Junge Frau in Matratzengeschäft sitzt auf einer Matratze und streicht mit Händen über das Produkt.

Junge Frau in Matratzengeschäft sitzt auf einer Matratze und streicht mit Händen über das Produkt. © Ihor / Adobe Stock

Matratzenkauf: So finden Sie das perfekte Modell

Eine gute Matratze ist die so wichtig für erholsamen Schlaf und körperliches Wohlgefühl. Aber wie soll man bei der riesigen Auswahl an Matratzenarten, Härtegraden und Preisklassen bloß das richtige Modell finden? Wir haben die wichtigsten Kauftipps für Sie.

Wir verbringen etwa ein Drittel unseres Lebens im Bett. Wenn bei Ihnen frühmorgendliche Schmerzen im Rücken, an der Hüfte oder den Schultern zum leidigen Alltag gehören, liegt das mit großer Wahrscheinlichkeit an Ihrer Matratze. Nicht umsonst gibt es Experten, die darin ausgebildet sind, die individuell richtige Schlafunterlage für jeden Anspruch zu finden. Halten Sie sich an die folgenden Punkte, wenn Sie vor dem nächsten Matratzenkauf stehen.

Wie groß soll die Matratze sein?

Die Matratzengröße hängt natürlich in erster Linie vom Bett ab. Schlafen Sie in einem Einzelbett, Queensize oder Kingsize? Die Matratze sollte immer mindestens 20 cm länger als Ihr Körper sein. Zwar empfiehlt man für Kinder oder Alleinschläfer Breiten von mindestens 90 oder 100 Zentimetern, wir raten aber zu einer Mindestbreite von 140 Zentimetern. Gerne auch schon für die Kleinen, immerhin bewegen diese sich viel im Schlaf und außerdem wachsen sie schnell, umso besser, wenn das Bett dann von Anfang an groß genug ist.

Hinweise und Tipps

Tipp:

Nehmen Sie sich Zeit zum ausgiebigen Probeliegen im Fachgeschäft. Testen Sie verschiedene Liegepositionen und achten Sie auf die richtige Körperhaltung.

Wie hart soll die Matratze sein?

Sind Sie Rückenschläfer, Seitenschläfer oder Bauchschläfer? Jede Schlafposition erfordert eine andere Matratzenhärte. Seiten- und Bauchschläfer brauchen weichere Matratzen, während Rückenschläfer eine festere Unterlage benötigen. Der ideale Härtegrad hängt aber nicht nur von der bevorzugten Schlafposition, sondern auch von Körpergröße und Gewicht ab. So empfehlen Experten bei einem Gewicht bis 60 kg den Härtegrad weich (H1), bis 80 kg mittel (H2), bis 100 kg fest (H3) und für Menschen mit über 100 kg sehr feste (H4) Matratzen. Wichtig: Die Wirbelsäule sollte beim Liegen eine natürlich gerade Position einnehmen.

Welche Matratzenart soll es sein?

Federkern, Taschenfederkern, Schaumstoff, Latex, Wolle, Kokos… die Auswahl an Materialien und Zusammensetzungen von Matratzen ist immens. Wichtig für die Entscheidung sind neben der individuellen Vorliebe für bestimmte Materialien vor allem die Eigenschaften, die die verschiedenen Matratzentypen haben. Federkernmatratzen bieten eine gute Belüftung, Kaltschaummatratzen punkten mit Langlebigkeit. Latexmatratzen sind besonders elastisch, Viscoschaum passt sich optimal an den Körper an. Alle Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Matratzenartenfinden Sie hier kompakt zusammengefasst.

Welche Qualitätssiegel sollte die Matratze haben?

Egal, welches Budget Ihnen zur Verfügung steht, achten Sie unbedingt auf hochwertige, schadstoffgeprüfte Materialien und Gütesiegel wie das Gütezeichen Austria, Biolabels, eine kbA oder kbT Zertifizierung oder den ÖkoTex Standard. Im Idealfall ist der Matratzenbezug abnehmbar und waschbar. Ansonsten sollte die Matratze regelmäßig gereinigt werden. Nicht nur für Allergiker ist das besonders wichtig. Gute Matratzen haben auch praktische Features wie Griffe oder Schlaufen an den Seiten zum Anheben. Unterschätzen Sie nicht das Gewicht gerade von Ökomatratzen mit Kokosfaserkern oder Schafschurwolle, diese Modelle sind wirklich sehr schwer zu bewegen.

Braucht es einen Matratzenschoner?

Ja! Sie schonen, wie der Name schon sagt, die Matratze, und halten sie einfach länger wie neu. Hochwertige Matratzenauflagen fangen Schweiß, Hautpartikel und ähnliches ab, bevor sie in die Matratze eintreten. Außerdem lassen sich die dünnen Schoner unkomplizierter in die Waschmaschine stecken, als so mancher Matratzenbezug. Die Schoner gibt es aus Baumwolle, Schafwolle, Frottee, mit oder ohne Durchlaufschutz. Achten Sie beim Kauf auf die Natürlichkeit der Materialien und atmungsaktive Beläge!

Wie teuer darf die Matratze sein?

Qualitätsmatratzen gibt es ab etwa 300 Euro. Aber: Investieren Sie lieber etwas mehr in eine hochwertige Matratze – Sie werden es nicht bereuen. Seriöse Händler gewähren mindestens zwei Jahre Garantie und ein Rückgaberecht von 14 Tagen. Fragen Sie beim Kauf nach den Rückgabe- und Umtauschmöglichkeiten.

Darf ich die Matratze Probeschlafen?

Fachgeschäfte und die meisten Onlineanbieter bieten ihren Kunden die Möglichkeit, die Wunschmatratze ein paar Wochen, geläufig sind sechs Wochen oder 100 Tage, lang zu Hause zu testen. Passt die Matratze nicht, kann sie einfach zurückgegeben werden. Nutzen Sie dieses Angebot unbedingt.

Was muss bei der Lieferung beachtet werden?

Bei der Lieferung sollten Sie auch unbedingt darauf achten, dass das richtige Modell gekommen ist und alle Nähte in Ordnung sind. Mängel wie Mulden oder gerissene Nähte können aber im Normalfall innerhalb von zwei Jahren beanstandet werden. Bitte hier im Zweifelsfall die AGB des Verkäufers studieren. Ganz frische Matratzen, so es nicht ökologische Modelle aus Naturstoffen sind, können anfangs sehr unangenehm riechen. Diese Gerüche verflüchtigen sich aber nach ein paar Tagen. Bleibt die Geruchsbelästigung, sollte die Matratze jedoch fristgerecht – zumeist innerhalb von vier Wochen – reklamiert werden.

Und der Lattenrost?

Bei einer wirklich guten Matratze kann auf eine federnde Unterlage verzichtet werden. Da reicht meist ein gewöhnlicher Roll-Lattenrost aus. Die Abstände zwischen den Latten sollten nicht zu groß sein, sonst drückt die Matratze durch. Sinnvoll ist ein Abstand um die fünf Zentimeter. Lattenroste halten jahrzehntelang ihre Form und müssen nicht laufend gewechselt werden. Verstellbare Komfort-Lattenroste funktionieren am besten mit flexiblen Matratzen aus Schaumstoff oder Latex.

Warum Sie sich beim Matratzenkauf viel Zeit lassen sollten

Nehmen Sie sich für Ihre Entscheidung ruhig ein paar Wochen Zeit, checken Sie das aktuelle Preis- und Produktangebot, warten Sie eventuell Abverkäufe ab - hier lässt sich oft richtig viel Geld sparen! Ganz wichtig bei der Entscheidungsfindung ist das Probeliegen. Viele wissen gar nicht, welche Härte oder Elastizität ihnen guttut. Das muss erst herausgefunden werden.

Veronika Kober
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