Regenrinne richtig planen und montieren
Damit Dach und Fassade auch starke Regenfälle ohne Schäden überstehen, muss ein passendes System zur Dachentwässerung installiert werden. Ein wichtiger Bestandteil davon ist die Regenrinne. Worauf Sie bei Materialauswahl, Montage und Reparatur achten müssen, lesen Sie hier.
- Welche Regenrinne ist die richtige für mein Haus?
- Materialien und Preise für Regenrinnen im Vergleich
- Normen und Maße für Regenrinnen in Österreich
- Regenrinne verbinden und abdichten: So geht's!
- Hängende oder dachintegrierte Regenrinne?
- Welche Rinnengröße brauche ich?
- Halbrunde Regenrinne oder Kastenrinne – was ist besser?
- Regenrinne reparieren: So dichten Sie undichte Rinnen richtig ab
- Regenrinne reinigen und pflegen: So beugen Sie Schäden vor
- FAQ: Antworten zu Reinigung, Montage & Kosten von Regenrinnen
Die Regenrinne ist zwar nur ein kleiner, aber dennoch wichtiger Teil des Hauses. Denn ohne sie würde das Regen- oder Tauwasser auf Dauer zu Schäden am Dach oder der Fassade führen. Damit die Dachrinne lange ihren Dienst tut, muss sie regelmäßig gewartet werden und bei Rissen oder Löchern umgehend repariert oder ersetzt werden.
Bei Neubau oder Sanierung lohnt sich ein Blick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Eine Zink-Regenrinne bietet z. B. eine lange Lebensdauer zu moderaten Kosten. Wer besonderen Wert auf Design legt, kann mit Kupfer oder Aluminium optische Akzente setzen.
Welche Regenrinne ist die richtige für mein Haus?
Meist bestehen Regenrinnen aus Kunststoff, Alu, Zink und Kupfer. Jedes dieser Materialien hat seine Vor- und Nachteile. Welches Material das beste für Ihre Dachrinne ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Folgende Faktoren sollten Sie bei der Materialauswahl aber berücksichtigen:
Lebensdauer: Je nach Material halten Regenrinnen unterschiedlich lang: Modelle aus Kunststoff kommen auf ungefähr 10 bis 20 Jahre. Metallrinnen sind deutlich langlebiger, Zinkrinnen sind besonders korrosionsbeständig und halten z. B. bis zu 40 Jahre.
Optik: Kunststoff- und Alurinnen sind in vielen Farben erhältlich und können auf das Haus abgestimmt werden. Bedenken Sie bei Zink- und Kupferrinnen, dass sie mit der Zeit eine Patina entwickeln und ihre Optik dadurch verändern. Zink wird mattgrau, Kupfer grün. Möchten Sie das nicht, greifen Sie am besten zu einer Dachrinne aus Aluminium oder Plastik.
Preis: Der Preis für eine Dachrinne richtet sich nach Material und Länge. Die günstigste Variante ist die Kunststoff-Regenrinne (ca. 5 Euro/m), gefolgt von der Alurinne. Etwas mehr ausgeben müssen Sie für langlebige Zinkrinnen. Mit 15 bis 20 Euro/m haben sie aber ein gutes Preis- Leistungsverhältis. Für eine Kupferrinne legen Sie deutlich mehr hin, etwa 20 bis 30 Euro/m. Dafür sind sie so gut wie unzerstörbar.
Beanspruchung: Ist zu erwarten, dass ein Haus der Witterung stark ausgesetzt sein wird, sind Metallrinnen empfehlenswert, da sie beständiger und formstabiler als Kunststoffrinnen sind. Für Flachdächer sollte ein maximal korrosionsbeständiges Material gewählt werden, zum Beispiel Zink.
Damit das Regenwasser abfließen kann, muss die Regenrinne regelmäßig von Laub gereinigt werden. © Natalia/stock.adobe.com
Materialien und Preise für Regenrinnen im Vergleich
Nachfolgend finden Sie eine übersichtliche Kosten-Tabelle, die Ihnen die Entscheidung erleichtert:
| Material | Circa-Preise pro Meter | Haltbarkeit | Vorteile | Nachteile |
| Kunststoff | 5 bis 8 Euro | 10 bis 20 Jahre | günstig, leicht, einfache Montage | empfindlich gegenüber UV-Strahlung, eher geringe Lebensdauer |
| Aluminium | 10 bis 15 Euro | 20 bis 30 Jahre | leicht, große Farbauswahl, rostfrei | anfällig gegen Stöße, fachgerechte Abdichtung nötig |
| Zink/Titanzink | 15 bis 20 Euro | 30 bis 40 Jahre | robust, korrosionsbeständig, pflegeleicht | schweres Material, Verlöten nötig |
| Kupfer | 25 bis 30 Euro | > 40 Jahre | extrem langlebig, edle Patina, wartungsarm | eher teuer, kann mit anderen Metallen reagieren |
| Edelstahl | 20 bis 30 Euro | 40 bis 50 Jahre | sehr stabil, witterungsbeständig | schwer, aufwändige Montage |
Normen und Maße für Regenrinnen in Österreich
In Österreich – ebenso wie im EU-Raum – unterliegen Regenrinnen und Fallrohre bestimmten Normen, damit sie standardisiert hergestellt, einfach kombiniert und repariert werden können.
Die wichtigstgen Normen für Regenrinnen
Je nach Rinnenform gelten unterschiedliche Nenngrößen (z. B. RG 250, RG 300, RG 400). Sie beziehen sich auf die Breite und den Durchflussquerschnitt. So lässt sich für jedes Dachgefälle und jede Dachgröße die richtige Regenrinne bestimmen.
Wer Dachrinnen selbst montieren möchte, sollte auf Produkte mit EN 612-Normkennzeichnung achten. Diese erfüllen die Anforderungen an Passform, Dichtheit und Langlebigkeit – und sind im Handel in Österreich weit verbreitet.
Die halbrunde Rinne ist der Klassiker unter den Regenrinnen und kann aus vielen unterschiedlichen Materialien gefertigt werden. © Ахтем/stock.adobe.com
Tipp:
Es muss bei der Montage von Dachrinnen auf fachgerechte Nahtverbindung geachtet werden. Tropft die Regenrinne, lässt ein Schaden an der Fassade nicht lang auf sich warten.
Regenrinne verbinden und abdichten: So geht's!
Kunststoffrinnen werden einfach nur ineinander gesteckt und dann mit Klebstoff montiert. Heimwerker können die Kunststoff-Regenrinnen auch selbst montieren. Für Metallrinnen z. B. aus Kupfer oder Titanzink gibt es ebenfalls Stecksysteme, die sich zur Selbstmontage eignen. Handelt es sich um kein Stecksystem, sollte ein Profi ans Werk. Ein Dachdecker oder Spengler stellt z. B. mit dem Weichlötverfahren (bei Zink) oder Hartlötverfahren (Kupfer) wasserdichte Verbindungen her. Nicht gelötet werden kann eine Alurinne. Ihre Bestandteile müssen genietet und mit Silikon abgedichtet werden.
Hängende oder dachintegrierte Regenrinne?
Montiert können Regenrinnen entweder hängend, also unter der Dachkante, oder dachintegriert. Mit letzterer Montageart fügt sich das Entwässerungssystem nahtlos in die Dachstruktur ein, die Installation oder die Reparatur kann sich jedoch um einiges komplizierter gestalten.
Welche Rinnengröße brauche ich?
Bevor eine Dachrinne montiert oder erneuert werden kann, muss klar sein, wie groß Dachrinne und Fallrohr sein müssen und wie viel Gefälle nötig ist. Diese Berechnungen sollten Sie einem Fachmann überlassen. Ausschlaggebend für die Rinnengröße ist die Dachgrundfläche in Quadratmeter (gemeint ist die Gebäudegrundfläche plus Dachüberstand), aber auch die Rinnenform. Denn eine Kastendachrinne etwa fasst mehr Wasser als die halbrunde Dachrinne.
Halbrunde Regenrinne oder Kastenrinne – was ist besser?
Die klassische Dachrinne ist halbrund. Außergewöhnlicher ist die eckige Kastenrinne. Diese Art von Regenrinne ist besonders bei modernen Gebäuden beliebt. Mit ihr können abwechslungsreiche Akzente am Gebäude gesetzt werden.Durch ihre Form sind sie aber etwas wartungsintensiver als die halbrunden Rinnen, weil sich in den Ecken Schmutz leichter festsetzen kann.
Regenrinne reparieren: So dichten Sie undichte Rinnen richtig ab
Kleinere Risse oder Löcher in Ihrer Regenrinne können Sie selbst mit Silikon, einer speziellen Abdichtungsmasse oder Abdichtungsbändern aus dem Handel verschließen. Das funktioniert bei jedem Material. Wenn Sie einen größeren Schaden bemerken, sollten Sie einen Spengler zu Rate ziehen. Denn wie dann am besten vorgegangen wird, ist vom Material und Schadenausmaß abhängig. Handelt es sich um eine Metallrinne, zum Beispiel aus Titanzink, kann das Leck von einem Spengler gelötet werden und die Lebensdauer um einige Jahre verlängert werden.
Mit Kastenrinnen können interessante Akzente gesetzt werden. Sie erfordern aber ein wenig mehr Wartung. © Victor/stock.adobe.com
Tipp:
Auch nach einem Unwetter können Blätter und Äste die Regenrinne verstopfen. Werden Sie vor dem Winter nicht entfernt, kann aufgestautes Wasser gefrieren und die Rinne sowie Fallrohr beschädigen.
Regenrinne reinigen und pflegen: So beugen Sie Schäden vor
Zum Frühjahrscheck an Haus und Garten gehört auch das Säubern der Regenrinne. Befinden sich Bäume in unmittelbarer Umgebung, dann sollten Sie mindestens zweimal im Jahr die Dachrinne von Laub befreien, entweder mit einem Handbesen oder einem Dachrinnenreiniger. Bringen Sie zudem unbedingt ein Laubfanggitter bzw. ein Laubsieb an, das Verstopfungen verhindert. Erhältlich sind vorgeformte Laubfanggitter, die in Halbrundrinnen eingelegt werden, oder - noch besser - flache Laubfanggitter, die auf der Rinne liegen. Sie haben den Vorteil, dass das Laub gar nicht erst in die Regenrinne kommt, sondern vom Wind weggeblasen wird.
FAQ: Antworten zu Reinigung, Montage & Kosten von Regenrinnen
Wie oft sollte man eine Regenrinne reinigen?
Mindestens zweimal im Jahr – idealerweise im Frühling und Herbst. Bei Häusern in der Nähe von Bäumen empfiehlt sich eine häufigere Kontrolle, um Verstopfungen durch Laub zu vermeiden.
Wie erkenne ich eine undichte Dachrinne?
Typische Anzeichen sind Wasserflecken an der Fassade, Tropfgeräusche oder rostige Stellen. Kleine Leckagen lassen sich mit Dichtmitteln oder Bändern versiegeln. Bei größeren Schäden hilft ein Fachbetrieb.
Welche Regenrinnengröße ist die richtige für mein Dach?
Die passende Größe hängt von der Dachfläche und der regionalen Regenspende ab. Fachleute orientieren sich an der EN 612 und an Berechnungstabellen (z. B. Haus.de: "Dachrinnen Maße und Größen").
Darf ich eine Regenrinne selbst montieren?
Kunststoffrinnen und Stecksysteme können Heimwerker selbst anbringen. Für Metallrinnen (Zink, Kupfer, Aluminium) empfiehlt sich die Montage durch einen Spengler oder Dachdecker, da gelötet oder genietet werden muss.
Wie lässt sich eine verstopfte Regenrinne verhindern?
Mit einem Laubfanggitter oder Rinnen-Sieb, das vor Blättern, Ästen und Moos schützt. Dadurch verlängert sich auch die Lebensdauer des gesamten Entwässerungssystems.
Was kostet der Austausch einer Regenrinne?
Je nach Material und Länge liegen die Gesamtkosten (inkl. Montage) bei ca. 20 – 60 €/m. Selbstmontage spart Arbeitskosten, erfordert aber sorgfältige Abdichtung.
Wird das Regenwasser gesammelt, so kann es im Haushalt weiterverwendet werden, zum Beispiel zum Bewässern von Dachbegrünung oder zum Gießen im Garten. Dadurch kann, je nach Größe des Gartens, über die Jahre hinweg eine erhebliche Menge an Geld gespart werden. Jetzt gleich weiterlesen und mehr erfahren:
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