Kintsugi – Scherben bringen Glück

Kaputtes Geschirr trendy wieder aufarbeiten: Dank Kintsugi - einem speziellen Goldkleber - wird zerbrochene Keramik zu einem Lifestyle-Produkt. Unser Highlight der Woche.

Einmal kurz beim Tisch decken oder Abwasch nicht aufgepasst – schon ist es passiert: der Lieblingsteller ist heruntergefallen und zerbrochen. Was folgt ist ein mühsamer Rettungsversuch mit dem Sekundenkleber, bei dem penibel darauf geachtet wird, dass von der Bruchstelle möglichst nichts zu sehen ist. Muss nicht sein! In Japan wurde einst im 16. Jahrhundert entschieden, dass gerade das Schadhafte seinen ganz eigenen philosophischen Reiz hat.

Den Makel vergolden

Damit eben diese Fehlerhaftigkeit hervorgehoben und zelebriert werden konnte, entwickelten japanische Teemeister einen speziellen Goldkleber. Mit ihm wurde aus jedem reparierten Stück Geschirr ein wundervolles Unikat. Die daraus resultierende Kunstform nennt sich Kintsugi.

humade.nl © humade.nl

Die Niederländische Firma "humade" bringt nun solch einen Goldkleber als Kintsugi-Kit auf den Markt. Wem bald also etwas Geschirr zu Bruch geht, kann mit Fug und Recht behaupten, dass Scherben Glück bringen. Immerhin sieht das bearbeitete Stück danach sogar besser aus als vorher. Interessanter allemal. Und wer zu umsichtig mit seinem Inventar umgeht, kann ja absichtlich ein paar Tassen und Teller zerschlagen.

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Datum: 22.08.2016

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