Was ist ein Kredit mit Tilgungsträger?
Wenn Sie einen endfälligen Kredit aufnehmen, taucht unweigerlich die Frage auf: Wie zahle ich den am besten wieder zurück? Eine Möglichkeit ist ein Tilgungsträger. Was das genau ist und warum Sie vorsichtig agieren sollten, erfahren Sie hier.
Die monatliche Ratenzahlung ist nur eine Möglichkeit, seine Schulden zu tilgen. Im Fall eines Tilgungsträgerkredits können auch Lebensversicherungen oder Aktienpakete dafür herangezogen werden. Wie bei allen Finanzthemen gilt: Informieren Sie sich gut und lassen Sie sich von einem Profi beraten, bevor Sie sich für einen Tilgungsträger entscheiden. Bei uns können Sie sich einen ersten groben Überblick über die Chancen und Risiken verschaffen.
Tipp:
Bei einem Ratenkredit werden im Unterschied zum Tilgungsträgerkredit laufend Zinsen und Kreditbetrag getilgt, sodass sich Letzterer immer weiter reduziert.
Was ist ein Kredit mit Tilgungsträger?
Bei einem endfälligen Kredit mit Tilgungsträger wird der Kreditbetrag nicht während der Laufzeit getilgt, sondern wird erst am Ende der Laufzeit in voller Höhe fällig. Während der Kreditlaufzeit werden laufend nur die anfallenden Zinsen gezahlt sowie Zahlungen auf den Tilgungsträger geleistet. Die Idee dahinter ist, dass die Erträge aus dieser Anlage dann schlussendlich die komplette Tilgung des Kredits abdecken. Es kann aber auch anders kommen und am Ende reicht das Geld aus dem Tilgungsträger nicht zur Kreditrückzahlung aus.
Tilgungsträger und ihre Risiken
Als mögliche Tilgungsträger dienen zum Beispiel Anleihen, Investmentfonds, Aktien oder Lebensversicherungen. Ob das angesparte Kapital im Tilgungsträger für die Rückzahlung ausreicht, hängt vom Gesamtertrag ab, den der Tilgungsträger tatsächlich erwirtschaftet. Und genau dieser Punkt bringt viele Kreditnehmer immer wieder in arge Bedrängnis. Denn der Tilgungsträger kann sich ganz anders entwickeln als geplant. Ist der Tilgungsträger z. B. vom Börsenkurs abhängig, ist es unvorhersehbar, ob er am Ende wirklich die benötigte Summe abwirft. Tut er das nicht, dann müssen Sie den Differenzbetrag oder im schlimmsten Fall sogar den Gesamtbetrag aus Ihrem sonstigen Vermögen oder Einkommen bezahlen. Dieses Risiko besteht bei einem Ratenkredit nicht.
Tipp:
Bis 2008 nahmen viele private Haushalte Fremdwährungskredite auf, meist in Schweizer Franken, seltener in Japanischen Yen oder US-Dollar.
Nicht erlaubt: Tilgungsträger bei Fremdwährungskrediten
Vor einigen Jahren war der Fremdwährungskredit in Österreich eine übliche Finanzierungsvariante. Vorwiegend handelte es sich dabei um einen endfälligen Kredit, das heißt, dass die Kreditsumme erst am Ende der Laufzeit zurückgezahlt werden muss und nur die Zinsen laufend gezahlt werden. Um am Ende genug Geld für die Rückzahlung zur Verfügung zu haben, wurden parallel meist Tilgungsträger angespart, zum Beispiel Lebensversicherungen. Mittlerweile dürfen an Verbraucher keine endfälligen Fremdwährungskredite, die mit einem kapitalaufbauenden Tilgungsträger verknüpft sind, vergeben werden.
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