Das Öko-Haus, gibt es das?

Ökologisch Bauen und Einrichten wollen heute die Meisten. Doch, wer wirklich verantwortungsvoll agieren will, muss genauer hinschauen und eventuell auch ein bisschen mehr Geld in die Hand nehmen. Ob das Ergebnis dann wirklich ein vollökologisches Haus ist? Schauen wir es uns an.

Viel zu viel haben wir schon gehört von gesundheitsschädigenden Ausdünstungen (Lösungsmittel, Lacke, Holzschutzmittel, etc.), von giftigen Inhaltsstoffen (Formaldehyd, Weichmacher, Bisphenyl, etc.) und langfristig die Umwelt belastenden Baustoffen (Styropor, FCKW, Kunststoff, etc.). Grün ist in, und viele Unternehmen bzw. Produzenten binden sich nur allzugern dieses verkaufsfördernde Mascherl des ökologischen Bauens um.

Umdenken findet statt

Gesundheit ist unser höchstes Gut. Und da wir den größten Teil unseres Lebens in geschlossen Räumen verbringen, haben diese eben auch eine große Auswirkung auf unsere Gesundheit. Einfache Grundregel: Wenn ich die Inhaltsstoffe des jeweiligen Produktes kenne und verstehe, bin ich schon mal auf der sicheren Seite.

Nehmen wir den Kalkputz. Er besteht aus Kalk, Sand und Wasser - Stoffe, die jeder kennt und als natürlich einstufen kann. Auch eine Schafwolldämmung wird dem Laien eher einleuchten als vielleicht Styroporplatten. Eine grobe Vorauswahl ist so jedem Bau- und Sanierungswiligen möglich.

Ohne Profi kein Öko-Bau

Ganz ohne gut ausgebildete Fachleute geht es nicht. Sie finden nicht nur die richtigen Baustoffe, sondern realisieren ein wirklich nachhaltiges Projekt. Nachhaltigkeit heißt hier aber nicht mehr nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich wie sozial verträglich. Sprich, sorgfältig ausgewählte Materialien, bestmögliche Energieeffizienz unter Einbezug des Bestandes, der Nutzung, Umgebung und Infrastruktur sowie höchste Wertschöpfung. Die Bauprodukte müssen dann auch noch fachgerecht verarbeitet und eingebaut, ihre technische Lebensdauer, Pflege und der Instandhaltungsaufwand sowie schließlich der Rückbau und Recycling optimiert werden. Erst wenn der gesamte Lebenszyklus des Baustoffes bzw. Produktes nachvollziehbar ist, kann das Material auch entsprechend bewertet werden.

100 Prozent "sauber" geht nicht

Ein komplett schadstofffreies Produkt oder gar das absolut ökologisch gebaute Haus ist nicht realistisch. Ziel ist vielmehr die Reduktion auf ein Minimum - und dieses liegt unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten. Gesund Bauen hat in erster Linie mit Qualität zu tun, und diese äußert sich nicht nur in der Zusammensetzung der verwendeten Produkte, sondern auch in den Vorgängen auf der Baustelle und der Arbeit der einzelnen Gewerke.


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Datum: 29.09.2016

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