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Wie eine Drainage berechnet wird

Eine Drainage will gut geplant sein! Bringen Sie Ihr Projekt, ob Haus oder Garten, in trockene Tücher und lesen Sie hier, wie Sie Ihre Drainage richtig berechnen.

Mit einem Drainagesystem soll Staunässe verhindert werden. Ist die Feuchtigkeit einmal da, ist es unter Umständen schwierig, sie wieder zu beseitigen. Sorgen Sie am besten gleich für ein gutes Entwässerungssystem. Im ersten Schritt brauchen Sie dafür eine optimale Planung und genaue Berechnung Ihrer Drainage. Sie ist ein durchaus kompliziertes Vorhaben, weshalb meist Fachleute für Entwässerungstechnik mit der komplizierten Berechnung betraut werden. Wir haben für Sie zusammengefasst, worauf geachtet werden muss.

Wie wird berechnet?

Besonders örtliche Gegebenheiten sind für die Berechnung Ihrer Drainage ausschlaggebend:

  • Versickerungswert: Je nachdem, aus welchen Bestandteilen der Boden besteht und wie durchlässig er ist, sickert Niederschlagswasser mehr oder weniger schnell ab. Den Versickerungswert Ihres Bodens können Sie entweder durch ein Bodengutachten berechnen lassen oder Sie versuchen mit Hilfe eines Versickerungstests selbst herauszufinden, wie (un-)durchlässig Ihr Boden ist. Die Versickerungsleistung hat Auswirkungen auf das Volumen des benötigten Schachts: je geringer die Versickerungsleistung ist, umso kleiner darf das Volumen des Schachts ausfallen.
  • Bodenbeschaffenheit: Welchen Boden Sie im Garten haben, können Sie ebenfalls einem Bodengutachten entnehmen. Bei einem schlecht durchlässigen Boden, z. B. einem Lehmboden, sammelt sich das Wasser im Laufe der Zeit an und verstopft den Untergrund.
  • Durchschnittliche Regenwassermenge: Hier geht es darum, wie viel Niederschlag durchschnittlich pro Jahr in Ihrer Region gemessen wird. Verlässliche Messdaten für Österreich gibt es bei der ZAMG.

Versickerungstest - so geht's

Sie können selbst einen Versickerungstest durchführen, um die Beschaffenheit und Aufnahmefähigkeit Ihres Bodens zu ermitteln. So gehen Sie dabei Schritt für Schritt vor:

  1. Graben Sie eine ca. 50 x 50 cm große und 50 cm tiefe Grube.
  2. Füllen Sie die Grube mehrere Male innerhalb von zwei Stunden mit Wasser, um den Boden komplett mit Wasser zu sättigen.
  3. Markieren Sie in der Grube die Höhe von 30 cm und füllen Sie sie bis zur Markierung mit Wasser.
  4. Nach 10 Minuten füllen Sie das Loch mit Wasser aus einem Messzylinder wieder bis zur Markierung auf. Notiere Sie dabei die Wassermenge, die Sie aufgefüllt haben.
  5. Füllen Sie mindestens noch dreimal auf, um ein verlässliches Ergebnis zu erhalten. ​Bei einem gut versickerungsfähigen Boden haben Sie mehr als 1,5 Liter Wasser pro zehn Minuten nachgefüllt. Haben Sie weniger als 1,5 Liter pro 10 Minuten nachgefüllt, dann ist eine Drainage sinnvoll.

Versickerungseinrichtungen planen

Zur Planung der Drainage gehören auch passende Versickerungseinrichtungen. Im Bodengutachten wird dabei festgehalten, welche Versickerungsgeschwindigkeiten vorliegen, welche Versickerungsfläche notwendig ist, und ob eine Rigole (= Versickerungstunnel) angelegt werden muss oder ob eine Versickerungsmulde ausreicht. Die Vorgaben für die Größe der Mulde (Breite, Länge, Tiefe) finden sich ebenfalls im Bodengutachten.

Grabe ein Loch von 50 x 50 x 50 cm und fülle es mehrere Male innerhalb von 2 Stunden mit Wasser, um den Boden komplett mit Wasser zu sättigen.
Jetzt markierst Du im Loch die Höhe von 30 cm und füllst es bis zur Markierung mit Wasser.
Nach 10 Minuten füllst Du mit Wasser aus einem Messzylinder wieder bis zur 30-cm-Markierung auf. Notiere Dir die Wassermenge, die Du aufgefüllt hast.
Wiederhole diesen Schritt mindestens dreimal, um ein verlässliches Ergebnis zu erhalten.

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Datum: 15.07.2021

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