Eine Hand dreht den Thermostat eines weißen Heizkörpers in einem Raum mit hellblauer Wand und Holzboden

Eine Hand dreht den Thermostat eines weißen Heizkörpers in einem Raum mit hellblauer Wand und Holzboden © Carlos Amarillo/shutterstock.com

Heizen: Erdgas im Vollkostenvergleich Nase vorn

Heizkosten plus Investition plus Wartung plus Brennstoffkosten – der Vollkostenvergleich der Österreichischen Energieagentur vergleicht nicht nur die Brennstoffpreise, sondern die gesamten Kosten rund ums Heizen.

"Bei Heizsystemen spielt Energieeffizienz eine immer bedeutendere Rolle. Das zeigt sich auch beim Ergebnis unseres Vollkostenvergleichs, bei dem hocheffiziente Heizsysteme deutlich im Vorteil sind", bringt Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, eines der Hauptergebnisse des aktualisierten Heizkostenvergleichs auf den Punkt. Der jetzt veröffentlichte Bericht stellt nicht nur die Brennstoffpreise, sondern alle anfallenden Kosten der Heizsysteme inklusive Investitions- sowie Wartungs- und Instandhaltungskosten einander gegenüber. So wird auf einen Blick ersichtlich, wie viel der durchschnittlicher österreichischer Einfamilienhausbesitzer für sein Heizsystem tatsächlich zahlt.

Hinweise und Tipps

Emissionen miteinbezogen

Auch die CO2-Emissionen der unterschiedlichen Heizsysteme wurden in den Vollkostenvergleich genommen. Damit konnte nicht nur das günstigste, sondern auch das umweltfreundlichste System ausgezeichnet.

Thermische Gebäudequalität bestimmt Heizkosten mit

Dass die Kosten für warme vier Wände nicht nur vom Heizsystem allein, sondern auch von der thermischen Qualität derselben abhängen, dürfte bekannt sein. Doch nur selten wird eben dieser Faktor in Heizkostenvergleiche einbezogen. Der hier zitierte Vollkostenvergleich hat daher ein typisches Einfamilienhaus in drei verschiedenen thermischen Varianten (thermisch unsaniert/thermisch saniert/aktueller Neubaustandard) als Referenzgebäude für die Berechnungen herangezogen.

Sanieren lohnt sich!

"Hohe Auswirkungen auf die Heizkosten hat die thermische Qualität eines Gebäudes: Unabhängig vom Heizsystem liegen die Heizkosten in einem sanierten Einfamilienhaus um 55 % niedriger als in einem unsanierten Gebäude. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig es sowohl für den einzelnen Hausbesitzer als auch für die Gesamtbetrachtung ist, die thermische Sanierung voranzutreiben", betont Traupmann. Der gleiche Effekt zeigt sich auch bei den CO2--Emissionen.

Spitzenreiter: Erdgas & Wärmepumpe

Erdgas-Brennwertsysteme sind sowohl bei sanierten als auch bei unsanierten Gebäuden die kostengünstigste Variante zu heizen, gefolgt von Luft/Wasser Wärmepumpen. Beim Neubau dreht sich diese Platzierung um, hier liegt die Luft/Wasser Wärmepumpe auf Platz 1. Auf Platz 3 ist die Vielfalt der Systeme größer, hier finden sich Fernwärme (saniertes Gebäude), Öl-Brennwert (Neubau) und Stückholz (unsaniertes Gebäude).
Ölbrennwertkessel befinden sich bei allen Gebäudevarianten im Mittelfeld, sie weisen jedoch auch die höchsten CO2-Emissionen auf. In Sachen Klimaschutz punkten Biomassesysteme, die mit Scheitholz oder Pellets betrieben werden. Denn die CO2--Emissionen eines Öl-Brennwertsystems sind um bis zu 33-fach höher als beispielsweise beim Scheitholz.

Hinweise und Tipps

Am höchsten sind die reinen Energiekosten im Falle eines Fernwärmeanschlusses.

Beim reinen Energiekostenvergleich, also ohne Investitionen in System, Wartung und Instandhaltung, schneiden im Bericht der Energieagentur die Wärmepumpen auf Basis Sole/Wasser mit Erdsonde am besten ab. Zu beachten ist hier: Diese Systeme gehen jedoch mit relativ hohen Investitions- und Wartungskosten einher.

Veronika Kober
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