Frau mit Sonnenhut entspannt am Balkon auf einem Liegestuhl mit rot gepolsterter Auflage. Sie hält ein Glas Orangensaft in den Händen, um sie herum Topfpflanzen.

Frau mit Sonnenhut entspannt am Balkon auf einem Liegestuhl mit rot gepolsterter Auflage. Sie hält ein Glas Orangensaft in den Händen, um sie herum Topfpflanzen. © ©ArTo/stock.adobe.com

Wie Sie Ihren Balkon richtig planen: Größe & Balkonarten

Damit Sie Ihren Balkon so nutzen können, wie Sie es sich vorstellen, braucht er die richtige Größe. Erfahren Sie hier, wie groß er mindestens sein sollte, welche Balkonarten es gibt und was Sie bei einem nachträglichen Balkonanbau beachten müssen.

Für viele Wohnungssuchende und Häuslbauer ist der Balkon ein Muss, vor allem dann, wenn man keinen oder nur einen kleinen Garten hat. Große Balkone können dank Balkonbepflanzung und Hochbeeten zum vollwertigen Gartenersatz werden, aber selbst kleinere Varianten haben als Plätzchen an der Sonne Ihren Reiz. Lesen Sie hier alles, was Sie zu Balkonarten und der richtigen Balkongröße wissen müssen.

Tipp:

Ragt die Dachfläche über den Balkon, kann dieser unabhängig vom Wetter als erweiterter Wohnraum genutzt werden und Balkonmöbel können draußen stehen bleiben.

Wie groß muss ein Balkon mindestens sein?

Die Größe Ihres Balkons ist davon abhängig, wie Sie ihn nutzen möchten. Empfehlenswert ist aber in jedem Fall eine Mindestbreite von 1,50 Meter, weil Sie dann problemlos Balkonmöbel unterbringen und Sie sich frei bewegen können. Je größer der Balkon, desto größer natürlich auch die Anforderungen an die Statik.Wie groß Ihr Balkon letztlich werden kann, kommt schließlich auch auf die Bauvorschriften in Ihrem Bundesland an. So müssen etwas Abstandsregeln zu den Nachbarn eingehalten und die maximal erlaubte Ausladung berücksichtigt werden. Wenden Sie sich an Ihr Gemeindeamt, in Wien ans Magistrat.

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Mindestgrößen und Planungsgrundlagen

Die optimale Balkongröße hängt von Ihrer gewünschten Nutzung ab. Experten empfehlen:

Nutzung Mindestgröße Ideale Größe
Kleiner Sitzplatz 1,5 x 1,5 m 2 x 2 m
Essbereich für 4 Personen 2,5 x 2 m 3 x 2,5 m
Lounge-Bereich 3 x 2 m 4 x 3 m
Urban Gardening 3 x 2 m 4 x 3 m
Die Planung eines mediterranen Balkons mit schmiedeeisernem Geländer, einer Markise als Sonnenschutz und üppiger Bepflanzung in Blumenkästen.

Die richtige Beschattungslösung darf bei der Balkonplanung nicht vergessen werden - sonst wird es im Sommer schnell zu heiß! © Alexander Reitter/stock.adobe.com

Welche Balkonart passt am besten zu Ihnen?

Balkone können in verschiedenen Arten angelegt werden. Je nach Art unterscheidet sich auch oft die Nutzung und Gestaltung. Einen Überblick über die beliebstesten Balkonarten finden Sie hier:

  • Auskragender Balkon: Diese Balkonart findet man am häufigsten im Neubau. Der auskragende Balkon kann quasi eine Erweiterung der Geschossdecke sein oder aus einer Balkonplatte bestehen, die mittels Konsolen oder Tragbalken mit dem Gebäude fest verbunden wird. Dadurch wirken Fassade und Balkon wie aus einem Guss. Es gibt aber auch Nachteile: Weil Innenraum und Balkon direkt ineinander übergehen, können Kältebrücke entstehen, die zu hohen Heizkosten führen. Auch Schimmel kann auftreten, da sich Schwitzwasser leichter ansammelt. Damit Wärmeverluste und Schimmel verhindert werden, muss ein auskragende Balkon deshalb thermisch von der Decke getrennt werden, zum Beispiel mittels Isokorb.
  • Vorsatzbalkon oder Vorstellbalkon: Sie sanieren und möchten einen Balkon nachrüsten? Dann ist der Vorstellbalkon die richtige Wahl für Sie! Er wird nicht angebaut, sondern wird auf vier Stützen gesetzt. Damit ist er selbsttragend und hat keine Auswirkung auf die Statik des Gebäudes. Es ist nur ein minimaler Eingriff in die Fassade notwendig und bei fachgerechter Montage sind keine Wärmeverluste zu befürchten. Vorstellbalkone können auch über mehrere Stockwerke reichen. Die unteren Balkone damit automatisch überdacht, aufgrund der Stützen muss man allerdings auf etwas Platz verzichten.
  • Anbaubalkon: Auch ein Anbaubalkon kann nachträglich am Haus angebracht werden. Gerade bei der Altbaumodernisierung in Innenstädten ist der Anbaubalkon eine beliebte Lösung, weil bei dieser Balkonart nicht zwingend äußere Bodenstützen notwendig sind. Ähnlich wie beim Hängebalkon und beim auskragenden Balkon, braucht der Anbaubalkon aber eine massive Befestigung an der Hausfassade. Damit steigt auch hier die Gefahr von Wärmeverlusten und Schimmelbildung.
  • Hängebalkon: Ebenfalls fix angebaut ist der Hängebalkon. Die Last des Balkons wird hier aber nicht über Stützen abgeleitet, sondern zur Gänze über die Fassade und den Baukörper. Dazu wird eine Bodenplatte errichtet und Traversen angebracht. Da der Hängebalkon von der Fassade getragen wird, muss selbige intakt und stabil sein.

Die optimale Balkonausrichtung für maximalen Komfort

Die Ausrichtung Ihres Balkons spielt eine entscheidende Rolle für die Nutzungsmöglichkeiten. Jede Himmelsrichtung bietet dabei ihre eigenen Vor- und Nachteile:

  • Südbalkon: Maximale Sonneneinstrahlung von morgens bis abends, ideal für Sonnenanbeter und Hobbygärtner. Allerdings wird es im Hochsommer oft sehr heiß, weshalb ein durchdachter Sonnenschutz unverzichtbar ist.
  • Ostbalkon: Angenehme Morgensonne, ab mittags im Schatten. Perfect für Frühaufsteher und das Frühstück im Freien. Pflanzen gedeihen hier gut, da sie nicht der prallen Mittagssonne ausgesetzt sind.
  • Westbalkon: Sonne am Nachmittag und schöne Sonnenuntergänge. Ideal für Menschen, die ihren Balkon nach der Arbeit nutzen möchten. Im Sommer kann es in den Abendstunden noch sehr warm werden.
  • Nordbalkon: Wenig direkte Sonneneinstrahlung, dafür angenehm kühl im Sommer. Gut geeignet für schattenliebende Pflanzen und als Rückzugsort an heißen Tagen.

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Ein schmaler Balkon, der bei der Planung optimal mit platzsparenden Klappmöbeln aus Holz und einem vintage Außenteppich gestaltet wurde.

Bei kleinen Balkonen ist die richtige Planung ausschlaggebend. Platzsparende Klappmöbel sind dafür ideal geeignet. © Casa imágenes/stock.adobe.com

Was ist der Unterschied zwischen Balkon, Terrasse und Loggia?

Der Balkon ist eine mit einem Geländer versehene Plattform, die über dem Geländeniveau liegt und aus dem Baukörper herausragt. Dem Balkon ähnlich ist die Loggia, mit dem Unterschied, dass eine Loggia stets im Gebäudeinneren liegt. Meist ist sie an allen drei Seiten geschlossen und mit großen Fensterfronten ausgestattet. Damit ist die Loggia also nichts anderes als ein "Indoor-Balkon" oder "Indoor-Wintergarten". Die Terrasse hingegen befindet sich auf Bodenebene, es sei denn, es handelt sich um eine Dachterrasse. Diese befindet sich, wie der Name schon sagt, in Dachnähe oder direkt auf dem Dach. Ist die Terrasse überdacht oder verglast, wird sie auch als Veranda bezeichnet. Sie befindet sich häufig im Eingangsbereich eines Gebäudes.

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Tipp:

Bauen Sie einen Balkon nachträglich an, entstehen Ihnen Kosten von ungefähr 15 000 Euro aufwärts.

Wie viel kostet ein Balkon?

Wie so oft kommt es beim Preis auf verschiedenen Faktoren an: Größe, Balkonart, verwendete Materialien, Gebäudelage und bauliche Gegebenheiten. Holen Sie am besten mehrere Angebote ein! Rechnen Sie mit Kosten von 1500 Euro pro Quadratmeter. Eine preiswerte Option ist in der Regel der Französische Balkon. Der bauliche Aufwand ist für ihn geringer, weil er keine vollständige Plattform ist, sondern ein Geländer oder eine Brüstung mit Türen oder Fenstern.

Ein gemütlicher Hängesessel als zentrales Element bei der Balkon-Planung für eine cozy, moderne und entspannte Wohlfühloase mit vielen Pflanzen.

Mit der richtigen Einrichtung wird auch ein kleiner Balkon zur echten Wohlfühloase - selbst in der Großstadt. © AgaMurawska/stock.adobe.com

Darf ich als Mieter einen Balkon nachträglich anbauen?

Wenn Sie in einer Mietwohnung leben, brauchen Sie die Zustimmung Ihres Vermieters. Er kann den Balkonanbau übernehmen und eine Baufirma beauftragen, wodurch Ihre Miete steigen wird. Wenn Sie eine Eigentumswohnung besitzen, müssen alle anderen Wohnungseigentümern im Haus dem Vorhaben zustimmen. Spricht sich auch nur ein Nachbar dagegen aus, dürfen Sie keinen Balkon nachrüsten. Sollten Sie die Zustimmung erhalten haben, ist es ratsam, einen fachkundigen Architekten mit dem Balkonanbau zu beauftragen. Dieser hilft nicht nur bei der Entscheidung, welche Balkonart sich eignet, sondern auch beim Bauantrag.

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Ihre Checkliste zur Balkonplanung

  • Ausrichtung und Sonneneinstrahlung prüfen
  • Statische Berechnung durchführen lassen
  • Baugenehmigung einholen
  • Materialauswahl treffen
  • Entwässerung planen
  • Elektrische Anschlüsse vorsehen
  • Geländervariante auswählen
  • Sonnenschutz einplanen
Nachhaltige Balkon-Planung an einem modernen Mehrfamilienhaus, bei der Solarmodule als Balkonkraftwerk direkt in die Balkonbrüstung integriert werden.

Strom vom Balkon? Mit einer eigenen Solaranlage wird das möglich. Die Module werden dabei direkt an der Brüstung des Balkons installiert. © Maryana/stock.adobe.com

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Cleverer Sonnenschutz für Ihren Balkon

Bei der Balkonplanung sollte der Sonnenschutz nicht vergessen werden! Je nach Balkonausrichtung gibt es dafür verschiedene Varianten in unterschiedlichen Preisklassen:

Sonnenschutz-Variante Vorteile Nachteile Kostenrahmen
Markise Flexible Nutzung, große Schattenfläche Windanfällig, regelmäßige Wartung 500-2000 €
Sonnensegel Kostengünstig, leicht zu montieren Begrenzte Haltbarkeit 100-500 €
Schirm Mobil, verschiedene Größen Benötigt Stellfläche 100-1000 €
Pergola Sehr stabil, auch als Rankhilfe nutzbar Hohe Anschaffungskosten ab 1500 €

Besonders praktisch sind auch Kombinationslösungen: Ein Sonnensegel für die Grundbeschattung, ergänzt durch einen mobilen Schirm für flexible Zusatzbeschattung. Achten Sie bei der Auswahl des Sonnenschutzes auch auf UV-beständige Materialien - diese halten länger und bieten besseren Schutz vor schädlicher Strahlung.

Denken Sie auch an das Geländer!

Geländer sind in erster Linie eine Sicherheitsvorkehrung, können den Balkon und das gesamte Gebäude aber auch aufwerten, zum Beispiel, wenn Blumenkästen daran befestigt werden. Zum einen sollen Geländer auf den Stil des Gebäudes abgestimmt werden, zum anderen müssen aber auch baubehördliche Vorgaben einhalten werden. Lesen sie gleich weiter und erfahren Sie mehr zum Thema:

Alles, was Sie über Absturzsicherung wissen müssen!

Redaktion
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