Wann ist eine Eingangstür sicher?
Viele Haustüren weisen zwar in der Standardausführung schon recht gute Schutzmechanismen auf. Doch wer wirklich auf Nummer sicher gehen will, sollte auf die einbruchhemmende Ausführung setzen.
- Material: Was macht stabil, sicher und langlebig?
- Verriegelungssysteme: Mehrfachschutz für Ihr Zuhause
- Mögliche Zusatzsicherungen: Das Plus an Sicherheit
- Einbruchhemmende Verglasungen
- Zertifizierungen und Normen: Je höher die Klasse, desto sicherer die Türe
- Fachgerechte Montage: Lassen Sie einen Profi den Einbau übernehmen
Die Eingangstür ist der von Einbrechern am häufigsten benutzte Weg ins Haus, die Einbruchszahlen in Österreich sind hoch und die Einbrecher gehen nicht zimperlich vor. Kunststoffbeschläge werden einfach abmontiert, die Zylinder gezogen und abgebrochen. Die Türen im Schlossbereich aufgehebelt. Teilweise werden die Eingangstüren sogar einfach im Ganzen ausgehebelt. Umso wichtiger also, von der Standardausführung abgesehen auf zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen bei der Eingangstüre zu setzen. Wir haben den Überblick und ein paar wichtige Tipps für Sie:
Material: Was macht stabil, sicher und langlebig?
Woraus besteht die Außentüre? Je massiver, desto besser und sicherer. Hier sind die gängigsten Materialien und ihre Eigenschaften von Eingangstüren in Sachen Einbruchssicherheit.
- Massivholz: Bekannt für seine Robustheit und ästhetische Anziehungskraft. Massivholztüren bieten eine ausgezeichnete Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Belastungen.
- Stahl: Stahltüren bieten einen hohen Grad an Sicherheit aufgrund ihrer Festigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Einbruchsversuche. Sie sind oft mit einer Holzoptik versehen, um ästhetischen Ansprüchen gerecht zu werden.
- Aluminium: Leicht und dennoch stabil, Aluminiumtüren sind korrosionsbeständig und pflegeleicht. Sie bieten ebenfalls einen hohen Sicherheitsstandard.
- Verbundwerkstoffe: Diese Türen kombinieren verschiedene Materialien, um die besten Eigenschaften zu vereinen. Sie sind oft besonders widerstandsfähig und langlebig.
Verriegelungssysteme: Mehrfachschutz für Ihr Zuhause
Kein Türschloss ohne Schließzylinder: Standardzylinder, Zylinder mit Wendeschlüsselsystem, Zylinder mit Bohrmuldenschlüssel und Sicherungskarte! Verwenden Sie nur Sicherheitszylinder, die von allen Seiten nachsperrgesichert, kernzieh- und aufbohrgeschützt sind. Der Zylinder muss von innen verschraubt werden können, bündig mit dem Sicherheitsbeschlag eingebaut und zur Gänze von diesem geschützt werden. Fragen Sie nach Zylindern mit Codekarte. Durch ein spezielles System wird das Nachmachen des Hausschlüssels für Unbefugte quasi unmöglich!
- Mehrfachverriegelung: Diese Systeme verriegeln die Tür an mehreren Stellen gleichzeitig und erschweren so das Aufbrechen.
- Zylinderschloss: Ein gutes Zylinderschloss mit Bohr- und Ziehschutz erhöht die Sicherheit erheblich.
- Elektronische Schlösser: Diese modernen Schlösser bieten zusätzlichen Komfort und Sicherheit. Sie können per App, Fingerabdruck oder Code geöffnet werden und bieten oft eine Protokollfunktion, die festhält, wer die Tür wann geöffnet hat.
Hinweise und Tipps
Die Kombination aus Tresorbolzen, Schwenkriegel und Fallensperre bietet einen guten Basisschutz. Auch sollte das Schutzblech (Schutzbeschlag), in dem die Klinke steckt, verstärkt sein.
Mögliche Zusatzsicherungen: Das Plus an Sicherheit
Zusätzlich zu einer stabilen Tür und einem hochwertigen Schloss können weitere Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden: Mehrfachverriegelungen (drei- bis fünffach) sichern mit nur einem Schlüsseldreher an mehreren Punkten. Die Fallensperre, die die Schlossfalle zu einem starren Riegel macht, sobald die Tür zu ist, bringt weitere Sicherheit. Schwenkriegel schieben sich auf der Schlossseite in die Edelstahl-Schließplatte und widerstehen Aushebelversuchen mit schwerem Werkzeug. Tresorbolzen sitzen in der Höhe der Bänder und greifen beim Schließen der Tür automatisch in die Zarge, was gegen Druck- und Hebelwirkung hilft. Das Schutzblech (aus Stahl) stabilisiert das Schloss und schützt den Zylinder.
- Eine Bandseitensicherung an der Scharnierseite bietet durch ihren Verkrallungseffekt zusätzliche Sicherheit. Verdeckte Türbänder lassen sich weniger leicht aushebeln oder -reißen und erhöhen so die Sicherheit.
- Tresorbänder sind spezielle Gelenksysteme, mit denen der Haustürflügel im Rahmen verankert wird. Sie sind bei geschlossener Türe nicht sichtbar und sorgen für noch höheren Widerstand.
- Die Schließbleche, in denen sich der Riegel einschiebt, sollten verstärkt ausgeführt werden, da sie sonst bei Gewalteinwirkung nachgeben, und die abgeschlossene Tür aufspringt. Schließbleche oder -platten sollten aus mindestens 2,5 mm starkem Edelstahl gefertigt und mehrfach diagonal mit Gegenmuttern in der Zarge verschraubt werden.
- Mit dem Panzerriegelschloss wird die Tür sowohl auf der Schloss- als auch auf der Bandseite gesichert. Zusatzschlösser an der Tür, Sicherungsketten und zusätzliche Riegel sind ebenfalls geeignet, um den Schutz bei älteren Türen zu erhöhen.
- Türspione und Kameras: Diese ermöglichen es Ihnen, zu sehen, wer vor Ihrer Tür steht, bevor Sie öffnen.
- Sicherheitsbügel: Diese bieten eine zusätzliche Barriere, selbst wenn die Tür geöffnet wird.
Einbruchhemmende Verglasungen
Falls Ihre Eingangstür über Glaselemente verfügt, sollten Sie darauf achten, dass diese einbruchhemmend sind. Spezielle Sicherheitsverglasungen bestehen aus mehreren Schichten, die das Glas besonders widerstandsfähig machen.
Zertifizierungen und Normen: Je höher die Klasse, desto sicherer die Türe
Die Widerstandsklassen RC 2 und RC 3 werden für Wohnungen und Häuser empfohlen. RC 4 bis RC 6-Türen werden für Gewerbe und Industrie genutzt. Eine Haustür gilt also nach RC2-Standard als sicher, wenn sie einer statischen und dynamischen Belastungsprüfung unterzogen wurde, einen simulierten Einbruch mit Werkzeug bestanden hat, gepresst bzw. verklebt ist und eine Flügelrahmenkonstruktion aufweist. Achten Sie beim Kauf einer sicheren Eingangstür auf entsprechende Zertifizierungen und Normen.
Fachgerechte Montage: Lassen Sie einen Profi den Einbau übernehmen
Eine sichere Eingangstür kann ihre volle Schutzwirkung nur entfalten, wenn sie fachgerecht installiert wird. Beauftragen Sie daher unbedingt einen Fachbetrieb mit der Montage, um sicherzustellen, dass alle Komponenten korrekt und sicher eingebaut sind.
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