Warum Holz uns so gut tut
Ob launiges Beisammensein am Bauerntisch, erholsamer Schlaf im Zirbenbett oder knisterndes Kaminfeuer: Holz macht unser Heim schön behaglich. Warum das so ist und Holz uns auch noch gesund hält, erfahren Sie hier.
Eigentlich sind wir Mitteleuropäer ja Waldmenschen. Unsere Vorfahren waren es zumindest über Jahrhunderte. Nicht nur in den Häusern wurde Holz verbaut, auch die allermeisten Möbelstücke und Handwerksgeräte bestanden aus diesem Rohstoff. Erst ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts drängten Glas oder Kunststoff immer stärker in unser Leben. Holz ist also ein Material, das tief in unserer Kultur verwurzelt ist. Kein Wunder, dass sich die rustikale Bauernstube irgendwie so urig und gemütlich anfühlt.
Natur beruhigt: Das zeigen auch Studien
Viele Ärzte werden Ihnen zur Stressbewältigung zu einem Waldspaziergang raten. Natur beruhigt. Ob dies biologisch, chemisch, psychologisch oder spirituell zu erklären ist, sei dahin gestellt und ist letztlich auch zweitrangig. Unterm Strich ist der Mensch ja auch ein natürliches Wesen. Im Umkehrschluss bedeutet dies dann auch, dass es nur zu unserem Wohlbefinden beitragen kann, wenn wir natürliche Materialien (Möbel, Textilien oder Gebrauchsgegenstände) zu uns in die vier Wände holen. Von Zimmerpflanzen ganz zu schweigen.
Ein gepolsterter Sessel mit Kissen steht neben einem Vorhang am Fenster in einem gemütlichen Raum mit Stühlen aus Holz und einem Tisch vor einer Steinmauer. © Annie Spratt/unsplash.com
Hinweise und Tipps
Gut zu wissen:
Einen Nachteil gibt es auch beim Holz zu bedenken: Es kann sich durch Sonneneinstrahlung verfärben.
Holz ist atmungsaktiv und regulierend
Grundsätzlich gilt im Umgang mit Holz: je natürlicher und unbehandelter, desto gesünder für den Menschen. Das liegt in erster Linie an der Eigenschaft, dass Vollholz durch die Poren in der Oberfläche Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt und speichert. Wird die Luftfeuchte im Raum geringer, gibt das Holz sie wieder ab. So reguliert unsere Inneneinrichtung das Raumklima ganz von alleine.
Ebenfalls ein gesundheitsfördernder Aspekt ist die antibakterielle Eigenschaft von Holz. Das gilt nicht nur für Möbelstücke, auch Schneidebretter aus Holz sind entgegen der landläufigen Meinung nicht unhygienischer als ihre Geschwister aus Kunststoff.
Brennende Holzscheite mit lodernden Flammen in Nahaufnahme. Der Hintergrund ist dunkel und im Schatten gehalten, was die Helligkeit des Feuers betont. © Josh Boot/unsplash.com
Holz ist warm, und das fühlen wir
Holz strahlt einfach Wärme aus. Das liegt nicht nur an unserem unterbewussten Bezug zu diesem Material, dies ist auch seiner hervorragenden Wärmekapazität zu verdanken. Das heißt: Holz speichert aufgenommene Wärme besonders gut. Gemessen liegt der Wert bei 1,7 kJ/(kg K) also 1,7 Kilojoule. Luft hat exakt 1,005 kJ, Beton 0,88 kJ, Stahl nur 0,5 kJ und Wasser beeindruckende 4,18 kJ. Aber nicht missverstehen: dieser Wert gilt nur für Massivholz und nicht für furnierte Spanplatten.
Und noch eine Sache macht das Holz für uns Menschen so kuschelig: Es ist ein effizienter und nachwachsender Brennstoff und fasziniert in einem offenen Kamin mit seinen tänzelnden Flammen.
Verschiedene dekorative Gegenstände wie Kerzen Kannen Vasen Zweige Bücher und ein Kiefernzapfen auf einem Regal in einem minimalistischen Raum © Joanna Kosinska/unsplash.com
Wie kann ich Holz in meine Wohnumgebung integrieren?
Selbstverständlich ist der rustikale Landhausstil oder der Scandi-Style nicht für jeden etwas. Aber meist reicht es schon, sich das eine oder andere Accessoire anstelle von Kunststoff in der Holzvariante ins Zimmer zu stellen. Und dass unbehandeltes (bzw. mit Naturölen eingeriebenes) Holz nicht zwangsweise gleich ein Öko-Hippie-Image anhaften muss, lässt sich mit einem Blick in aktuelle Designeinrichtungskataloge auch feststellen. Letztlich werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit feststellen: je mehr Holz nach und nach in Ihr Umfeld gelangt, desto ausgeglichener werden Sie den Feierabend verbringen. Wissenschaftlich belegt!
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