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Problem Kleingarten? Muss nicht sein!

Klein, aber fein! Mit dem richtigen Know-how und einer angepassten Gartenplanung werden auch ganz kleine Gärten zum einzigartigen Erholungsrefugium. Wir sagen Ihnen, wie das auch in Ihrem Kleingarten gelingen kann!

Ihr Garten hat grade mal 100 Quadratmeter? Und irgendwie wissen Sie nicht, wie Sie das Beste aus ihm rausholen könnten? Heute sind kleine Gärten keine Seltenheit mehr. Die Baulandverknappung, vor allem in (Vor-)Städten, führt dazu, dass immer häufiger auf sehr kleinen Grundstücken Eigenheime errichtet und somit Abstriche bei der Gartenfläche in Kauf genommen werden. Ein echtes Problem? Nicht wirklich. Vorausgesetzt, dem Ganzen geht eine ordentliche Planung voraus. Tatsächlich haben Kleingärten sogar einen ganz klaren Vorteil gegenüber ihren großen Pendants: wo weniger Fläche, da weniger Arbeit!

Kleiner Garten, gute Planung

Die Zutaten für einen gelungenen Kleingarten: eine sorgfältige Planung, ein einheitliches Konzept, eine klare Struktur. Wie immer bei der Gartenplanung startet man das Projekt mit der Überlegung, welche Funktion der Garten haben soll. Ein Nutzgarten hat schließlich ganz andere Anforderungen als ein Familiengarten mit Sitzecke und Spielwiese. Ein fernöstlicher Garten verlangt eine andere Struktur als ein Stadtgarten oder ein Naturgarten. Legen Sie sich also fest, welcher Gartentyp es sein soll.

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Schaffen Sie Struktur

Achten Sie darauf, den Raum in Ihrem kleinen Garten nicht vollkommen offen zu gestalten. Was wir damit meinen? Bepflanzen Sie nicht nur die Ränder, sondern schaffen Sie mit schmalen Hecken, Sträuchern, Rosenbögen oder platzsparenden Rankwänden strukturierende Elemente. Dadurch entstehen halboffene Räume, die den Garten optisch vergrößern und gestalterisch ansprechend machen. Eine abgetrennte Sitzecke da, eine kleine Spielfläche dort - und schon wirkt der Außenbereich als Ganzes interressanter.

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Super Trick für breite & lange Gärten

Ein streng symmetrisch angelegter Kleingarten wirkt größer und offener, gestalten Sie Ihren Garten möglichst schlicht und gleichförmig. Wer einen geschwungenen Garten anlegen möchte, kann sich mit einer Skizze behelfen. Der Trick: Zeichnen Sie ein "S" (mit mehr oder weniger dickem Bauch) über das ganze Gartengrundstück und teilen Sie ihn so in Räume. Das funktioniert bei allen Gärten, egal ob sie lang und schmal oder breit sind.

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Fixpunkte schaffen, Blicke lenken

Wege strecken Ihren Garten in die Länge und lenken den Blick. Besonders sanft geschwungene Wege lassen kleine Gärten insgesamt größer wirken. Sie können so gelegt werden, dass sie zum Beispiel hin zu einer gepflasterten Fläche mit Sitzplatz, einer großen Kübelpflanze oder einer schönen Sträuchergruppe führen. Solche gezielt gesetzten Akzente am Ende des Weges (oder auch am Ende des Gartens) verleihen dem Garten Tiefe und sollten im kleinen Garten fix eingeplant werden. Als Wegbelag wählen Sie dieselben oder ähnliche Materialien wie für die Terrasse. Setzen Sie auf helle Steine oder Kiesel, diese öffnen den Raum optisch.

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Es muss nicht immer Rasen sein

Möglichst vermeiden sollten Sie große, offene Rasenflächen - sie lassen den Garten kleiner erscheinen und haben zudem kaum gestalterischen Nutzen. Deshalb beschränkt man sich im kleinen Garten idealerweise auf ein begrenztes, strapazierfähiges Rasenstück. Netter Nebeneffekt: Es muss nicht so viel gemäht werden. Natürlich stellt sich im Kleingarten prinzipiell die Frage, ob man denn unbedingt Rasen braucht. Wie wär's denn stattdessen mit einer großzügigen Terrasse beispielsweise aus weißem Kies mit einem bunten Staudensaum rundherum? Wenn es Rasen sein soll, können z. B. inselförmige Areale geschaffen werden, die von lockerer Bepflanzung umgeben sind.

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Welcher Stil im Kleingarten?

Bewusst entscheiden sollte man sich auch für den Stil des Kleingartens. Im Idealfall deckt dieser sich mit dem Baustil Ihres Hauses, der auf beengten Grundstücken besonders in den Vordergrund rückt. Man greift also Farben und Materialien der Fassade, des Balkones, der Terrasse oder auch des von außen sichtbaren Innebereichs im Garten wieder auf und erzeugt so eine harmonische Einheit aus Haus und Kleingarten. Wichtig ist außerdem, auf kleiner Fläche mit Garten-Deko zu sparen. Zu viele Gegenstände und zu viele verschiedene Materialien wirken unaufgeräumt und vollgestopft. Beschränken Sie sich auf wenige Einzelstücke (Skulptur, Wasserspiel, Kräuterspirale etc.) und zwei, drei Materialien.

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Sichtschutz pflanzen

Zum Nachbar ist's oft nicht weit, weshalb ein guter Sichtschutz im kleinen Garten nicht fehlen darf. Statt raumgreifender Blütenhecken sollten Sie als Sichtschutz zum Nachbarn besser Kletterpflanzen an Zäunen hochziehen. Diese finden auch im kleinsten Garten Platz und lassen ihn noch dazu in sattem Grün bzw. kräftigen Farben erstrahlen. Alternativen sind begrünte Wände oder schmale, nicht allzu hohe Hecken. Überhaupt lockern verschieden hohe oder nur einzelne Elemente das Gesamtbild auf. Gabionen eignen sich als Sichtschutz für Minigärten übrigens weniger, da sie meist recht breit sind und eher wuchtig wirken.

Pflanzen für den kleinen Garten

Große Bäume sind nichts für kleine Gartenflächen. Ganz auf Gehölz verzichten muss und sollte man aber nicht. Hohe Elemente lenken nämlich von der Länge oder Breite des Grundstücks ab. Zum Glück gibt auch bei den kleinkronigen Bäumen genügend Auswahl - es muss ja nicht unbedingt eine Linde im Hausgarten stehen, die ungeheuer viel Platz beansprucht und dann natürlich auch Schatten wirft. Arten mit Kugelkronen oder Spindelwuchs finden auch in sehr kleinen Gärten Platz. Grundsätzlich gilt für die Pflanzen: Gleiche Art und Sorte schaffen schöne Teppiche und sparen viel Arbeit bei der Pflege. Welche Pflanzenarten Ihnen zur Auswahl stehen, erfahren Sie hier.

Farben & Formen auf kleinem Raum

Bunte, üppige Blumenbeete können auf kleiner Fläche erdrückend wirken. Deshalb wählt man für seine Blühpflanzen im kleinen Garten einige wenige (am besten helle) Hauptfarben aus, die sich dann im ganzen Garten wiederfinden. Um Tiefe in den Garten zu bringen, pflanzt man Pflanzen in Blau- und Weißtönen in den hinteren Bereich des Gartens. Mit kräftigen, knalligen Farben holen Sie Beete nach vorn. Aufgefüllt wird bei Bedarf mit Blattschmuckpflanzen (Funkien, Salbei, Farne, Purpurglöckchen etc.) und filigranen Ziergräsern (Silber-Ährengras, Zittergras, Chinaschilf, Tautropfengras etc.). Neben den Farben kann man auch mit Formen gestalterisch viel erreichen. Langgezogene, schmale Grundstücke profitieren zum Beispiel von (halb-)runden und ovalen Beeten, Rasenflächen und Sitzbereichen. Quadratisch oder rechteckig angelegt verkleinern sie den Garten optisch.

Dass in einem Minigarten kein Platz für große Bäume ist, versteht sich von selbst. Dennoch müssen Sie auch in kleinen Gärten auf einen Haus- oder Obstbaum nicht verzichten. Inzwischen gibt es eine reichliche Auswahl an niedrig bleibenden Bäumen mit Kugelkronen oder Spindelwuchs, die auch in sehr kleinen Gärten einen Platz finden. Gut eignet sich zum Beispiel eine Felsenbirne denn sie kann klein gehalten werden und ist rund ums Jahr attraktiv. Auch Chinesischer Blumenhartriegel (Cornus kousa var. chinensis), Zierapfel, Japanische Säulenkirsche (Prunus serrulata ‘Amanogawa‘) oder Säulen-Eberesche (Sorbus aucuparia ‘Fastigiata‘) kommen für den Minigarten in Frage.
 
Klein bleibende selbstfruchtbare Säulenobstbäume wie Pfirsich, Kirsche oder Quitte können am geeigneten Platz sogar im Kübel stehen und bringen auch als Solisten jedes Jahr gute Ernteerträge. Bei der Beetbepflanzung ist es ratsam, sich auf wenige Blühpflanzenarten zu beschränken und diese in Abständen zu wiederholen. So entsteht ein klares, harmonisches Gartenbild. Dazwischen können Sie mit Blattschmuckpflanzen und filigranen Ziergräsern spielen, welche der Bepflanzung Fülle verleihen, ohne unruhig zu wirken.

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Datum: 17.02.2021
Kompetenz: Garten und Zaun