Laute Nachbarn? Was das Gesetz sagt, und was Sie tun können

Laute Nachbarn - wer kennt das nicht? Was tatsächlich als Lärmbelästigung im rechtlichen Sinne gilt und wo Sie vielleicht einfach nur tief durchatmen sollten, haben wir im folgenden für Sie zusammengefasst.

Es kommt nicht selten vor, dass sich NachbarInnen im Stiegenhaus oder an der Grundstücksgrenze nicht mal grüßen und bestmöglich aus dem Weg gehen. Oft sehen Sie sich gar nur noch vor Gericht. In den meisten Streitfällen unter NachbarInnen geht es um die gute alte Lärmbelästigung.

Was ist eigentlich Lärm?

Grundsätzlich muss zwischen 22:00 Uhr und 6:00 Uhr die so genannte Nachtruhe eingehalten werden. Das heißt, die Stereoanlage gehört auf Zimmerlautstärke, Staubsaugen oder Teig mixen sollten zu anderen Tages- oder vielmehr (Nacht)zeiten erledigt werden und auch der fleißigste Heimwerker sollte in diesen Stunden Bohrmaschine oder Stichsäge aus der Hand legen. Auch gilt noch die Sonntagsruhe. Dies betrifft vor allem GartenbesitzerInnen, die dann nicht den Rasenmäher oder gar den Laubbläser anwerfen sollten. Die altbekannte Mittagsruhe ist Geschichte, mit der Ausnahme, dass diese "ortspolizeilich" festgelegt wurde. Zum Beispiel in einem Kleingartenverein, wo dann zwischen 12:00 Uhr und 14:00 das Rasenmähen verboten ist.

Was können Sie baulich tun?

Eine ordentliche Trittschalldämmung, gute Fenster, gedämmte Rohre - damit ist schon viel getan.  Grundsätzlich sollte Schall immer dort reduziert werden, wo er seine Quelle hat. Mit Trockenestrich und Mineralwolldämmung im Fußboden lässt sich die Trittschallübertragung aus der eigenen Wohnung erheblich verringern. Eine Maßnahme, die aber meist nur im Neubau oder im Zuge größerer Renovierungsarbeiten möglich ist.

Wesentlich einfacher ist es hingegen, eine abgehängte Decke einzuziehen. Dazu werden Anker an der Decke montiert und daran entsprechende Gipskartonelemente befestigt. Verwendet man dafür spezielle Akustikdeckenelemente wie Rigips Lochdecken oder Kassettendecken, verbessert sich der Schallschutz.

Trittschall kommt aber nicht nur durch die Decke, sondern sucht sich auch Nebenwege über angrenzende Wände. Aus diesem Grund ist eine Kombination aus abgehängter Decke und Vorsatzschale an den Wänden am effektivsten. Für die Vorsatzschale wird eine Unterkonstruktion aus Holz oder Metall an der Wand befestigt. Um eine Schallübertragung an diesen Berührungsflächen zu vermeiden, wird ein Dichtungsband dazwischen gelegt. Die Hohlräume zwischen den Holz- oder Metallständern werden mit Mineralwolle befüllt und schließlich die Gipskartonplatten auf die Unterkonstruktion geschraubt. Anschließend wird die Oberfläche der Wand nur noch verspachtelt, gestrichen oder tapeziert.

Was sagt das Gesetz?

Gegen einen lärmenden Nachbarn hilft, wie so oft im Leben, am besten das persönliche Gespräch. Bleibt dieser Versuch ohne Erfolg, dann sollte die Polizei helfen. Diese kann eine Geldstrafe verhängen, wenn eine Verwaltungsübertretung vorliegt. Bei ganz groben Verstößen kann es sogar zu einer Festnahme kommen. Bei regelmäßigen Lärmbelästigungen kann auch eine Unterlassungsklage ins Auge gefasst werden. Gehen die Belästigungen trotz Verurteilung weiter, drohen den lauten NachbarInnen Beugestrafen und bei MieterInnenn die Kündigung des Mietvertrages.


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Datum: 27.04.2017

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