© Martin Croce

Blech: Das Leichtgewicht fürs Dach!

Für viele ist Blech nicht unbedingt die erste Wahl für eine neues Dach, aber warum eigentlich? Erfahren Sie bei uns alles zu den Vor- und Nachteilen, dem Dachaufbau sowie den wichtigsten Tipps zu Dämmung, Befestigung und Gefälle.

 

So gut wie jedes Dach kann mit Blech eingedeckt werden, egal welche Form es hat. Wir sprechen aber nicht nur vom Dach für Ihre Garage oder Ihr Gartenhaus - auch für ein modernes oder traditionelles Einfamilienhaus kann ein Blechdach eine attraktive Alternative zum Ton- und Betonziegel sein. Im Gegensatz zu ihnen ist Blech sehr leicht und nimmt kein Wasser auf, weshalb das Gewicht des Dachs sich nicht verändert. Selbst Sturm und Hagel können Blechdachziegel nichts anhaben. Von einem Spengler fachgerecht montiert hält ein Blechdach dann mindestens 40 Jahre.

Energetische Schwachstellen

Weniger gut sind die thermischen und akustischen Eigenschaften des Blechdachs. Im Sommer kann es extrem aufheizen, im Winter für erhebliche Wärmeverluste verantwortlich sein. Ebenfalls zu erwähnen: Bei Starkregen oder Hagel kann es unter Umständen laut unterm Dach werden. Abfangen kann man diese Nachteile, indem man für eine gute Dämmung sorgt. Verschiedene Wege führen hier zum Ziel: es gibt mehrere Dachdämmungs-Arten und verschiedene Dämmstoffe. Im Wesentlichen unterscheidet man zwischen Untersparren-, Zwischensparren- und Aufsparrendämmung, je nachdem, wo der Dämmstoff angebracht wird beziehungsweise wo die Durchlüftung passiert. Zu den klassischen Dämmstoffen zählen Mineral- und Holzwolle oder Ceralith, wobei nachwachsende Dämmstoffe wie etwa Hanf auf dem Vormarsch sind.

Dachmaterialien & Preise pro Quadratmeter

Schon lange werden Metalle zur Dacheindeckung verwendet. Die meisten Bauherren entscheiden sich heute für Aluminiumdächer, aber auch verzinkte Stahlbleche sind sehr beliebt. Gerade für die Sanierung oder den Ausbau des Dachgeschosses eignen sich die leichten Metalldachplatten besonders gut. Auch das zusätzliche Gewicht einer PV-Anlage stellt in der Regel kein Problem dar. Hier ein Überblick über die gängigen Blechdach-Materialien und ihre Quadratmeter-Kosten.

 

Eloxiertes Aluminium: Das extrem leichte Material ist leicht verarbeitbar, robust, hat eine hohe Lebensdauer und ist in vielen Farbvarianten wählbar und eignet sich vor allem für höhere Ansprüche. Der Basispreis für Aluminium beläuft sich auf etwa 30 Euro pro Quadratmeter, je nach Farbe müssen Sie aber mit etwas höheren Preisen rechnen.

Verzinktes Stahlblech: Das sehr tragfähige, kompakte und stabile Material ist das beliebteste für Blechdächer. Vorteile: Schäden können einfach gelötet werden. Verzinkter Stahl ist ebenfalls in mehreren Farben oder als Holzschindel-Imitation erhältlich, die Preise beginnen bei etwa 20 Euro für den Quadratmeter.

Verzinkte Blechbahnen: Die standardmäßig 67 Zentimeter breiten Bahnen belaufen sich auf etwa 35 Euro pro Quadratmeter, je geringer der Abstand der Blechbahnen, desto teurer wird das Dach.

Kupferblech: Das wohl traditionellste Material für Blechdächer ist zugleich auch das teuerste und exklusivste. Immerhin müssen Sie mit 100 Euro für den Quadratmeter Kupfer rechnen. Das Material ist dabei aber extrem langlebig, seine Patina überzeugt optisch auf ganzer Linie.

Titanzinkblech kostet rund 40 Euro pro Quadratmeter und ist die am weitesten verbreitete Materialvariante für Ihr Metalldach. Auch Titanzink ist sehr langlebig und robust. Zudem ist die Legierung voll recylebar.

Wellblech ist ein verhältnismäßig günstiger Baustoff, der vor allem für große Flächen verwendet wird. Die Wellenprofile machen es besonders stabil, der Preis beläuft sich auf etwa 25 Euro für den Quadratmeter.

Blechdach streichen

Mit der Zeit verblasst die Farbe des Blechachs und es können Rostschäden oder undichte Stellen entstehen. Diese müssen vom Spengler repariert werden, heißt, vorgestrichen, grundiert und somit luftdicht verschlossen werden. So wird das das Blechdach vor erneuter Rostbildung geschützt. Danach kann es in der gewünschten Farbe gestrichen werden.

Der Aufbau eines Blechdaches

Was kommt eigentlich unter das Blechdach bzw. unter die Blechdachziegel? Sehen wir uns die einzelnen Schichten eines Blechdachs genauer an - von außen nach innen:

  1. Schicht: Die Eindeckung mit dem gewählten Material.
  2. Schicht: Eine Trennungslage - in der Regel aus Bitumenglasvlies gefertigt. Sie dämpft die Geräusche vom Regen und minimiert so die Lärmentwicklung im Inneres des Hauses. Darüber hinaus verhindert sie das Aufkommen von Kondensationsfeuchtigkeit.
  3. Schicht: Die Schalung aus Holz bildet die Unterkonstruktion, die Basis für die Montage der Blechbahnen.
  4. Schicht: Die Hinterlüftung für den Ausgleich der Temperatur in der Ober- und Unterseite der Metalldeckung - für den besseren Abtransport der Feuchtigkeit und damit eine längere Lebensdauer des Daches.
  5. Die fünfte Schicht bildet die Wärmedämmung. Sie wird zwischen den Dachsparren angebracht und besteht normalerweise aus mineralischer Wolle.
  6. Die vorletzte Schicht bildet die Dampfsperre, die bekanntermaßen verhindert, dass der Wasserdampf in die Dämmung dringt. Der Handel bietet heute übrigens auch Bleche mit integrierter Dämmung.  
  7. Als letzte Schicht folgt die Innenverkleidung aus Platten aus Gipskarton
Eine gute Wärmedämmung und im Speziellen die Dachdämmung leistet einen wichtigen Beitrag beim Einsparen von Heizenergie. Ein gut gedämmtes Dach lässt im Winter die Wärme nicht entweichen und im Sommer nicht eindringen. Eine ordentliche Dachdämmung wirkt sich nicht nur positiv aufs Haushaltsbudget aus, auch der Wohnkomfort wird deutlich gesteigert.
 
Es gibt diverse Varianten der Dachdämmung sowie verschiedene Dämmstoffe: Im Wesentlichen unterscheidet man zwischen Untersparren-, Zwischensparren- und Aufsparrendämmung, je nachdem, wo der Dämmstoff angebracht wird beziehungsweise wo die Durchlüftung passiert. Zu den klassischen Dämmstoffen zählen Mineralwolle, Holzwolle und Ceralith. Aber auch ökologische und natürlich nachwachsende Dämmstoffe gewinnen immer mehr an Bedeutung. Dazu zählen unter anderem Zellulose, Seegras und Hanf. Die Umsetzung erfolgt durch den Fachbetrieb, zur Sicherheit kann auch ein Energieberater hinzugezogen werden.

Das richtige Gefälle beachten

Je größer die Neigung des Blechdaches, desto länger hält es. Logisch, denn Blechdächer sind wasserundurchlässig. Wird also ein Flachdach mit Blech eingedeckt, kann sich bei Regen auf der Oberfläche Wasser sammeln. Das erhöht die Gefahr von Schimmel. Im schlimmsten Fall wird das Material und die Bausubstanz geschädigt. Es muss also zwingend auf das Gefälle des Blechdachs geachtet werden. Die Mindestneigung beträgt drei Prozent, besser sind aber fünf Prozent.

Blech am Dach richtig befestigen

Metalleindeckungen wie das Blechdach "bewegen" sich unter Temperatureinfluss, das heißt, sie dehnen sich aus und ziehen sich wieder zusammen. Um diese Bewegungen auszugleichen, werden so genannte Hafter angebracht. Sie verbinden die Blechdeckung mit der Holzschalung und werden entlang der Blechbahnverbindungen, also der Fälze, angeordnet und in diese eingearbeitet. Neben den Haftern braucht man zur Befestigung des Blechdaches auch bewegliche Querfälze. Die Fälze an der Traufe (beim Übergang zur Dachrinne) müssen als Schiebefälze ausgeführt werden. Dort ist die Bewegung der Blechbahnen am größten.

AutorIn:
Datum: 16.10.2018
Kompetenz: Dachdeckung und Dachausbau

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