Das perfekte Grundstück finden
Bei der Auswahl des Grundstücks sollte nichts dem Zufall überlassen werden. Gerade deshalb stellt die Suche nach dem perfekten Stück Land für viele angehende Bauherren eine Herausforderung dar. Hier finden Sie einen nützlichen Leitfaden für die Grundstückssuche.
Erst schauen, dann prüfen, dann kaufen! Bevor Sie einen Grund kaufen, sollten Sie diesen genau unter die Lupe nehmen. Persönliche Besichtigungen sind das Um und Auf. Verlassen Sie sich dabei nicht nur auf Ihren eigenen Eindruck, nehmen Sie zu den Besichtigungen immer auch jemanden mit, mit dem gemeinsam Sie das Grundstück auf Herz und Nieren prüfen können. Entsprechen Größe und Lage den Vorstellungen? Ist genug Platz für An- und Zubauten wie Terrasse, Garage oder Wintergarten vorhanden? Wie sieht es in puncto Grundflächenform, Topografie, Hangneigung und Grundwasserspiegel aus? Berücksichtigen Sie vorhandene natürliche/bauliche Schattenwürfe sowie Sparpotenziale hinsichtlich Heizkosten. Diese erschließen sich beispielsweise schon, wenn das künftige Haus ganzjährig von der Sonne beschienen wird und windgeschützt steht. Und nicht zu vergessen die Infrastruktur, Lärmeinflüsse, Straßen in der Nähe, etc. Die Qualität eines Baugrundes ist von einer Reihe von Faktoren abhängig, die beim Kauf Beachtung finden sollten. Wir haben den großen Überblick für Sie:
Hinweise und Tipps
In Österreich wird nach der ÖNORM B 2205 zwischen sieben Bodenklassen unterschieden. Die Bodenklasse Ihres Grundstücks wird durch eine Baugrundanalyse festgestellt und ist ein grundlegender Faktor für die Bebaubarkeit des Geländes.
Grundwasser und Hangwasser als Problem?
Die oberste Höhe des Grundwasserspiegelst ist für die Nutzbarkeit von Baugründen ausschlaggebend. Vor allem in trockenen Jahren unterliegt dieser allerdings starken Schwankungen. Daher sollten Sie vor dem Kauf unbedingt verbindliche Angaben von der zuständigen Bau- bzw. Wasserrechtsbehörde einholen. Interessieren Sie sich für ein Grundstück mit Neigung, ist der Druck des Hangwassers für sie relevant. Dieser muss durch Drainagemaßnahmen auf der Bergseite bis unter die Kellerbodenoberkante abgewendet werden.
Topografie und Tragfähigkeit des Baugrunds untersuchen
Bei der Auswahl des Baugrundes spielt auch dessen Tragfähigkeit eine Rolle, denn je nach Last des Bauwerks wird der darunterliegende Grund entsprechend seiner Zusammendrückbarkeit verformt. Wie viel Gewicht ein Baugrund tragen kann, hängt von der Bodenbeschaffenheit ab. Dabei müssen Faktoren wie Gleichmäßigkeit, Neigung, Bodenart, Härte und Feuchtigkeitsgrad bedacht werden. Einfamilienhäuser sind meist unproblematisch. Problematisch können jedoch sumpfige und felsige Böden, sowie Grundstücken über Aufschüttungsgebieten sein, besonders wenn es um die Förderungsarbeiten und den Kellerbau geht. In diesen Fällen können Sie durch einen Verzicht auf das Kellergeschoss erheblich Kosten und Arbeitszeit einsparen.
Um die Beschaffenheit des Baugrunds festzustellen, sollten Sie eine Baugrunduntersuchung durchführen lassen. Diese wird meist in Form von Probebohrungen, Schächten, Rammsondierungen, der Herstellung von Grundwasserpegeln, Pumpversuchen sowie der Entnahme und Untersuchung von Boden- und Wasserproben durchgeführt. Eine professionelle Baugrunduntersuchung bringt Sicherheit bezüglich der Bodenverhältnisse und Grundwasserstände, die Sie dann in der Planung Ihres Bauvorhabens berücksichtigen können.
Wie ist die Anbindung an die Infrastruktur
Die Lage eines Grundstücks ist für die Lebensqualität ausschlaggebend. Je weiter Ihr Wunschgrundstück von einem Ballungszentrum entfernt ist, umso günstiger ist es. Auch Aussicht, Lautstärke und Ruhe sind wichtige Faktoren. Bedenken Sie jedoch, dass Sie im Alltag die Anfahrt zum Arbeitsplatz, zu Schulen, Supermärkten, Ärzten, etc. einplanen müssen. Was im ersten Moment wie eine Ersparnis erscheint, kann sich im Laufe der Jahre in Form von Spritkosten oder Zugtickets summieren. Bei abgelegenen Grundstücken können gegebenenfalls auch die Zuleitungen für Strom, Wasser, Gas und Telefon teuer werden. Ein günstiges Grundstück muss auf Dauer also keine Ersparnis bedeuten!
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