Smart Home ist auch im Alter interessant
Auch, nein gerade für ältere Menschen bietet das Smart Home viele Möglichkeiten. Etwa durch einen Notfallknopf, über den rasch Kontakt zum Arzt aufgenommen wird oder durch verschiedene Funktionen, die das Zuhause sicherer für Senioren machen.
Die Zielgruppe von Smart Home-Systemen ist längst nicht nur die technikaffine Häuslbauerin Anfang 30, die sich für intelligente Türschlösser und Geschirrspüler mit KI-Programm begeistern kann. In der intelligenten Haustechnik steckt abseits von technologischem Schnickschnack viel Potential, ein auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittenes Zuhauses zu schaffen. Zum Beispiel ein altersgerechtes Daheim für Senioren, in dem diese sich sicher und selbstbestimmt bewegen können.
Die Gesellschaft altert
Seit der Jahrtausendwende ist in Österreich die Zahl der über 65-Jährigen um 31 Prozent gestiegen. Laut Statistik Austria sind 2024 1,82 Millionen Personen in Österreich 65 Jahre und älter, bis 2030 wird diese Zahl auf über zwei Millionen anwachsen. Laut Prognosen leben im Jahr 2080 in der Alpenrepublik 2,97
Millionen Personen der Generation 65+, also 63 Prozent mehr als heute. Und diese Schicht ist konsumfreudig, kaufkräftig und technisch interessiert. Den sogenannten "Silver Surfern" wird dank der Entwicklungen in Sachen Smart Home und intelligentes Wohnen auch bei verminderter Selbstständigkeit ermöglicht, länger in den eigenen vier Wänden zu bleiben.
Smart Home als Sicherheitsfaktor für Ältere
Das smarte Zuhause sorgt auch für mehr Sicherheit in den eigenen vier Wänden. So wird es etwa mit einem Bewegungsmelder ausgestattet, der das Deckenlicht im tageslichtarmen Vorzimmer automatisch aufdreht und so auf schlechte Lichtbedingungen zurückzuführende Stürze verhindert. Ebenfalls praktisch – nicht nur für Senioren – ist ein Schalter im Flur, über den man beim Verlassen des Hauses die gesamte Beleuchtung oder auch einzelne Steckdosen ausschalten kann. Der Taster wird wie ein herkömmlicher Lichtschalter bedient und ist dank kontrastreicher, gut lesbarer Symbole selbst bei eingeschränktem Sehvermögen problemlos zu händeln. Oder man setzt ganz Smart Home-typisch auf die Steuerung via Handy-App oder Sprachassistenz.
Wer also ein altersgerechtes Wohnumfeld für sich selbst oder Angehörige gestalten möchte oder schon in jungen Jahren günstige Voraussetzungen dafür schaffen will, gemeinsam im Traumhaus alt werden zu können, der denkt bereits bei der Planung des Neubaus an die Hausautomation. Denn für kabelgebundene Systeme müssen Leitungen verlegt werden, was eine vorausschauende Haustechnikplanung erfordert. Die Verbindung per Kabel ist zwar kostspieliger, aber naturgemäß sicherer und weniger störanfällig als Funksysteme via WLAN, Bluetooth oder ZigBee. Viele Smart Home-Anbieter haben Starterpakte mit mehreren vernetzten Komponenten im Angebot, etwa "Sicherheitspakete" oder "Beleuchtungspakete". Diese Erstausstattung bietet einen guten Einstieg und kann in der Regel später erweitert werden.
Assisted Living - was ist das?
Unter dem Begriff Assisted Living (bzw. Betreutes Wohnen) versteht man ursprünglich eine Wohnsituation, in welcher ältere Menschen in einer heimähnlichen Situation zwar über einen autonomen Wohnraum verfügen, dort aber auf die Annehmlichkeiten eines Altersheimes zurückgreifen können, wie ärztliche Betreuung, Pflege, soziale Kontakte etc.
In diesem Kontext meint Assisted Living aber das technisch unterstützte Leben. Sprich: Ältere Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, ohne Unterstützung in den eigenen vier Wänden zu leben, profitieren von den Technologien und können dadurch zumindest eine Zeit lang auf häusliche Betreuung verzichten. Neben den klassischen Funktionen des Smart Home, die dem Bewohner Arbeit abnehmen und den Alltag einfacher, komfortabler und sicherer machen, geht es dabei vor allem um Notfruf- bzw. Notfallfunktionen oder Erinnerungsfunktionen (siehe Box links).
Hinweise und Tipps
Notrufknopf
- Überwachung von Lebenszeichen
- Arztkontakt
- Alarmanlage, Rauchmelder
- Übersicht über sicherheitsbedenkliche Elektrogeräte
Wichtig:
- Einfache Benutzerführung
- Konzentration auf wenige Grundfunktionen (ein/aus)
- Rückmeldung des Systems über ausgeführte Handlungen
(Quelle: Fraunhofer Institut)
Technik kann soziale Kontakte fördern
Neben den Hilfsfunktionen wie der Überprüfung von "Lebenszeichen" oder der Erinnerung an Medikamente, die einzunehmen sind, fördern Features wie Videotelefonie die sozialen Kontakte von Menschen, die das Haus nicht mehr verlassen können. So haben Untersuchungen gezeigt, dass beispielsweise ältere Menschen mit Demenzproblemen durch ein Videogespräch besser angeregt werden, als durch ein gewöhnliches Telefonat.
Noch einen Schritt weiter, und zurzeit wohl mehr Vision als Realität sind die sogenannten Haushaltsroboter, die die tägliche Hausarbeit erleichtern bzw. ganz erledigen sollen. Neben dem Staubsauger, Rasenmäher und Co. werden vielleicht bald kleine Roboter durch unsere vier Wände wandeln und als vollwertige Familienmitglieder ihren Beitrag zum Haushalt leisten.
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