Wohin mit dem ganzen Herbstlaub?
So schön die feurig rot, gelb und orange verfärbten Blätter auch sind, früher oder später müssen sie weg - dem Rasen und Pflaster zuliebe. Wo entsorgt werden muss, wie Sie dabei Tiere schonen und Platz für das Laub schaffen können - wir haben die besten Tipps für Sie.
Der Herbst ist eine besonders arbeitsreiche Zeit für alle Gärtner, denn das Laub darf auf keinen Fall auf dem Rasen überwintern. Bleibt es liegen, gibt es im Frühjahr gelbe Flecken. Für die einfache und schnelle Entfernung des "Bodendeckers" sind im Handel zahlreiche Laubsaugerund Laubbläser erhältlich. Zu beachten ist dabei, dass die lauten Geräte - oft mit integriertem Häcksler - die tierischen Gartenbewohner nicht nur erschrecken, sondern auch gefährlich für sie sein können.
Wer Nützlingen wie Insekten, Igel und Co. also einen Gefallen tun will, greift auf den guten alten Rechen zurück - und das am besten regelmäßig und immer erst, wenn das Laub ganz trocken ist. Besonders effizient sind spezielle Laubrechen mit breiten, flexiblen Zinken. Für die Reinigung von Gehwegen und Pflaster können die elektrischen Helfer ohne Bedenken eingesetzt werden. Beachten Sie dabei die Sicherheitshinweise und tragen Sie geeignete Schutzkleidung, um Verletzungen zu vermeiden.
Herbstlaub als Kälteschutz für Pflanzen und Tiere
Nicht überall muss der Garten von Laub befreit werden. Vor allem der Igel freut sich über einen kleinen Laubhaufen als Kälteschutz an einer unauffälligen Stelle. Auf Blumenrabatten oder unter Sträuchern dient das Herbstlaub auch als Schutz vor Winterfrost.
Hinweise und Tipps
Tipp:
Nusslaub ist der perfekte Torfersatz. Mit dem Rasenmäher aufsammeln und häckseln, zwei bis drei Jahre liegen lassen und als Torf einsetzen!
Besonders Pflanzen, die außerhalb des Gartens im Wald oder am Waldrand wachsen würden, blühen unter dem Schutz einer Mulchschicht geradezu auf. Auch viele Zierpflanzen freuen sich über diesen Kälteschutz. Allerdings eignet sich nicht jedes Laub für diesen Zweck. Die Blätter mancher Bäume, wie Buchen, Kastanien, Nussbaum oder Magnolie sind so fest und schwer, dass sie im Winter kaum verrotten und wenig Luft zum Atmen lassen. Solches Laub sollte deshalb von Beeten und Rabatten entfernt werden. Besonders gut als Pflanzenschutz und auch zum Kompostieren geeignet, ist dagegen das Blattwerk von Birke und Hainbuche.
Hinweise und Tipps
Tipp:
Achten Sie auf eine ausgewogene Feuchtigkeit im Kompost - er sollte weder zu nass noch zu trocken sein. Bei optimalen Bedingungen kann Lauberde nach etwa neun Monaten bis einem Jahr fertig sein.
Speicher fürs Herbstlaub selber bauen
Apropos Kompostierung: Die Blätter sind füllig und oft kommt eine große Masse an Laubmaterial zusammen. Da kann der Kompost schon einmal übergehen. Auch das ist kein Problem. Bauen Sie ganz einfach aus einem Maschendraht einen Laubspeicher: Den Maschendraht an seinen Enden zusammen binden, und schon können Sie Ihren Laubkorb in jeder beliebigen Größe in den Garten stellen. Um zu verhindern, dass jeder Windstoß zu einem neuerlichen Laubregen führt, sollten Sie einNetz überden Korb spannen.Alternativ können Sie auch spezielle Kompostsäcke verwenden, die luftdurchlässig sind und eine einfache Lagerung ermöglichen.
Die Rotte im Laubbehälter kann beschleunigt werden, indem die Blätter mit etwas Rasenschnitt und Häckselgut gemischt werden. Ein optimales Mischungsverhältnis wäre etwa zwei Drittel Laub zu einem Drittel Rasenschnitt oder andere stickstoffreiche Materialien. Die frischen Gräser enthalten viel Stickstoff. Das begünstigt den Zersetzungsprozess. Ist die Rasensaison bereits vorbei, kann auch Kompostbeschleuniger zugesetzt werden. Das Häckselgut sorgt für eine gute Durchlüftung der Mischung und fördert die Kompostierung ebenfalls.
Hinweise und Tipps
Achtung:
Das Verbrennen von Gartenabfällen im eigenen Garten ist generell verboten!
Warum krankes Laub unbedingt wegmuss!
Krankes Laub gehört auf jeden Fall entsorgt und eignet sich weder als Kälteschutz für Pflanzen und Tiere, noch zur Kompostierung. In der Kastanie überwintert zum Beispiel die Miniermotte und in Nussbäumen wird immer öfter eine Pilzerkrankung festgestellt. Sind Blätter und Nüsse also schwarz geworden, muss das Laub weg. Am besten sind die kranken Blätter in der Biotonne zu entsorgen.
Weitere Verwertungsmöglichkeiten von Herbstlaub
Neben der Kompostierung gibt es noch andere nützliche Einsatzmöglichkeiten für Herbstlaub:
- Als Mulch im Hochbeet schützt eine Schicht Laub den Boden und verbessert die Bodenstruktur.
- Empfindliche Topfpflanzen können mit einer Laubschicht vor Frost geschützt werden.
- Das Herbstlaub kann direkt in den Boden eingearbeitet werden, um die Bodenqualität zu verbessern.
Rechtliche Aspekte und kommunale Vorschriften
Beachten Sie, dass es regionale Unterschiede bei der Entsorgung von Gartenabfällen geben kann. Informieren Sie sich über die geltenden Vorschriften in Ihrer Gemeinde. Auch das Nachbarschaftsrecht kann bei Laubfall von angrenzenden Grundstücken relevant sein. Im Zweifelsfall empfiehlt sich ein freundliches Gespräch mit den Nachbarn.
Vergessen Sie nicht, dass nasses Laub auf Gehwegen und Straßen zur Rutschfalle werden kann. Entfernen Sie es regelmäßig, um Unfälle zu vermeiden. Beim Laubsammeln selbst sollten Sie auf geeignetes Schuhwerk und eventuell Handschuhe achten, um sich vor Verletzungen zu schützen.
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