Historische Rosensorten
Im Gegensatz zu modernen Züchtungen punkten historische Rosen mit ihrem unvergleichlichen Duft und ihrer nostalgischen Ausstrahlung. Viele Sorten sind zudem sehr robust und pflegeleicht. Hier ein historischer Einblick und Überblick.
Ob in der Literatur, in der Kunst, Religion oder Malerei: Die Rose begleitet den Menschen seit Jahrtausenden. Seit tausenden Jahre werden Rosen von Menschen kultiviert. Viele kommen aus Asien, wo man bereits im 16. und 17. Jahrhundert mit der Selektionen einzelner Sorten begonnen hat. In Europa begann die Züchtung Mitte des 19.Jahrhunderts dank einiger großer und bekannter Züchter, die sich bemühten, besonders lang blühende und gefüllte Rosen zu ziehen. Sorten wie die Felicia aus dem Jahr 1928 mit ihrer schönen und buschigen Blüte finden sich noch heute in so manchem heimischen Garten.
Was sind "alte Rosen?
Eine Rosensorte gilt dann als historisch, wenn sie aus der Zeit vor 1867 stammt. Alle Rosensorten, die es schon vor 1867 gab, gelten als historisch. Das liegt daran, dass in diesem Jahr die Sorte ‚La France‘ entstand, die erste moderne Teehybride, sprich Züchtung. Moderne Rosen (Beetrosen, Edelrosen, viele Strauch- und Kletterrosen) entstanden hingegen durch intensive Züchtung seit dem 19./20. Jahrhundert.
Die Rosa Alba hat ihren Namen von der Farbe Weiß. Sie ist eine sehr alte Rosenart, entstanden aus Kreuzungen von Rosa canina und Damaszener-Rosen, und sie gilt als besonders strapazierfähig, winterhart und langlebig. © progarten/stock.adobe.com
Grundsätzlich passt die historische Rose besser in den Hintergrund, wo sie im Frühsommer herausleuchtet und den Rest des Jahres von anderen Pflanzen umgeben ist, deren Blüte vom Hochsommer bis in den Herbst hinein reicht.
Welche Eigenschaften haben historische Rosen?
Alte Rosen gelten gemeinhin als widerstandsfähiger und robuster sowie pflegeleichter. Sie bieten eine viel größere Vielfalt bei den Blütenfarben und -formen und sie duften viel intensiver als moderne Züchtungen. Viele historische Rosen bilden auch Hagebutten aus, die besonders schön und kräftig leuchten und im Herbst noch ein weiteres optisches Highlight bieten. Aber: historische Rosen blühen nur einmal im Jahr.
Unterschiede zwischen "alten" und "neuen" Rosen
Ob Blühverhalten, Optik, Blütengröße oder bevorzugter Standort. Es gibt einige typische Merkmale, die man nur den jeweiligen Sorten zuschreiben darf. Hier ein tabellarischer Überblick:
| Eigenschaft | alte Rosensorten | moderne Rosensorten |
| Alter | vor 1867 | Züchtungen ab ca. 1867 |
| Blütezeit | blüht sehr üppig einmal im jahr, meist Juni/Juli, einige Gruppen (Portland-, Remontantrosen) remontieren, blühen also nach | in der Regel durchgehende oder sehr lange Blütezeit bis in den Herbst und remontierend |
| Optik | nostalgische, dicht gefüllte, breite oder schalenförmige Blüten, teils "zerzaust", oft gestreift oder getupft | oft klare, "edle" Knospenform, mehr Farben (reines Gelb, Orange, zweifarbig usw.), häufig etwas weniger Duft zugunsten anderer Eigenschaften |
| Farben | vor allem Rosa, Purpur und Weiß, Flieder, Mauve, Braun, sogar seltene Grüntöne; wenig/kein Orange und Gelb | alle Farben, die es gibt bis hin zu mehrfarbig |
| Duft | sehr stark duftend | eher schwach duftend, neuere Sorten jetzt wieder intensiver |
| Wuchs und Gesundheit | kräftige Sträucher oder historische Rambler, insgesamt robust, aber nicht immer optimal an heutige Stadtlagen angepasst | gezielt gezüchtet auf Krankheitsresistenz (Mehltau, Sternrußtau), kompakteren Wuchs, reiches Farbspektrum und Dauerblüte; gleichzeitig versuchen neuere "nostalgische" Sorten, Duft und Blütenform alter Rosen mit diesen Vorteilen zu verbinden (z.B. Englische Rosen) |
Sie ist eine der beliebtesten und schönsten Ramblerrosen überhaupt: Die Pauls Himalayan Musk Rambler. Ein echter historischer Klassiker, der schnell und üppig wächst und blüht. © AnnaMarie/stock.adobe.com
Auch unter den Kletterrosen finden sich einige historische Arten, allen voran die Ramblerrose – eine stark rankende Blume mit weichen, elastischen Trieben.
Welche sind die wichtigsten Klassen historischer Rosen?
Zu den bekanntesten alten Rosensorten zählen die Rosa centifolia (Hundertblättrige Rose), die Rosa damascena (Damaszener-Rose), die Rosa gallica (Essig-Rose), die Rosa alba (Weiße Rose), die Bourbon-Rosen, die Remontantrosen und die Portland-Rosen. Diese historischen Sorten bestechen durch ihre üppigen, stark duftenden Blüten in zartem Rosa, Weiß oder kräftigem Purpur. Viele bilden im Herbst dekorative Hagebutten.
Die Remontanten blühen öfters als einmal, sie gelten als das Bindeglied zwischen alten und modernen Rosensorten. Bourbonrosen blühen von Juni bis in den Spätherbst und sind besonders duftintensiv. Die Damaszener-Rosen duften ebenfalls phänomenal, sie sind auch besonders beliebt für die Rosenölherstellung.
Die Rosa Gallica, auch French Rose oder Essigrose genannt, ist eine besonders alte Wildrosenart. Von ihr stammen unsere heutigen Gartenrosen ab, sie ist eine typische Vertreterin der historischen Rosengattungen. © Ian/stock.adobe.com
Was gilt es bei Pflanzung und Pflege historischer Rosen zu beachten?
Damit alte Rosen ihre volle Pracht entfalten können, sollten Sie folgende Punkte beachten:
- alte Rosen erst schneiden, wenn die Forsythie blüht
- historische Rosen lieben sonnige bis halbschattige Standorte
- sie brauchen einen nährstoffreichen, durchlässigen Boden udn organische Düngung
- empfindliche Sorten brauchen einen Winterschutz
- Vermehrung einfach durch Steckhölzer möglich, besonders bei Wildrosen und historischen Strauch- und Kletterrosen
Es ist nicht so schwierig! eineAnleitung zum Rosen schneiden
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