Fliesen austauschen: So gehts
Fliese zerbrochen? Kein Problem! Mit dem richtigen Werkzeug und etwas Geschick können sie die kaputte Fliese selbst austauschen. Wie das geht und wann Sie einen Profi dazuziehen sollten, erfahren Sie hier.
Es kann schnell passieren: Ein schwerer Gegenstand rutscht in Bad oder Küche aus den Händen und krach – schon ist die Fliese kaputt. Aber muss dafür sofort der Handwerker kommen? Keine Sorge: Mit dem richtigen Werkzeug und einer sorgfältigen Herangehensweise können auch Heimwerker diese Aufgabe erfolgreich meistern. Wir zeigen Ihnen, wie.
Was braucht man zum Fliesen reparieren?
Wenn Sie Ihre kaputte Fliese selbst reparieren möchten, dann benötigen Sie zunächst die notwendige Ausstattung. Dazu gehört:
- Neue Fliese(n)
- Fugenkreuze
- Fugenmörtel
- Fliesenkleber
- Fliesenkreuze (falls notwendig)
- Hammer und Meißel oder Fliesenschneider
- Spachtel und Zahnspachtel
- Schwamm, Wasser und Eimer
- Sicherheitsbrille und Handschuhe
Hinweise und Tipps
Tipp: Neues Leben für alte Fliesen
Sie haben alte Fliesen im Bad oder in der Küche und haben sich sattgesehen? Es muss nicht immer gleich der Austausch sein! Mit diesen Tipps können Sie Ihren alten Fliesen neues Leben einhauchen!
Schritt 1: Vorbereitung
Bevor Sie beginnen, tragen Sie immer eine Sicherheitsbrille und Handschuhe, um sich zu schützen. Entfernen Sie sämtliche Gegenstände aus dem Arbeitsbereich, um Beschädigungen und Verletzungen zu vermeiden. Auch die unbeschädigten Fliesen können abgedeckt werden (zum Beispiel mit Pappe), um diese nicht aus Versehen mit den schweren Werkzeugen zu beschädigen.
Schritt 2: Alte Fliese entfernen
Nun muss die kaputte Fliese entfernt werden. Beachten Sie dabei folgende Schritte:
· Ringförmig um die kaputte Fliese herum mit einem Hammer und einem schmalen Meißel die Fugen vorsichtig aufmeißeln. Alternativ können Sie hierfür auch eine Fugenfräse verwenden.
- Sobald die Fuge entfernt ist, vorsichtig mit dem Meißel unter die Fliese schlagen, um sie zu lösen. Beginnen Sie an einer Stelle, wo die Fliese bereits beschädigt ist, um das Risiko weiterer Schäden zu minimieren.
- Entfernen Sie die Fliesenreste und reinigen Sie die freigelegte Stelle gründlich, sodass kein Staub und Schmutz zurückbleibt. Der Untergrund muss eben, sauber und trocken sein.
Schritt 3: Neue Fliese einsetzen
Wenn die kaputte Fliese restlos entfernt wurde, können Sie mit dem Einsetzen der neuen Fliese beginnen. Gehen Sie dabei folgendermaßen vor:
- Tragen Sie Fliesenkleber mit einem Zahnspachtel auf den Boden der freien Stelle auf. Ebenso können Sie den Kleber auf die Rückseite der neuen Fliese auftragen.
- Setzen Sie die neue Fliese vorsichtig in die Lücke ein. Achten Sie darauf, sie richtig auszurichten, und verwenden Sie Fugenkreuze, um den gleichen Abstand zu den Nachbarfliesen sicherzustellen.
- Drücken Sie die Fliese leicht an und entfernen Sie überschüssigen Kleber. Lassen Sie den Kleber gemäß den Anweisungen auf der Packung aushärten – in der Regel sind dies 24 Stunden.
Schritt 4: Verfugen
Um die neue Fliese widerstandsfähig gegen Risse, Wasser und Temperaturunterschiede zu machen, muss sie nach dem Legen verfugt werden. So geht’s:
- Nachdem der Kleber getrocknet ist, können Sie die Fuge rund um die neue Fliese auffüllen. Mischen Sie den Fugenmörtel nach Anleitung und tragen Sie ihn mit einem Spachtel auf.
- Ziehen Sie den Mörtel mit dem Spachtel diagonal über die Fliesen, um sicherzustellen, dass die Fugen vollständig gefüllt sind.
- Entfernen Sie überschüssigen Mörtel mit einem feuchten Schwamm. Achten Sie darauf, nicht zu stark über die neuen Fugen zu wischen, um diese nicht wieder herauszuziehen.
- Lassen Sie den Mörtel trocknen, und polieren Sie anschließend die Fliesen mit einem sauberen, trockenen Tuch.
Hinweise und Tipps
Tipp: Fliesen richtig reinigen
Damit Fliesen lange schön und beständig bleiben, müssen sie richtig reinigt werden. Hier zeigen wir Ihnen, wie das geht!
Fliesen reparieren: Wann sollte man einen Profi holen?
Mit etwas Geschick und dem richtigen Werkzeug können kaputte Fliesen mit ein bisschen DIY-Erfahrung selbst repariert werden. Doch wann sollte man lieber einen Profi hinzuziehen? Zunächst ist es wichtig, dass Sie Ihre eigenen handwerklichen Fähigkeiten gut einschätzen. Wenn Sie schon das eine oder andere Heimwerkerprojekt erfolgreich abgeschlossen haben, und vielleicht sogar das passende Werkzeug zu Hause haben, spricht nichts dagegen, sich selbst am Fliesenaustausch zu versuchen. Sollten Sie jedoch noch sämtliche Materialien benötigen, kann die Arbeit eines Profis oft sogar die kostengünstigere Alternative sein. Da Fliesen oft in Bereichen wie Küche oder Badezimmereingesetzt werden, die nass werden, ist es unbedingt notwendig, dass sie auch korrekt verlegt werden. Sollte Unsicherheit über die Techniken bestehen, überlassen Sie den Austausch lieber dem Handwerker. Auch wenn mehrere Fliesen gleichzeitig beschädigt sind oder sich der Schaden über mehrere Fliesen erstreckt, ist die DIY-Methode in der Regel nicht zu empfehlen. Dasselbe gilt für Fälle, in denen der Untergrund beschädigt ist und ausgebessert werden muss.
Was kostet ein Fliesenaustausch durch einen Profi?
Die Kosten für den Austausch einer kaputten Fliese durch einen Profi können stark variieren. Einfache Arbeiten beginnen bei ca. 50 Euro, können jedoch abhängig von der Fliesenart, der Größe des Projekts und etwaigen Zusatzarbeiten wesentlich höher liegen. Es empfiehlt sich, im Voraus mehrere Angebote von Handwerkern einzuholen und zu vergleichen. Im Durchschnitt können Sie mit Kosten zwischen 50 und 150 Euro pro Fliese rechnen, abhängig von den oben genannten Faktoren.
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