Blechdach: Ausführungen, Aufbau und Preise

Blechdächer werden in erster Linie als Kaltdach ausgeführt. Erfahren Sie hier alles zu den gängigen Materialien, Dachaufbau und seine einzelnen Schichten sowie wichtige Tipps zu Dämmung, Hafter und Gefälle.

 

Wie jedes Dach kann auch das Blechdach als unbelüftetes Warm- oder als hinterlüftetes Kaltdach ausgeführt werden. Die bevorzugte, weil auch kostengünstigere Variante ist aber das Kaltdach.

 

Welche Materialien kommen in Frage und wie teuer sind sie?

Die meisten Bauherren entscheiden sich heute für Aluminiumdächer, aber auch verzinkte Stahlbleche sind sehr beliebt. Hier ein Überblick über die gängigen Materialien und ihre Quadratmeter-Kosten.

Eloxiertes Aluminium: Das extrem leichte Material ist leicht verarbeitbar, robust, hat eine hohe Lebensdauer und ist in vielen Farbvarianten wählbar und eignet sich vor allem für höhere Ansprüche. Der Basispreis für Aluminium beläuft sich auf etwa 30 Euro pro Quadratmeter, je nach Farbe müssen Sie aber mit etwas höheren Preisen rechnen.

Verzinktes Stahlblech: Das sehr tragfähige, kompakte und stabile Material ist das beliebteste für Blechdächer. Vorteile: Schäden können einfach gelötet werden. Verzinkter Stahl ist ebenfalls in mehreren Farben erhältlich, die Preise beginnen bei etwa20 Euro für den Quadratmeter.

Verzinkte Blechbahnen: Die standardmäßig 67 Zentimeter breiten Bahnen belaufen sich auf etwa 35 Euro pro Quadratmeter, je geringer der Abstand der Blechbahnen, desto teurer wird das Dach.

Kupferblech: Das wohl traditionellste Material für Blechdächer ist zugleich auch das teuerste und exklusivste. Immerhin müssen Sie mit 100 Euro für den Quadratmeter Kupfer rechnen. Das Material ist dabei aber extrem langlebig, und seine Patina überzeugt optisch voll.

Titanzinkblech kostet rund 40 Euro pro Quadratmeter und ist die am weitesten verbreitete Materialvariante für Ihr Metalldach. Auch Titanzink ist sehr langlebig und robust. Zudem ist die Legierung voll recylebar.

Wellblech ist ein verhältnismäßig günstiger Baustoff, der vor allem für große Flächen verwendet wird. Die Wellenprofile machen es besonders stabil, der Preis beläuft sich auf etwa 25 Euro für den Quadratmeter.

Der Aufbau eines Blechdaches – Überblick über die einzelnen Schichten

  1. Schicht: Die Eindeckung mit dem gewählten Material.
  2. Schicht: Eine Trennungslage - in der Regel aus Bitumenglasvlies gefertigt. Sie dämpft die Geräusche vom Regen und minimiert so die Lärmentwicklung im Inneres des Hauses. Darüber hinaus verhindert sie das Aufkommen von Kondensationsfeuchtigkeit.
  3. Schicht: Die Schalung aus Holz bildet die Unterkonstruktion, die Basis für die Montage der Blechbahnen.
  4. Schicht: Die Hinterlüftung für den Ausgleich der Temperatur in der Ober- und Unterseite der Metalldeckung - für den besseren Abtransport der Feuchtigkeit und damit eine längere Lebensdauer des Daches.
  5. Die fünfte Schicht bildet die Wärmedämmung. Sie wird zwischen den Dachsparren angebracht und besteht normalerweise aus mineralischer Wolle.
  6. Die vorletzte Schicht bildet die Dampfsperre, die bekanntermaßen verhindert, dass der Wasserdampf in die Dämmung dringt. Der Handel bietet heute übrigens auch Bleche mit integrierter Dämmung.  
  7. Als letzte Schicht folgt die Innenverkleidung aus Platten aus Gipskarton
 

Das richtige Gefälle beachten

Je größer die Neigung des Daches, desto höher seine Haltbarkeit und Beständigkeit. Logisch: denn Blechdächer sind wasserundurchlässig und je nach Gefälle kann es bei Regen zu stehendem Wasser kommen, welches das Material und die Bausubstanz schädigen, sowie Schimmelbildung ermöglichen kann. Die Mindestneigung eines Blechdaches beträgt drei Prozent, besser sind aber 5 Prozent.

Ohne Hafter geht’s nicht!

Metalldeckungen „bewegen sich“ unter Temperatureinfluss, sie dehnen sich aus und ziehen sich wieder zusammen. Um diese Bewegungen auszugleichen, werden so genannte Hafter angebracht. Sie verbinden die Blechdeckung mit der Holzschalung und werden entlang der Verbindungen der Blechbahnverbindungen, also der Fälze angeordnet und in diese eingearbeitet. Neben dem verwendeten Material bildet die Ausbildung der Fälze die zweite wesentliche Einflussgröße für das typische Aussehen des Daches.

Neben den Haftern sorgen auch bewegliche Querfälze für Mobilität am Dach. Die Fälze an der Traufe (beim Übergang zur Dachrinne) müssen als Schiebefälze ausgeführt werden. Dort ist die Bewegung der Blechbahnen am größten.

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Datum: 16.10.2018

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