Einfamilienhaus mit Steildach, gepflasterter Vorplatz, kleiner Garten, Zaun. cleanes, modernes Setting

Einfamilienhaus mit Steildach, gepflasterter Vorplatz, kleiner Garten, Zaun. cleanes, modernes Setting © Dariusz Jarzabek/Shutterstock.com

Kostenkennwerte & Baukosten vom Einfamilienhaus

Sie möchten ein Haus bauen und vorher schon ungefähr wissen, was das Ganze kosten wird? Lesen Sie jetzt weiter und erhalten Sie einen Überblick über die Baukosten und Kostenkennwerte eines Einfamilienhauses.

Zurzeit ist ein Hausbau aufgrund des massiven Kostenanstiegs für Baustoffe und Löhne im Bausektor so teuer wie lange nicht mehr. Realistisch betrachtet kommt ein durchschnittlicher Neubau von 130 bis 140 Quadratmetern auf 300.000 bis 400.000 Euro (ohne Grundstück und Nebenkosten). Das ergibt rund 2.500 bis 2.800 €/m2 Wohnfläche. Grundstückskosten und Baunebenkosten sowie individuelle Sonderwünsche kommen hinzu, weshalb eine Gesamtkalkulation über 600.000 Euro für ein typisches Projekt durchaus realistisch sind.

Symbolbild zum Thema Baukosten: Eine unaufgeräumte Baustelle mit einer schmutzigen Schubkarre und Mörtelkübeln, die die anfallenden Kosten bei einem Neubau repräsentieren.

Kein Neubau ohne Baustelle. Auch die Einrichtung und Sicherung der Baustelle muss organisiert und vor allem bezahlt werden.  © parallel_dream/stock.adobe.com

Im Zuge der Planung eines Gebäudes, die in den einzelnen Phasen immer detaillierter wird, können auch die Kosten immer genauer berechnet werden. Schauen wir uns den Prozess einmal genauer an (Im Folgenden werden die Begriffe der ÖNORM B 1801 verwendet).

Schätzung der Baukosten nach Planungsabschnitt

  • Schon in der Phase der Grundlagenermittlung kann anhand eines ersten Raumprogrammes, einiger Angaben zur Ausstattung und eines groben Terminplanes ein erster Kostenrahmen erstellt werden. Die Genauigkeit liegt bei 15 Prozent.
  • Nach der Vorentwurfsplanung, in der die Räume und die Kubatur des Gebäudes festgelegt werden, sowie anhand genauerer Angaben zur Ausstattung und zu den gewünschten Terminen kann dann die nächste Kostenschätzung erfolgen. Die Genauigkeit liegt jetzt bei circa 10 Prozent.
  • Nach der Entwurfsplanung erfolgt die Kostenberechnung, die bereits einige Details festlegt, sowie einer Objektbeschreibung und eines Terminablaufplanes. Die Genauigkeit liegt bei 7 Prozent.
  • Der Kostenanschlag wird aufgrund der Ausführungsplanung, einer Leistungsbeschreibung und eines Ausführungsterminplanes erstellt und ist die Vorstufe zur Ausführung. Die Genauigkeit liegt jetzt bei 5 Prozent.

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Schätzung der Baukosten nach Bauabschnitt

Die Baukosten lassen sich auch in drei zeitliche Hauptbereiche unterteilen. Die Herstellungskosten sind all jene Kosten (ohne USt), die zur Fertigstellung des Werkes aufzuwenden sind. Dazu gehören:

  • Die Kosten für allgemeine Bauarbeiten wie Baustelleneinrichtung, Abbrucharbeiten, Schuttabfuhr, außergewöhnliche Gründungen, Arbeiten außerhalb des Gebäudes, Errichtung der Außenanlagen, sämtliche Kosten für die Erschließung des Grundstückes sowie die behördlichen Gebühren
  • Die Kosten für alle konstruktiven Arbeiten (also Rohbauarbeiten) im Bereich Erdbau, Maurern, Betonieren, Zimmerern und Isolierungen. Auch die Dachdeckung, Installation von Blitzschutzvorrichtungen und Innenkanalisation zählen hier dazu.
  • Die Kosten für sämtliche Ausbauarbeiten beinhalten dann alle übrigen Tätigkeiten bis zur Fertigstellung. Also Schalungen, Verputz, Verkleidungen, Innenwände, Böden und Bodenaufbauten sowie die gesamte Haustechnik. Nicht hinein fallen hier die Kosten des Grunderwerbs sowie die Honorare der Ziviltechniker und Planer. Hier in Zahlen:
Bauabschnitt Kosten
Planung & Genehmigungen 20.000 bis 30.000 €
Anschlüsse & Erschließung 10.000 bis 15.000 €
Rohbau (inkl. Dach) 150.000 bis 210.000 €
Innenausbau 70.000 bis 100.000 €
Außenanlagen 15.000 bis 25.000 €
Versicherungen & Sonstiges ~1.000 €

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Kosten für Gewerke: durchschnittliche Kostenkennwerte

Die einzelnen Gewerke beim Bau eines Einfamilienhauses in Österreich machen prozentuell unterschiedliche Anteile an den Gesamtkosten aus. Die prozentuale Aufteilung kann schwanken, die folgende Übersicht zeigt aber erfahrungsgemäße Richtwerte für ein schlüsselfertiges Einfamilienhaus im Jahr 2025:

Gewerk Anteil an den Gesamtkosten
Rohbau (inkl. Keller) 30–35 %
Dach 7–10 %
Fenster und Außentüren 5–8 %
Haustechnik (Heizung, Sanitär, Elektro) 20–22 %
Innenausbau (Putz, Estrich, Trockenbau) 8–10 %
Bodenbeläge, Fliesen 4–6 %
Malerarbeiten, Innentüren 4–5 %
Fassade und Außenanlagen 7–10 %
Erdarbeiten und Verführung 2,7 – 4,6 %
Baumeisterarbeiten 39,0 – 48,0 %
Stahlbetonarbeiten 13,7 – 17,3 %
Steinmetz- und Kunststeinarbeiten 0,5 - 1,6 %
Terrazzo, Steinholz etc. 4,0 – 5,2 %
Zimmererarbeiten 1,2 – 3,0 %
Spenglerarbeiten 1,4 – 2,4 %
Dachdeckerarbeiten 0,4 – 1,0 %
Tischlerarbeiten 5,4 – 9,0 %
Beschlagarbeiten 2,2 – 3,0 %
Schlosserarbeiten 1,4 – 2,0 %
Glaserarbeiten 0,7 – 1,0 %
Anstrich und Verputz 2,5 – 3,5 %
Malerarbeiten 0,9 – 1,0 %
Asphaltiererarbeiten 0,4 – 1,0 %
Kanalarbeiten (Grabung, Verlegung) 0,6 – 0,8 %
Gas- und Wasserleitungsarbeiten 4,8 – 6,9 %
Elektroinstallation 2,2 – 4,7 %

Die Kostenaufteilung kann sich je nach Bauweise, Ausstattung und Energieeffizienz unterscheiden, aber diese Richtwerte bieten eine zuverlässige Grundlage für die Planung.

Innenausbau auf der Baustelle: Ein Handwerker steht auf einem Gerüst und führt Spachtelarbeiten an einer Wand aus Gipskartonplatten im Trockenbau durch. Im Vordergrund sind ein Baustaubsauger und Werkzeuge für die Renovierung zu sehen.

Wer übernimmt welche Arbeiten beim Hausbau? Je nach Bauabschnitt kommen unterschiedliche Gewerke zum Zug, deren Kosten einen großen Anteil an den Gesamtbaukosten einnehmen.  © Ingo Bartussek/stock.adobe.com

Baukosten nach Region

Wie viel Geld für einen Neubau zum Ausgeben sind, hängt auch davon ab, wo Sie bauen bzw. leben. InÖsterreich gibt es mitunter starke regionale Unterschiede. Die durchschnittlichen Baukosten pro Quadratmeter belaufen sich in Wien und dem Umland bei etwa 2.600 bis 2.800 €, in den westlichen Bundesländern Salzburg, Tirol und Vorarlberg ist es mit 2.700 bis 3.000 € etwas teurer, Oberösterreich, Kärnten und die Steiermark lassen günstiger zum Eigenheim kommen (2.300 bis 2.600 €) und je weiter östlich Sie sich bewegen, desto günstiger wird es – von den Grundstückspreisen bis zur Handwerkerstunde. So belaufen sich die Quadratmeterpreise in Niederösterreich und dem Burgenland auf durchschnittlich 2.200 bis 2.500 €.

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Redaktion
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