Wandarten © Juergen Faelchle/shutterstock.com

Welche Wandarten gibt es?

Möchten Sie eine Wand durchbrechen oder renovieren Sie ein Haus, stellt sich die Frage nach der Wandart: Tragend oder nichttragend? Welches Material? Und wie dick? Woran man das alles erkennt und welche Unterschiede es zwischen den Wandarten gibt – hier der Überblick.

Wände lassen sich zunächst einmal nach ihrer Funktion und Lage unterscheiden. Es gibt tragende, nichttragende und aussteifende Wände. Diese können innen oder außen liegen. Tragende Wände werden auf das Fundament gesetzt und nehmen zusätzlich zur Eigenlast auch weitere Lasten auf, die sie in den Baugrund ableiten. Aussteifende Wände sind scheibenartige Bauteile, mit der Funktion, tragende Wände auszusteifen und somit das ganze Gebäude zu stabilisieren. Wenn sie mehr als ihr Eigengewicht tragen oder Horizontallasten aufnehmen müssen, sind auch aussteifende Wände tragend.

Wie erkennt man eine tragende Wand?

Will man herausfinden, ob eine Wand in der Wohnung tragend ist oder nicht, nimmt man Material und Dicke genauer unter die Lupe: Klingt sie beim Draufklopfen hohl, handelt es sich wahrscheinlich um eine nichttragende Wand. Dies ist z. B. bei Zwischenwänden aus aus Rigips innerhalb der Wohnung der Fall. Ein weiteres Anzeichen ist die Wanddicke: Ab 17,5 Zentimeter handelt es sich im Regelfall um eine tragende Wand. Im Neubau reichen für eine tragende Wand bereits 11,5 Zentimeter. Außenwände haben mindestens eine Dicke von 24 Zentimeter und sind immer tragend. Pfeiler, Vorsprünge, Brandwände und Schubwände haben ebenfalls tragende Funktion. Und auch wenn Sie horizontale oder vertikale Balken und Eisenträger erkennen, wissen Sie, dass es sich um eine tragende Wand handeln muss.

Nicht ganz so klar ist die Sache in älteren Gebäuden. Wollen Sie im Altbau eine Wand entfernen, sollten Sie auf Nummer sicher gehen und einen Statikerzu Rate ziehen. Dieser überprüft vor dem Durchbruch auch, ob Versorgungsleitungen in der Wand verlegt worden sind.

So erkennen Sie Stützwände in mehrstöckigen Häusern

In einem einstöckigen Haus lassen sich die tragenden Wände recht einfach ausmachen. In einem Mehrgeschosser haben die oberen Stockwerke meistens dünnere Wände als die unteren, was aber nicht ausschließt, dass es sich dabei um Stützmauern handelt. Ob eine Wand im Obergeschoss tragend ist oder nicht, erkennen Sie, indem Sie die Stockwerke darunter abklappern: Befindet sich dort an derselben Stelle keine Wand, handelt es sich im oberen Stock um eine nichttragende Wand. Denn Stützwände liegen in mehrstöckigen Häusern übereinander und leiten so die Lasten nach unten ab.

 

Aus welchem Material ist meine Wand?

Zieht man in eine neue Wohnung, steht man beim Heimwerken recht schnell vor der Frage, welchen Wandtyp man vor sich hat. Herausfinden lässt sich das über die Farbe des Bohrstaubs: Ist der Baustaub weiß bis grau und sehr fein, handelt sich um eine Betonwand, rieselt roter Bohrstaub, dann haben Sie Ziegelwände, weißer sandiger Bohrstaub deutet auf Kalkstandstein hin, bleibt weißer feiner Bohrstaub am Bohrer kleben, ist das ein Anzeichen für eine Gipskartonwand.

Wie sind Außen- und Innenwände aufgebaut?

Alle Wände können grundsätzlich massiv oder in Leichtbauweise errichtet sein. Je nachdem sind die Wände auch unterschiedlich aufgebaut. Eine massive Außenwand aus Ziegel kann zum Beispiel aus den Ziegeln plus Außen- und Innenputz bestehen (= einschaliges Mauerwerk) oder aus einer Tragschale plus einer Vormauerschale, deren Zwischenraum mit einer Wärmedämmung ausgefüllt sein kann. Hier mehr zu Ziegel-Außenwänden.

Welche Wandarten gibt es noch?

Neben ihrer statischen Funktion haben Wände auch bauphysikalische Aufgaben. Dazu zählen Wandtypen, die etwa vor Brand, Schall, Feuchtigkeit und Wärmeverlust schützen. Je nachdem, welche Aufgabe die Wand vorrangig übernehmen soll, kommen verschiedene Mauersteine zum Einsatz, zum Beispiel schwerer Kalksandstein für einen guten Brand- und Schallschutz oder Porenbeton für eine gute Dämmung.

Wandarten nach der Lage im Gebäude:

  • Innenwände
  • Außenwände
  • Trennwände
  • Treppenraumwände
  • Geschosswände
  • Kellerwände

Wandarten nach ihrer Beanspruchung:

  • tragende Wände
  • nichttragende Wände
  • aussteifende Wände

AutorIn:
Datum: 12.02.2024
Kompetenz: Bauunternehmen

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