Was tun gegen Unkraut?

Auch wenn der Begriff Unkraut irreführend ist, nicht alles was im Garten wächst soll auch dort gedeihen. Wir zeigen, was Sie gegen Wildwuchs tun können und warum so manche als Unkraut deklarierte Pflanze doch ganz nützlich ist.

Eigentlich ist Unkraut gar nicht unbedingt ein "Un-Kraut" – schon alleine, weil nicht alle unliebsamen Pflanzen aus der Gattung der Kräuter kommen. Das Wort „Wildpflanzen“, als Gegenteil von den kultivierten Zuchtpflanzen (zu denen Zierarten ebenso wie Nutzarten gehören), passt da schon eher. Ist Ihr Garten von solchen wilden Pflanzen bevölkert, sollten Sie genau hinschauen, bevor Sie sich an die komplette Vernichtung aller ungewollten Pflanzengäste machen. Denn so manche Unkräuter sind gar nicht so unnötig und unnütz. Und was noch wichtiger ist: sie können ein Indikator für Mangelerscheinungen Ihres Gartenbodens sein.

Auf saurem Boden gedeiht gerne Moos

Ein gepflegter Rasen ist zweifelsohne ein schönes Aushängeschild. Wächst auf ihm zu viel Moos anstelle von Gras, ist das ein Anzeichen für zu sauren Boden. Vertikutieren und anschließendes Einarbeiten von Kalk und Sand wirken gut dagegen. Außerdem schützt die regelmäßige Pflege Ihres Rasens überhaupt vor Vermoosung und anderen unerwünschten Wildpflanzen. Zuviel Klee rücken Sie zum Beispiel mit Hilfe von stickstoffhaltigem Dünger zu Leibe. Löwenzahn können Sie durch das Abschneiden der Blüten (noch vor der Fruchtreife) prophylaktisch eindämmen. Mulchen oder eine Schicht Stroh im Blumen- oder Gemüsebeet hemmen ebenfalls das Unkrautwachstum.

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Nicht in den Kompost sondern in den Smoothie

Wichtig zu wissen ist, dass nicht jede Wildpflanze gleich auch ein Störenfried im Garten ist. Brennnesseln mögen zwar bei Berührung sehr unangenehm sein, Brennnesseljauche gibt aber einen biologisch einwandfreien Dünger ab. Für Schmetterlingsraupen sind sie ein wichtiges Grundnahrungsmittel und wer hat nicht gerne einen Rotklee-Bläuling oder ein Tagpfauenauge über seiner Terrasse schweben? Außerdem ergeben sie einen heilsamen Tee und eignen sich mit ihrem nussigen Geschmack auch hervorragend für Suppen oder Salate. Löwenzahn, Gänseblümchen, Knoblauchsrauke oder Hirtentäschel, alle als Unkraut verrufen, sind ebenfalls essbar. Sauerampfer, Vogelmiere oder Gundermann lassen sich ideal in einen grünen Smoothie zugeben.

Wenn es wuchert, muss es raus

Natürlich hilft der gesündeste Nebeneffekt nichts, wenn durch das Wurzelwerk der „Unkräuter“ den anderen Pflanzen das Wasser entzogen wird oder sie im wahrsten Wortsinne in den Schatten gestellt werden. Das natürlichste und bei geringerem Befall effektivste Mittel ist das Jäten. Bei tiefergehenden Wurzeln werden mit Hilfe eines Unkrautstechers sehr gute Ergebnisse erzielt. Zwischenräume bei Wegen oder Terrassen können mit einem Fugenkratzer bearbeitet werden. Kochendes Wasser auf die ungebetenen Gäste gießen, trocknen lassen und dann die Reste entfernen funktioniert ebenfalls sehr gut. Andere, industriell hergestellte Unkrautvernichtungsmittel gibt es im Handel. Doch geben Sie unbedingt biologisch abbaubaren Produkten den Vorzug! Vor allem, wenn Sie Kinder oder Haustiere haben, die im Garten spielen. Herbizide sollten nur im allergrößten Notfall und als Ultima Ratio in Betracht kommen.

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Datum: 09.05.2016

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