Sicher Wohnen im Alter

SeniorInnen verunfallen oft im eigenen Heim. Was sind die häufigsten Unfallursachen, und wie können Sie Ihr Zuhause altersgerecht und sicher gestalten? Wir haben die Antworten.

Für SeniorInnen wird die eigene Wohnung oder das eigene Haus oft zur großen Gefahr: Pro Jahr verunfallen in Österreich mehr als 148.000 Menschen über 65 Jahren. Bei rund 85 Prozent der Unfälle zu Hause handelt es sich um Stürze – das ist das mit Abstand höchste Gesundheitsrisiko für SeniorInnen, so die Ergebnisse einer Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV).

Typische Haushaltsunfälle vermeiden

Durch rechtzeitig ergriffene Maßnahmen wäre es möglich, eine Vielzahl der Unfälle zu vermeiden. Denn tatsächlich sind Unfälle in den eigenen vier Wänden keine Zufälle. Die Ursachen sind meist recht banal und erscheinen nicht gefährlich: Häufige Stolperfallen und Mängel sind im Weg stehende Möbel, fehlende Griffe oder Handläufe, mangelnde Beleuchtung, lose Kabel oder nach oben stehende Teppichkanten oder -ecken.

Neben baulichen Maßnahmen ist auch die körperliche Fitness äußerst wichtig. Ausreichend Bewegung und regelmäßiger Sport sowie Gleichgewichtsübungen können das Leben verlängern und Unfälle verhindern. "Wichtig ist, sich mit der Problematik des Älterwerdens auseinanderzusetzen, um sich sein eigenes Leben in den eigenen vier Wänden und seine Mobilität so lange wie möglich erhalten zu können", so Luciano Cirinà, Präsident des Verbandes der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO). Und so sieht das altersgerechte Wohnumfeld aus:

Gesamter Wohnbereich

  • Helle, blendfreie Beleuchtung
  • Lampen mit Bewegungsmelder
  • Keine Stolperfallen, z. B. kein Kabelsalat, Teppiche und Bodenbeläge ohne Falten, Gleitschutzmatten
  • Rutschfeste Teppiche und Bodenbeläge
  • Liftkarniesen für Vorhänge
  • Treppen mit beidseitigem Handlauf
  • Steig‐, Steh‐ und Aufstehhilfen
  • Sitz‐ und Liegemöbelerhöhung
  • Bequem breite Gehwege

Haus-Notruf

  • Sozialer Notrufdienst
  • Alarmsystem für Notfälle in der Wohnung

Hilfen im Vorzimmer

  • Gegensprechanlage und Türöffner
  • Garderobe mit Schirmständer
  • Schlüsselbrett
  • Sitzplatz
  • Schuhaufbewahrungssystem
  • Aufbewahrungs‐ und Ablagesystem für Taschen

Sicheres Wohnzimmer

  • Stabile Sitzmöbel in optimaler Sitzhöhe
  • Leselichter
  • Raumbeleuchtung
  • Lichtschalter bei jeder Türe

Sicheres Schlafzimmer

  • Bett in optimaler Sitzhöhe (erhöht)
  • Nachttisch mit ausreichend großer Stellfläche
  • Leselicht/Nachtbeleuchtung

Sichere Küche

  • Unterschränke mit Laden
  • Oberschränke nicht zu hoch montiert
  • Kühlschrank und Backofen in bequemer Höhe
  • Gute Beleuchtung bei Spüle, Herd und Arbeitsplatte
  • Stufenhocker

Sicheres Bad und WC

  • Sicherheitsgriffe bei Badewanne, Dusche und beim WC
  • Geräumige Dusche mit niedrigem Einstieg und Klappsitz
  • Badewanneneinstiegshilfe, wenn nötig
  • WC‐Sitz mit Sitzerhöhungen
  • Badewannen‐ und Duschmatten
  • Rutschfeste Badewannen‐, Dusch‐ und WC‐Vorleger

Gehhilfen für die Wohnung und fürs Freie

  • Rutschfeste Socken oder feste Hausschuhe
  • Geh‐, Spazierstock, 4‐Fuß‐Gehhilfe, wenn nötig
  • Helle Überbekleidung aus reflektierendem Material

Nützliche Accessoires

  • Schuh‐, Strumpfanzieher
  • Knopfschließer
  • Großtastentelefon, Läutverstärker mit Blitzlicht
  • Ergonomische Kämme, Bürsten und Waschhilfen

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AutorIn:

Datum: 16.08.2016
Kompetenz: Innenarchitektur und Raumausstattung

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