Gewerke finden: 4 Tipps für Ihre Ausschreibung
Dach decken, Lichtschalter installieren, Fliesen verlegen und, und, und – im neuen Haus muss viel gemacht werden. Vieles gehört in die Hände von Spezialisten. Die Auswahl an Betrieben ist groß, die richtigen finden Sie mit einer Ausschreibung. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie dabei vorgehen.
Als privater Häuslbauer haben Sie grundsätzlich zwei Optionen, wenn Sie für einzelne Bauleistungen Handwerker suchen. Am wenigsten Aufwand entsteht für Sie mit der Beauftragung eines Generalunternehmers, der mehrere oder gar alle Gewerke übernimmt und koordiniert. Praktisch, aber kostet natürlich. Eigenleistung ist wie so oft beim Bauen die günstigere Variante. Das heißt, Sie müssen selbst aktiv werden und Firmen ansprechen. Damit Sie dabei am Ende gut aussteigen, achten Sie dabei auf unsere Tipps für Ausschreibungen!
Tipp 1: Bauablauf berücksichtigen
Orientieren Sie sich beim Ausschreiben am Bauablauf, suchen Sie also zunächst das Gewerk für den Tiefbau, dann für den Rohbau, und arbeiten Sie sich so nach vor. Bei der Vorauswahl der Unternehmen lassen Sie sich am besten von Ihrem Architekten beraten. Zusätzlich ist es hilfreich, sich bei Bekannten und Familie umzuhören, die bereits gebaut haben und eventuell Empfehlungen aussprechen können.
Tipp 2: Angebote vergleichen
Für einen guten Vergleich sollten Sie mindestens vier Firmen anschreiben. Bitten Sie die Unternehmen um eine Angebotslegung innerhalb einer Frist von drei bis vier Wochen. Wenn dann die Angebote der Unternehmen samt den Preisen eintreffen, können Sie den Bestbieter herausfiltern. Achten Sie darauf, dass die Angebote wirklich miteinander vergleichbar sind und exakt dieselben Leistungen berechnet haben. Das billigste Angebot muss nicht unbedingt das beste sein! Achten Sie auch darauf, wie die Kommunikation mit den Firmen verläuft und sehen Sie sich Referenzen an. Und auch Nachverhandeln ist erlaubt – suchen Sie da Gespräch mit den Firmen.
Tipp 3: Auf exakte Beschreibung achten
Eine Ausschreibung besteht in der Regel aus einer genauen Beschreibung des Bauvorhabens, einem groben Terminplan, einem Leistungsverzeichnis sowie den technischen und rechtlichen Vertragsbestimmungen. Die zu erbringenden Leistungen sind in einzelne Positionen gegliedert und in einer Liste zusammengefasst. Die Positionen sind exakt beschrieben: Was wird benötigt, wie viel davon und in welcher Qualität?
Da bei konventioneller Bauweise immer wieder die gleichen Positionen in Ausschreibungen benötigt werden, gibt es standardisierte, vorformulierte Leistungsbeschreibungen. Das spart nicht nur Zeit, sondern erleichtert es später, die Angebote miteinander zu vergleichen. Werden Leistungen gewünscht, die nicht in den Standardtexten vorkommen, sollte der Ausschreibende diese in einem eigenen Text klar formulieren und einen Plan oder sonstige Darstellungen ergänzen, um Missverständnisse auszuschließen. Für Unvorhergesehenes werden Reserve- bzw. Sicherheitspositionen vorgesehen.
Tipp 4: Lassen Sie den Profi ran!
Für kleinere Aufträge können Bauherren selbst Angebote einholen. Handelt es sich um größere Aufträge, kümmert sich meist ein Profi, zum Beispiel der Architekt oder Bauingenieur, um die Ausschreibung. Ist der Bauherr Laie und macht es selbst, kann ein unvollständiges, fehlerhaftes Leistungsverzeichnis dazu führen, dass der Preis am Angebot nicht mit dem tatsächlichen übereinstimmt und es während der Bauphase zu teuren Nachträgen kommt. Unterschätzen Sie zudem nicht die Zeit, die Sie als Laie in eine gründliche Ausschreibung investieren müssten – schließlich haben Sie als Bauherr noch an viele andere Dinge zu denken.
Das könnte Sie auch interessieren
Weitere Ratgeber, die Ihnen gefallen könnten
Meistgeklickt auf wohnnet.at
Diese Beiträge werden von unseren Leserinnen und Lesern besonders häufig aufgerufen.