopfenbuche ist der Baum des Jahres 2019. Dieser wenig bekannte Laubbaum hat nichts mit den Namensgebern Buche und Hopfen zu tun. Zwar erinnern die doppelt gesägten Blätter der Hopfenbuche, lateinisch Ostrya carpinifolia, an die der Blätter der Hainbuche bzw. der Buche, der Baum ist jedoch ein Birkengewächs. Kenner sehen das sofort am Blütenstand, der wie auch bei der Birke, der Hasel und übrigens auch der Hainbuche, herabhängende Kätzchen bildet.

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Fruchtstand einzigartig in Europa

Spätestens bei der Frucht wird klar, dass die Hopfenbuche nichts mit der Buche zu tun hat. Die erst grünen und zapfen- bzw. eiförmigen Früchte erinnern stark an die Fruchtstände des Hopfen, werden aber zwischen August und Oktober braun, was sie dann eindeutig vom Rohstoff fürs Bier unterscheidbar macht.

Ein Exot, der Wärme liebt

Die Hopfenbuche ist ein typischer Vertreter der submediterranen Laubmisch-, Karst und Buschwälder und kommt bei uns ausschließlich in den Südalpen, vor allem in den warmen Gebieten von Kärnten und der Südsteiermark, vor. Ihr zentrales Verbreitungsgebiet ist der Mittelmeerraum bis in den Libanon. Hopfenbuchen bieten Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten, wie zum Beispiel die Sandviper oder die Smaragdeidechse. Der Baum ist aufgrund seiner unzugänglichen, kleinräumigen und stark exponierten Standorte glücklicherweise wenig gefährdet.


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Datum: 18.03.2019

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