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Der große Heizkostenvergleich: Was kostet wieviel?

Strom, Gas, Heizöl, Pellets oder Stückholz? Welcher Energieträger ist zurzeit der günstigste und worauf sollten Sie setzen, wenn Sie Wert auf Zukunftsfähigkeit und Umweltfreundlichkeit Ihres Heizmaterials legen? Hier ein paar aktuelle Zahlen.

Im Jahresvergleich steigen die Energiepreise um 38 Prozent, trotz einer kurzen Entspannung bei Strom und Gas im Monatsvergleich ist mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen.

Kosten für Energieträger Stand Sommer 2022

  • Der Strompreis blieb im August 2022 im Vergleich zum Vormonat konstant bei 22,96 Cent/kWh.
  • Heizöl verzeichnete seit dem letzten Monat einen Preisrückgang um knapp 5 % auf 15,25 Cent/kWh. 
  • Der Gaspreis blieb im Monatsvergleich unverändert bei 9,01 Cent/kWh.
  • Der Preis für Pellets verzeichnete bei den Energieträgern den größten Zuwachs im Monatsvergleich und stieg um rund 22,1 % auf 10,98 Cent/kWh.
  • Der Scheitholzpreis blieb unverändert bei 5,96 Cent/kWh.
  • Für Hackgut blieb der Preis, verglichen mit dem Vormonat, konstant bei 4,33 Cent/kWh. Hackgut und Scheitholz blieben somit weiterhin die günstigsten Brennstoffe.

Welche Gebäudeart "verheizt" wieviel Geld?

Im unsanierten Einfamilienhaus liegen biogene Energieträger vorne, Im Neubau weisen Luftwärmepumpen die günstigsten Heizkosten auf. In Mehrfamilienhäusern sind Hackschnitzel und Pellets sowohl im unsanierten Bestand, als auch im sanierten Bestand die günstigsten Heizungsform.

In allen Fällen ist das Risiko, signifikant höhere Heizkosten tragen zu müssen bei fossilen Heizsystemen laut einer aktuellen Studie der TU Wien deutlich höher. Fossile Energieträger weisen auch kaum Kostenvorteile gegenüber erneuerbaren Energieträgern auf. Das Risiko einer Kostensteigerung ist bei Heizsystemen auf Basis fossiler Energie allerdings deutlich höher, als bei erneuerbaren Heizsystemen.

Einfamilienhäuser im unsanierten Bestand weisen hohe Energieverbräuche auf. Für diese Objekte stellen Stückholzheizungen das günstigste Energieversorgungssystem dar. Erdgas, Öl und Pelletheizungen weisen kaum Unterschiede bei den Heizkosten auf. Wärmepumpen weisen die höchsten Heizkosten auf, weil ihre Effizienz in unsanierten Bestandsgebäuden aufgrund der hohen erforderlichen Heizwassertemperaturen niedrig ist.

Auch im sanierten Einfamilienhaus weisen Stückholzheizungen die niedrigsten Gesamtkosten auf. Danach folgen Erdgas, Pellets, Luftwärmepumpen und Öl. Die Unterschiede sind auch in diesem Fall nicht sehr ausgeprägt. Etwas höhere Kosten weisen aufgrund der Investitionen Erdwärmepumpen auf.

Ein neu errichtetes Einfamilienhaus, das gemäß Bauordnung in Niedrigenergiebauweise errichtet wird, weist die niedrigsten Heizkosten auf. Die Unterschiede bei den Heizkosten der unterschiedlichen Systeme sind gering. Die niedrigsten Heizkosten ergeben sich für Erdgas, gefolgt von Luftwärmepumpen, Stückholz, Öl und Pelletheizungen. Die höchsten Kosten weisen Erdwärmepumpen auf.

Für Mehrfamilienhäuser die keine thermische Sanierung aufweisen zeigen sich klare Kostenvorteile für Hackschnitzel- und Pelletheizungen. Diese sind auch bei sanierten Mehrfamilienhäusern die kostengünstigsten Heizsysteme. Im neu errichteten Mehrfamilienhaus sind die Unterschiede der Kosten der verschiedenen Systeme dagegen sehr gering.

Welche Heizsysteme belasten die Umwelt

Ein Umstieg auf ein klimafreundliches Heizsystem, das heimische, nachhaltige Energieträger verwendet, entlastet nicht nur das Haushaltsbudget, sondern kommt auch der Umwelt zugute. Das macht der Heizkostenvergleich auch in Zeiten wie diesen mehr als deutlich. Wenig überraschend: Öl-Brennwertsysteme schneiden in punkto CO2-Ausstoß katastrophal ab (im unsanierten Gebäude 9831 kg/Jahr, im sanierten 4590 kg/Jahr), aber auch Gas-Brennwertsysteme, die hinsichtlich der Kosten sehr gut abschneiden, können hier mit den nachhaltigen Alternativen bei weitem nicht mithalten. Ein mit Pellets beheizter Neubau erreicht mit einer CO2-Emission von 92 kg/Jahr den Bestwert. Im sanierten Gebäude erreicht man mit Brennholz den besten Wert (101 kg CO2/Jahr). Ebenso im unsanierten (194 kg CO2/Jahr).

 

Studie der TU Wien zum Download

Aktueller Heizkostenvergleich der Österreichischen Energieagentur

AutorIn:
Datum: 21.09.2022
Kompetenz: Heizung

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