Luftverschmutzung: Was tun bei schlechtem Luftqualitätsindex?
Der Luftqualitätsindex ist schlecht? Ob durch Waldbrände, Saharastaub oder andere Ereignisse - wir zeigen Ihnen, wie Sie sich und Ihre Lieben bei akut schlechter Luftqualität effektiv schützen können.
Die Luftqualität in Österreich ist im Durchschnitt zum Glück relativ gut. Im internationalen AQUI-Ranking (Air Quality Index), bei dem die Länder mit der stärksten Luftverschmutzung gemessen wurden, lag Österreich im Jahr 2024 auf Platz 95 von 138. Die tatsächliche Luftqualität ist jedoch abhängig von unterschiedlichen Faktoren. Auch in Österreich kann es unter Umständen zu einem drastischen Abfall der Luftqualität kommen. Das kann verschiedene Ursachen haben: Waldbrände in der Nähe oder sogar in weit entfernten Regionen, deren Rauch über weite Strecken getragen wird, Saharastaub, der mit Südwinden nach Österreich gelangt, oder industrielle Unfälle, die Schadstoffe freisetzen. In solchen Situationen ist es wichtig, dass wir wissen, wie wir uns und unsere Familien schützen können. Was genau der Luftqualitätsindex bedeutet, wie sie schlechte Luftqualität erkennen und was Sie dagegen tun können, um Ihre Gesundheit zu schützen, erfahren Sie hier.
Der LQI wird für verschiedene Schadstoffe separat berechnet, wobei der höchste Einzelwert den Gesamtindex bestimmt. So kann beispielsweise eine hohe Feinstaubbelastung durch Saharastaub den Index in den roten Bereich treiben, auch wenn alle anderen Werte im grünen Bereich liegen.
Was bedeutet der Luftqualitätsindex und wie wird er gemessen?
Der Luftqualitätsindex (LQI) ist ein Messwert, der die aktuelle Luftqualität auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 6 (sehr schlecht) oder alternativ von 0 bis 500 angibt. In Österreich wird der Index durch ein dichtes Netz von Messstationen ermittelt, die kontinuierlich verschiedene Luftschadstoffe überwachen. Dabei werden hauptsächlich Feinstaub (PM10 und PM2,5), Stickstoffdioxid (NO2), Schwefeldioxid (SO2) und bodennahes Ozon gemessen. Ein LQI von 1-2 (oder 0-50) bedeutet eine gute bis sehr gute Luftqualität, bei der keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind. Bei Werten von 3-4 (51-150) sollten empfindliche Personen bereits vorsichtig sein und längere Aufenthalte im Freien vermeiden. Ab einem Index von 5 (151-200) wird die Situation bedenklich - hier sollten alle Menschen körperliche Anstrengungen im Freien vermeiden. Bei der höchsten Stufe 6 (über 200) sprechen Experten von einer "gesundheitsgefährdenden" Situation, bei der man sich möglichst nicht im Freien aufhalten sollte.
Wie informiert man sich über die aktuelle Luftqualität?
In Österreich bieten verschiedene Quellen aktuelle Informationen zur Luftqualität. Das Umweltbundesamt stellt auf seiner Website tagesaktuelle Daten zur Verfügung, die stündlich aktualisiert werden. Viele Bundesländer haben zudem eigene Luftgüte-Messstellen und veröffentlichen die Daten online. Der praktischste Weg sind allerdings verschiedene Smartphone-Apps, wie zum Beispiel Wetter-Apps. Einige dieser Apps senden sogar Push-Benachrichtigungen, wenn der Luftqualitätsindex in Ihrer Region einen kritischen Wert erreicht. Achten Sie auch auf Nachrichten und offizielle Mitteilungen der Behörden, die bei außergewöhnlichen Ereignissen wie Waldbränden oder starkem Saharastaub-Einfluss spezielle Warnungen und Verhaltensempfehlungen herausgeben.
Was sollte man tun bei schlechtem Luftqualitätsindex tun?
Bei einer akuten Verschlechterung der Luftqualität ist es wichtig, so wenig Zeit wie möglich im Freien zu verbringen. Bleiben Sie möglichst in Innenräumen und halten Sie Fenster und Türen geschlossen. Wenn Ihre Klimaanlage oder Lüftungsanlage über einen Frischluftzufuhr-Modus verfügt, schalten Sie diesen aus und stellen Sie auf Umluftbetrieb um. Falls Sie unbedingt nach draußen müssen, versuchen Sie, die Aufenthaltsdauer zu begrenzen und anstrengende körperliche Aktivitäten zu vermeiden. Tragen Sie bei Aufenthalten im Freien eine gut sitzende Atemschutzmaske, idealerweise eine FFP2- oder FFP3-Maske, die feine Partikel effektiv filtern kann. In Innenräumen können Luftreiniger mit HEPA-Filtern die Luftqualität deutlich verbessern. Stellen Sie diese in den am häufigsten genutzten Räumen auf. Trinken Sie ausreichend Wasser, da dies helfen kann, die Atemwege feucht zu halten und Reizstoffe auszuspülen. Besonders wichtig ist es, auf Risikogruppen wie Kinder, ältere Menschen, Allergiker und Personen mit Vorerkrankungen der Atemwege oder des Herz-Kreislauf-Systems zu achten. Für sie können schon geringere Schadstoffkonzentrationen problematisch sein, weshalb sie besonders konsequent geschützt werden sollten.
Bestimmte Zimmerpflanzen können die Luftqualität in Innenräumen verbessern. Besonders effektiv sind Einblatt (Spathiphyllum), Grünlilie (Chlorophytum), Drachenbaum (Dracaena) und Efeutute (Epipremnum aureum). Stellen Sie diese Pflanzen strategisch in Ihren Wohnräumen auf.
Welche Luftreiniger sind bei schlechter Luftqualität sinnvoll?
Die Anschaffung eines Luftreinigers kann bei akut schlechter Luftqualität eine wichtige Schutzmaßnahme sein, allerdings unterscheiden sich die Geräte stark in ihrer Wirksamkeit. Achten Sie beim Kauf unbedingt auf einen HEPA-Filter der Klasse H13 oder H14, da nur diese feinen Filter in der Lage sind, auch kleinste Schadstoffpartikel wie Rauch oder Saharastaub effektiv aus der Luft zu filtern. Die Leistung des Geräts sollte zur Raumgröße passen - als Faustregel gilt, dass der Luftreiniger das Raumvolumen mindestens viermal pro Stunde umwälzen können sollte. Ein Gerät für einen 20m2 großen Raum sollte also mindestens einen Luftdurchsatz von 200m3 pro Stunde haben. Zusätzlich zum HEPA-Filter ist ein Aktivkohlefilter sinnvoll, der auch gasförmige Schadstoffe und unangenehme Gerüche aufnehmen kann. Achten Sie bei der Platzierung darauf, dass der Luftreiniger frei im Raum steht und nicht durch Möbel blockiert wird. Besonders effektiv ist es, das Gerät in der Nähe von möglichen Eintrittspunkten für Schadstoffe (wie Fenster oder Türen) aufzustellen. Wechseln Sie die Filter regelmäßig nach Herstellerangaben aus, da volle Filter ihre Wirksamkeit verlieren und im schlimmsten Fall sogar selbst zur Schadstoffquelle werden können.
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