Wann ein Aludach die richtige Wahl ist
Entrosten, streichen, flicken oder austauschen? Können Sie beim Aludach getrost vergessen! Warum, das erklären wir Ihnen hier. Außerdem gehen wir der Frage nach, ob Aluminium ein umweltfreundliches Material für das Dach ist.
Es muss nicht immer der Tonziegel sein. Gerade dann, wenn Sie ein älteres Gebäude sanieren, könnten Sie mit einem Dach aus Aluminium gut beraten sein. Voraussetzung ist eine Dachneigung ab 10 Grad. Wir haben alle Vorteile für Sie zusammengefasst und sagen Ihnen, wann Alu die ideale Lösung für Ihr Gebäude ist und wann Sie besser zu einem anderen Material greifen.
Alle Vorteile im Überblick
Langlebigkeit: Aluminium ist bekannt für seine Haltbarkeit und Korrosionsbeständigkeit, wodurch Aludächer eine Lebensdauer von 40 Jahren und mehr erreichen können. Starke Sonneneinstrahlung, große Hagelkörner oder Orkanböen setzen dem Aludach weniger zu als anderen Dachmaterialien. Mit der Zeit bildet sich eine natürliche Schutzschicht, weshalb Alu nicht rostet und so gut wie wartungsfrei ist. Auch kaputte Ziegel, unschönes Moos oder Algen auf dem Dach muss man nicht befürchten.
Gewicht: Im Vergleich zum Ziegel ist der Gewichtsvorteil von Alu deutlich: Es bringt mit 2,3 bis 2,75 Kilogramm/Quadratmeter nur ein Zehntel an Masse auf die Waage. Bei einem Einfamilienhaus mit etwa 200 Quadratmeter Dachfläche ist das ein tonnenschwerer Unterschied. Als Leichtgewicht eignet sich Alu deshalb bei Dachsanierungen besonders gut. Es hat den Vorteil, dass der Dachstuhl nicht zusätzlich verstärkt oder kostspielig erneuert werden muss.
Gestaltungsfreiheit: Dank Pulverbeschichtung können Aludächer in vielen Farben ausgeführt werden. Am Markt sind gut ein Dutzend Standardfarben erhältlich, große Hersteller bieten jedoch jede erdenkliche Wunschfarbe. Auch in puncto Form sind Alu kaum Grenzen gesetzt. Es kann problemlos an Gauben, Erker oder Rundungen angepasst werden.
Hinweise und Tipps
Tipp:
Wasserdampf kann beim Aludach zum Problem werden. Um Kondenswasser und in weitere Folge Schimmelbildung unter dem Dach zu verhindern, sollte eine Antikondensfolie angebracht werden.
Nachteile: Lärm & Kosten
Gegen ein Dach aus Aluminium spricht, dass Starkregen oder Hagel in den Wohnräumen durchaus zu einer störenden Geräuschentwicklung führen können. Verhindert werden kann das mit einer fachgerechten Montage durch einen qualifizierten Fachbetrieb, der mit einer individuellen Unterbaukonstruktion (Dachdämmung, abgehängte Innendecken) laute Geräusche verhindert. Dazu achtet der Fachmann auch darauf, dass keine Schallbrücken entstehen. Ein weiterer Nachteil des Aluminiumdachs ist der Preis. Die Kosten sind grundsätzlich abhängig von Dachfläche und Dachform, im Durchschnitt können Sie aber damit rechnen, dass ein Aluminiumdach etwa 20 bis 30 Prozent mehr kostet als ein Ziegeldach.
Verschiedene Eindeckungsarten
Aluminiumdachplatten werden in verschiedenen Formaten hergestellt und können sowohl in einheitlicher Farbe als auch in verschiedenen Mustern und Texturen gefertigt werden, um den architektonischen Anforderungen gerecht zu werden. Sie werden in der Regel direkt auf die Dachunterkonstruktion montiert, was eine rasche und preiswerte Verlegung zulässt. Aluminiumplatten können auch in Ziegeloptik ausgeführt werden. Diese Dachpfannenprofile aus Alu werden so beschichtet, dass sie optisch kaum von echten Dachziegeln aus Ton zu unterscheiden sind. So lassen sich traditionelle Baustile mit dem modernen Material kombinieren.
Eine der ältesten Methoden zur Dacheindeckung mit Metall ist die Stehfalztechnik, bei der lange, schmale Aluminiumbleche verwendet werden, die an den Seiten hoch gekantet und dann ineinander gefalzt werden, sodass eine fast nahtlose Oberfläche entsteht. Diese Technik ist besonders für Dächer mit starker Neigung geeignet, aber auch für komplexe Dachformen.
Hinweise und Tipps
Tipp:
Soll das Aludach energieeffizient sein, kommt man um eine fachgerechte Wärmedämmung nicht herum. Denn Aluminiumdächer erhitzen sich stark und geben im Winter Wärme nach draußen ab.
Ist ein Aludach auch umweltfreundlich?
Aluminium ist zu 100 Prozent recycelbar und verliert seine vorteilhaften Eigenschaften auch nach mehrmaligem Recycling nicht. Außerdem wird für die Herstellung von Sekundäraluminium nur fünf Prozent der Energie benötigt, die für die Gewinnung von Primäraluminium notwendig ist. In dieser Hinsicht sind Aludächer also eine umweltfreundliche Wahl. Ihr leichtes Gewicht trägt zudem zu einer Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks beim Transport bei. Noch ökologischer und energieeffizienter werden Aluminiumdächer mit einer Dachbegrünung.
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