Eine gelbe Gasleitung liegt neben einem Arbeitshandschuh und einem Schraubenzieher auf einem dunklen Untergrund.

Eine gelbe Gasleitung liegt neben einem Arbeitshandschuh und einem Schraubenzieher auf einem dunklen Untergrund. © Sergey/stock.adobe.com

Der Weg zum Gasanschluss: Das müssen Sie wissen

Wer beim Kochen auf einen Gasherd setzt oder im Winter mit einer Gasheizung heizen möchte, braucht einen Gasanschluss. Das müssen Sie wissen, wenn Sie einen Anschluss an das öffentliche Netz planen.

Ob kuschelig warme Wohnung im Winter oder ein perfekt auf den Punkt gebratenes Steak im Sommer: Wer in puncto Kochen und Heizen auf Gas setzt, braucht dafür eine Gasleitung. Dabei gibt es allerdings einiges zu beachten. Hier erfahren Sie alles, was Sie rund um das Thema Gasanschluss in Österreich wissen müssen: Von der Beantragung über die Installation, die Kosten bis hin zu alternativen Lösungen, sollte ein direkter Anschluss nicht möglich sein.

Wer braucht einen Gasanschluss?

Ein Gasanschluss ist in Österreich keine Pflicht. Tatsächlich geht die Tendenz hin zu weniger Gas - das hat mehrere Gründe. Einerseits sind die Gaspreise infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gestiegen. Andererseits ist Gas trotz der geringen Emissionenein fossiler Brennstoff, also eine beschränkte Ressource und somit keine langfristige Energielösung für Österreich. Dennoch besteht die Nachfrage nach Gas nach wie vor.Wer also mit Gas ​heizen möchte oder sich einen Gasherd in der Küche wünscht, muss sich selbst um einen Gasanschluss an das öffentliche Netz kümmern. Alternativ stehen Bauherrn inzwischen zahlreiche andere Optionen zur Verfügung.

Hinweise und Tipps

Kein Gasherd im Neubau

Nach dem Erneuerbaren-Wärme-Gesetz (EWG) der Bundesregierung dürfen ab dem Jahr 2023 keine Gasheizungen mehr in Neubauten installiert werden. Dies soll den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen erleichtern. Glücklicherweise gibt es inzwischen viele umweltschonende und kostengünstige Alternativen.

Wer ist für den Gasanschluss zuständig?

Wie auch beim Strom gibt es beim Gas zwei Akteure: den Netzbetreiber und den Gaslieferanten. Der Netzbetreiber ist das Unternehmen, das das physische Netzwerk von Gasleitungen besitzt und instand hält, welches Gas von der Quelle bis zu den Endverbrauchern transportiert. Zu seinen Hauptaufgaben gehören der Betrieb, die Wartung und der Ausbau des Gasverteilernetzes sowie die Gewährleistung der Sicherheit und Zuverlässigkeit der Gasversorgung. Der Gaslieferant ist hingegen das Unternehmen, von dem Verbraucher ihr Gas kaufen. Seit 2001 können sich Privathaushalte in Österreich den Gaslieferanten selbst aussuchen, müssen dabei jedoch die vorgeschriebenen Gebühren des Netzbetreibers bezahlen.

Wie kann man einen Gasanschluss anmelden?

Was Sie tun müssen, um an Ihren Gasanschluss zu gelangen, hängt zunächst von den Gegebenheiten auf dem Grundstück ab. In vielen Fällen ist ein Anschluss bereits vorhanden, egal ob er genutzt wurde oder nicht. In diesem Fall müssen Sie das entsprechende Versorgungsunternehmen kontaktieren. Bei diesem können Sie den bestehenden Anschluss auf Ihren Namen ummelden, beziehungsweise einen neuen Anschluss anmelden. Besteht auf dem Grundstück (noch) kein Gasanschluss, müssen Sie diesen persönlich bei dem entsprechenden Versorger beantragen. Das gilt auch für Neubauten.

Hinweise und Tipps

Wer zahlt den Gasanschluss?

Die Kosten für den Gasanschluss muss der Bauherr immer selbst tragen. Fordern Sie Kostenvoranschläge von verschiedenen qualifizierten Installationsbetrieben an, um die besten Konditionen für Ihren Gasanschluss zu erhalten.

Woher erkennt man, ob auf dem Grundstück ein Gasanschluss besteht?

Um herauszufinden, ob auf einem Grundstück ein Gasanschluss besteht, gibt es mehrere Schritte, die Sie unternehmen können. Zunächst sollten Sie sich an den lokalen Gasnetzbetreiber wenden; dieser kann Ihnen Auskunft darüber geben, ob Ihr Grundstück an das Erdgasnetz angeschlossen ist oder ob die Möglichkeit eines Anschlusses besteht. In Österreich sind die Gasnetzbetreiber je nach Region unterschiedlich, daher ist es wichtig, den für Ihren Bereich zuständigen Betreiber zu kontaktieren. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, ältere Versorgungsunterlagen Ihres Grundstücks oder der Immobilie zu überprüfen. Darin sind in der Regel alle bestehenden Anschlüsse, einschließlich Gasanschlüssen, aufgeführt. Wenn Sie noch in der Bauphase sind, sollten Informationen über einen Gasanschluss in den Bauplänen oder im Kaufvertrag festgehalten sein. Schließlich kann auch eine physische Inspektion des Grundstücks hilfreich sein, um nach sichtbaren Anzeichen eines Gasanschlusses wie Gaszählern oder Versorgungsleitungen zu suchen. Wenn Sie unsicher sind, ist es immer ratsam, einen qualifizierten Fachmann zurate zu ziehen, der eine genaue Bestandsaufnahme durchführen kann.

Welche Arten von Gasanschluss gibt es?

Grundsätzlich wird zwischen zwei Arten von Gasanschlüssen unterschieden: dem innenliegenden und dem außenliegenden Gasanschluss. Der innenliegende Gasanschluss wird direkt ins Gebäude geführt und endet üblicherweise mit dem Gaszähler und Absperrhahn innerhalb des Hauses, oft in einem speziell dafür vorgesehenen Raum oder Bereich, wie dem Keller oder einem Hauswirtschaftsraum. Dem gegenüber steht der außenliegende Gasanschluss, bei dem der Gaszähler und der Gasabsperrhahn an der Außenwand des Gebäudes montiert werden, oft in einem speziell dafür vorgesehenen, wetterfesten Gehäuse. Beide Arten von Gasanschlüssen müssen den österreichischen Sicherheits- und Installationsvorschriften entsprechen, um einen sicheren und effizienten Betrieb zu gewährleisten. Die Wahl zwischen einem innen- und einem außenliegenden Gasanschluss hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die baulichen Gegebenheiten, persönliche Präferenzen sowie Kostenüberlegungen.

Hinweise und Tipps

Was bedeutet Anschlusslänge?

Die Anschlusslänge bei einem Gasanschluss bezieht sich auf die Distanz zwischen dem öffentlichen Gasnetz, also der Gasleitung unter der Straße oder dem Gehweg, und dem Punkt im Gebäude, an dem der Gaszähler installiert wird. Diese Distanz ist entscheidend für die Planung und Kostenschätzung des Gasanschlusses, da sie einen wesentlichen Einfluss auf den Aufwand und die Kosten der Installation hat.

Wann ist ein Gasanschluss nicht möglich?

Unter Umständen kann es sein, dass ein Gasanschluss für ein Gebiet oder ein Gebäude nicht möglich ist. In diesem Fall ist das Grundstück oder die Region nicht ausreichend an das Gasverteilernetz angeschlossen, da der Ausbau des Gasnetzes in entlegenen oder dünn besiedelten Gebieten oft wirtschaftlich nicht vertretbar ist. Auch technische Einschränkungen, wie ein zu großer Abstand zur nächsten Gasleitung oder erhebliche bauliche Herausforderungen, können einen Anschluss unmöglich machen. Regulatorische Hindernisse entstehen, wenn lokale oder nationale Sicherheitsvorschriften einen Erdgasanschluss in bestimmten Bereichen ausschließen, beispielsweise in Wasserschutzgebieten oder anderen sensiblen Zonen. Darüber hinaus kann in einigen Fällen der Wunsch der Eigentümer oder der Gemeinschaft, ausschließlich erneuerbare Energiequellen zu nutzen und fossile Brennstoffe zu vermeiden, ebenfalls dazu führen, dass ein Gasanschluss nicht in Betracht gezogen wird. In solchen Situationen müssen Alternativen wie elektrische Heizsysteme, Wärmepumpen oder Biomasseheizungen erwogen werden, um den Energiebedarf zu decken. Da die österreichische Bundesregierung aktuell viel Wert auf einen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen legt, gibt es viele attraktive Fördermöglichkeiten für alle, die auf alternative Energien umsteigen wollen.

Was kostet ein Gasanschluss?

Wer einen Gasanschluss möchte, muss dafür ein sogenanntes Netzzutrittsentgelt bezahlen. Die Kosten für die Installation variieren von Versorgungsunternehmen zu Versorgungsunternehmen und hängen auch von den geografischen Gegebenheiten ab. Generell gilt: Je höher die Anschlusslänge, desto höher die Kosten. Im Durchschnitt können Sie als Bauherr mit einem Netzzutrittsentgelt zwischen 1.300 und bis zu 5.000 Euro rechnen. Beachten Sie aber, dass es sich dabei nur um einen einmaligen Zutrittsbetrag handelt. Zusätzlich fallen pro Jahr weitere Entgelte für die Netznutzung, sowie der tatsächliche Gaspreis an.

Julia Pauss
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