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Rosen schneiden – die wichtigsten Tipps

Sie sind die Königinnen der Blumen, und brauchen entsprechende Zuwendung. Wann und wie Sie Ihre Rosen richtig zurückschneiden, und warum das auch Laien können, erklären wir Ihnen hier.

 

Sie kommen in den verschiedensten Varianten in den heimischen Gärten vor. Als Beet-, Strauch-, Bodendecker- oder Kletterrose. Wer im Sommer prachtvolle Blüten und kräftige Pflanzen haben möchte, sollte sofort nach Frühlingsbeginn aktiv werden.

Warum müssen Rosen geschnitten werden?

Der Fachmann nennt es vergreisen. Rosen lassen im Laufe der Jahre an Vitalität und Blühwilligkeit nach. Werden sie im Frühjahr geschnitten, wirkt das wie eine Verjüngungskur für die Blumen. Je stärker ein Rückschnitt ausgeführt wird, umso stärker treibt die Rose später wieder aus. Der Schnitt lichtet zudem die Rosenkronen aus und die Pflanze bekommt mehr Licht. Dadurch trocknen nasse Blätter nach dem Regen schneller. Auch das Unkraut jäten rund um den Rosenstock sowie das Düngen werden erleichtert. Plus: Die Anfälligkeit für Pilze wie den Sternrußtau wird reduziert.

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Rosenrückschnitt immer an Rosensorte anpassen

Es ist unbedingt darauf zu achten, welche Rosenklasse wie regelmäßig oder radikal geschnitten werden soll. Aber – und das dürfte auch die Laien beruhigen – Rosen sind allgemein sehr schnittverträglich und Sie können in Wirklichkeit nicht viel falsch machen.

Sobald der Schutz aus Laub, Erde, Rindenmulch oder Tannenzweigen von den Rosensträuchern und -beeten entfernt ist, können Sie den ersten Rückschnitt des Jahres angehen. In den meisten Fällen ist das etwa Mitte März, einen genauen Zeitpunkt können wir aber nicht angeben, da sich das Klima unterschiedlich gestaltet und von Region zu Region um bis zu 14 Tage divergieren kann. So kann es in den Bergregionen noch zu Kahlfrost kommen, während es in den Flussniederungen oder Weinbauregionen bereits höchste Zeit für den Trieb-Rückschnitt ist.

Wann sollte der Rosenschnitt ausgeführt werden?

Orientieren Sie sich am besten an der Natur: Blühen die Forsythien, kann bedenkenlos geschnitten werden. Besonders wichtig ist der Rückschnitt bei den mehrfach blühenden Rosensorten, weil diese Pflanzen sonst nicht den ganzen Sommer über neue Knospen bilden. Und so funktioniert's:

  • Beet- und Edelrosen werden auf ca. 15 Zentimeter zurückgeschnitten und nicht mehr als drei bis maximal fünf Augen stehen gelassen.
  • Bei Strauchrosen werden die älteren Triebe ebenfalls auf 15 Zentimeter gestutzt, die jungen Triebe um nicht mehr als ein Drittel.
  • Kletterrosen werden insgesamt nur sehr leicht rückgeschnitten, die sehr alten Triebe können Sie komplett entfernen.

Rosensorten, die nur einmal im Jahr blühen, brauchen keinen Frühjahresschnitt. Ihre Knospen erscheinen immer an den Trieben des Vorjahres. Was Sie aber unbedingt machen sollten: Die frostgeschädigten, eingetrockneten oder generell kranken Triebe bis ins Rosenholz zurückkürzen. Profis raten auch dazu, Wildtriebe, die unterhalb der Veredelungsstelle aus dem Boden kommen, so tief wie möglich zu kappen.

Typische Fehler kennen und vermeiden

Arbeiten Sie beim Rückschnitt der Rosen mit einer scharfen Schere,um Quetschungen zu vermeiden. Die Schnitte erfolgen immer schräg, damit Regenwasser und Tau – beliebter Nährboden für Krankheitserreger aller Art – abrinnen können. Außerdem wird empfohlen, den Schnitt eben wegen dieser Keime und Erreger nicht liegen zu lassen und im Hausmüll und nicht im Kompost zu entsorgen. Der Schnitt sollte immer rund 5 mm oberhalb eines neuen Triebes oder einer Knospe angesetzt werden. Achten Sie darauf, dass die Wundfläche möglichst klein bleibt, manchmal sind die Schnitte dann lieber etwas gerader als zu schräg zu setzen.

Einfache Anleitung für den Rosenschnitt

Bevor Sie den ersten Schnitt setzen, entfernen Sie alle alten, abgestorbenen oder erfrorenen (braunen) Triebe sowie das alte Laub. Damit wird Pilzkrankheiten von vornherein der Nährboden entzogen. Starke Triebe sollten nicht zu kräftig zugeschnitten werden, um die Rose zu zwingen, die Kraft auf ganz viele Knospen gleichmäßig zu verteilen. Die schwachen Triebe können Sie stark zuschneiden. Bei älteren, öfter blühenden Edelrosen wie auch Beetrosen werden mehrjährige Triebe bis auf den Ansatz in Bodennähe zurückgeschnitten. Die Verjüngung wird dadurch schon von der Basis aus angeregt. Triebe und Verästelungen, die bleistiftdünn sind, werden herausgenommen. Einzige Ausnahme bilden die Bodendecker- oder Zwergrosen, diese haben von Natur aus eher dünne Triebe.

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Rosen im Sommer schneiden – ja oder nein?

Hier gilt: es muss zwischen einmal blühenden und öfter blühenden Rosen unterschieden werden. Da einmal blühende Kletter- oder Strauchrosen erst an zweijährigen Trieben ihre Blüten hervorbringen, haben diese einen anderen Schnittzeitpunkt – im Frühjahr wäre ein zu harter Schnitt fatal und viel an wertvollem Blütenholz ginge verloren. Darum ist es ideal, erst direkt nach der Blüte im Sommer zu schneiden. Die Triebe werden nur kurz eingekürzt und das Holz aus der Mitte der Rose entfernt.

Bei öfter blühenden Rosen sollte außer der Verjüngung im Frühjahr auch im Sommer „geputzt“ werden. Verblühte Rosen werden kontinuierlich entfernt, bei Beet oder Strauchrosen schneidet man am besten direkt unter der welken Blütendolde. Edelrosen bringen oft nur eine Prachtblüte an einem Stiel hervor, hier eignet sich darum die Stelle oberhalb des ersten komplett entwickelten Fiederblattes am besten, denn da sitzt die nächste kräftige Rosenknospe zum Austrieb.

Auch alte Rosen mögen einen Rückschnitt

Wie bereits erwähnt vergreisen Rosen, wenn sie nicht regelmäßig geschnitten werden. Es entsteht dann ein verkahltes, undurchdringliches Gestrüpp, das selten gut ausschaut. Mit einem gezielten Verjüngungsschnitt zum richtigen Zeitpunkt werden solche Rosen wieder wunderschön.

Vergreiste Rosen werden am besten im Spätwinter gelichtet, also kurz vor dem neuen Austrieb. Am besten wählen Sie dafür einen frostfreien, wolkigen und regenfreien Tag im Februar. Bei stark vergreisten Rosen wird eine einfache Rosenschere übrigens nicht genügen, eine Astschere mit Teleskoparm ist in vielen Fällen vonnöten. Dazu noch eine Säge und, nicht zu vergessen, gute Arbeitshandschuhe und einen Augenschutz. Am besten gehen Sie von außen nach innen vor und schneiden erst die abgestorbenen Triebe knapp über der Veredelungsstelle ab. Die anderen Äste werden auf rund 40 cm zurückgeschnitten. Die alte Rose kann sich jetz neu aufbauen, ein kräftiger Neuaustrieb ist die Folge.

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Rosen brauchen viele Nährstoffe

Nach dem Schnitt sollten Sie Ihren Rosen einen Spezialdünger gönnen, der sie ausreichend mit den wichtigsten Nährstoffen wie Phosphor, Kalium und Magnesium versorgt. Im Juni wird dann ein zweites Mal im Jahr gedüngt. Noch ein Tipp: Streuen Sie den Dünger nie über Blätter und Blüten, sondern immer direkt auf das Erdreich am Fuß der Rose. So wichtig Düngung für die Rosen ist, so sehr sollten Sie aufpassen, die Blumen nicht zu überdüngen, weil das der Vitalität dieser edlen Gewächse sehr schadet. Wenn Sie auch Kompost zur Düngung verwenden, muss die Düngermenge entsprechend reduziert werden.

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Datum: 19.06.2020
Kompetenz: Garten und Zaun