Fertighaus: Aktuelle Trends und Tendenzen am Markt
Offene Räume, ein klares, geradliniges Design und natürliche Materialien wie Vollholz oder Stein. Dazu clevere Grundrisse für kleine Grundstücke und großzügige Badezimmer. So schaut das moderne Fertighaus aus.
Hinweise und Tipps
Erker, Nischen und verspielte Vorsprünge mit kleinen Vordächern sind weiterhin passè, die heutigen Fertighäuser haben loftartigen Charakter auf weniger Grundfläche, mit hohen, weiten Räumen, großen Fensterflächen und viel flexiblem Platz.
Unkonventionelle Planung mit viel Offenheit in der Raumaufteilung, einem sehr klaren, geradlinigen Design und möglichst ausschließlich auf Basis natürlicher Materialien wie Vollholz oder Stein - so lassen sich die Vorlieben des modernen, künftigen (Fertig)Hausbesitzers zusammenfassen. Gerade das Holz erfreut sich ungebrochener Beliebtheit – und das nicht nur in der Wand, sondern zunehmend auch als Fassadenmaterial und im Innenbereich, wo speziell die Holzmassivbauweise Möglichkeiten bietet, das Wandmaterial entweder natur oder lasiert vollflächig sichtbar zu lassen.
Welche Formen sind zurzeit in?
Nach wie vor stark im Trend sind Flach- und Pultdachlösungen. Noch wichtiger sind aber offene, kommunikationsfördernde Räume, hohe Fensterfronten, also viel Licht im Innenbereich, großräumige Badezimmer mit Wohlfühlfaktor und effektive Homeoffice-Lösungen. Stark nachgefragt sind auch kleinere Fertighäuser, was wohl den krisenbehafteten letzten Jahren und dem damit verbundenen Sparzwang zuzuschreiben ist. Effiziente Lösungen für kleinere Grundstücke spielen in der Fertighausplanung eine entsprechend große Rolle. Als Fundament dient eine kostengünstige Bodenplatte, die nur noch minimalen Platz erfordernde Haustechnik findet im Erdgeschoß Platz. Flexible und multifunktionale Raumlösungen sowie optimierte Grundrisse helfen ebenfalls, den einen oder anderen Quadratmeter einzusparen. Ungebrochen ist der Trend zum Doppelhaus, das gleich mehrfaches Sparpotenzial aufweist: Von den geteilten Grundstücks- und Erschließungskosten bis hin zum gemeinsam genutzten Rasenmäher.
Welche Ausbaustufe ist die beliebteste?
Der größte Teil der Baufamilien entscheidet sich aktuell für die Variante "Ausbaustufe schlüsselfertig". Rund 55 Prozent der Häuser werden in dieser Variante errichtet. Etwas weniger als 40 Prozent entscheiden sich für die belagsfertige Ausführung, bei der sich die Hausbesitzer nur noch um einige Arbeiten im Innenausbau kümmern müssen. Nach wie vor eine untergeordnete Rolle spielt das Ausbauhaus, bei dem die Baufamilien den größten Teil des Innenausbaus in Eigenregie übernehmen. Allerdings steigt der Anteil des Ausbauhauses aufgrund der schwierigen letzten Jahre wieder leicht.
Höchste Energiestandards als Selbstverständlichkeit
Konstant in eine Richtung geht die Entwicklung bei den Energiestandards. Praktisch jedes neue Fertighaus ist ein Niedrigenergiehaus. Und immer mehr Baufamilien entscheiden sich auch für Wärmepumpe und Photovoltaik, die mittlerweile beinahe Standard sind. Im Aufwind befinden sich Kühlsysteme, die bereits in mehr rund 5 Prozent der Häuser eingebaut werden. Keine Rolle spielen seit einigen Jahren Passivhäuser. Ing. Josef Gruber, Präsident des Fertighausverbandes, kennt die Gründe: "Der zusätzliche Aufwand für ein Passivhaus ist so groß, dass er in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Benefit im Vergleich im Niedrigenergiehaus steht."
Eine klare Nachfrage ist auch bei den Anforderungen an mehr Komfort etwa durch automatisierte Lichtsteuerung, programmierbare Erinnerungen, etc., eine Erhöhung der Sicherheit sowie die perfekte, effiziente Steuerung der Energiesysteme je nach Anforderung auszumachen.
Intelligent geplant, individuell umgesetzt
Nicht Sie passen sich an Ihre vier Wände an, sondern umgekehrt. Und das in jedem Lebensabschnitt und für jedes auch kurzfristige Bedürfnis. Sie möchten mit Holz leben? Dann entscheiden Sie selbst, ob es die Holzheizung im Keller, Holzparkettböden in den Wohnräumen oder gleich das Holz-Fertighaus sein soll. Sie möchten möglichst wenig Energie verbrauchen? Von der offenen Architektur mit Südausrichtung und hohen solaren Erträgen, über die ressourcenschonende Wärmepumpe im Garten bis zu den in die Fassade integrierten Photovoltaikpanelen - Sie entscheiden. Das Kleinkind soll sich in Küche, Zimmer und Bad genauso gut zurechtfinden und wohlfühlen wie die Oma? Dank modernem und zukunftsweisendem Interieur-Design kein Problem.
Typenhaus adé
Dann wird eben individuell geplant. Das Haus von der Stange ist ohnedies schon länger Schnee von gestern. Vorgefertigt ja, Standardhaus nein. Vorgeplante Grundrisse, wie sie etwa in den Musterhäusern der Fertighauszentren präsentiert werden, dienen lediglich der Orientierung und Ideenfindung. Ob ein Anbau für ein zusätzliches Zimmer oder ein separates Büro, eine große Dachterrasse, ein überdachter Balkon – es gibt viel Spielraum für individuelle Anpassungen. Vario Haus etwa bietet mit Family Flex mehrere Themen-Module, die im Erd- und Obergeschoss beliebig platziert werden können. Das Grundhaus mit 113 Quadratmetern kann so etwa um einen Erker erweitert und das Haus vergrößert werden,
Der moderne Fertighaus-Kunde weiß, was er will
Anders als noch vor ein paar Jahren, als die Kundinnen und Kunden in den Musterhausparks von Haus zu Haus gingen und sich ein Bild vor Ort machten, weiß der moderne Käufer heute schon vor dem ersten Beratungstermin genau, was er will. Internet sei Dank. Die Onlinerecherche vor einem Hauskauf wird immer wichtiger für die KundInnen. Ganz groß sind auch die Schlagworte "360° Rundgang" und "Virtual Reality". Gekauft wird - bei aller Digitalisierung - aber immer noch direkt beim Anbieter im Musterhaus. Das haptische Erlebnis vor dem Vertragsabschluss ist laut Experten nach wie vor unumgänglich. Aber die ersten Eindrücke werden mittlerweile ausschließlich im Netz gesammelt. Online-Hausshopping wird es also trotz aller Netzaffinität kaum geben. Dafür ist die Anschaffung auch zu weitreichend und kostenintensiv.
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