Balkonblumen brauchen den richtigen Standort und gute Erde.  © Kristin/stock.adobe.com

Welche Pflanzen gedeihen auf meinen Balkon?

Mit Pflanzen holt man sich die Natur auf den Balkon und bekommt Luftreiniger, Lärmdämpfer und Sichtschutz oben drauf. Doch nicht jede Pflanze eignet sich für jeden Balkon. Hier erfahren Sie alles über die richtige Balkonbepflanzung.

Sie kennen bestimmt jede Ecke Ihres Balkons. Und trotzdem sollten Sie vor dem Projekt „Balkongarten“ noch einmal genau hinsehen und Ihren Balkon einem Lagecheck unterziehen:  Wie viel Platz steht zur Verfügung? Gibt’s besonders schattige Bereiche? Gibt’s besonders sonnige Bereiche? Kein Muss, aber schön übersichtlich: Wenn Sie Projekte gerne visualisieren, zücken Sie Papier und Bleistift und fertigen Sie eine grobe Skizze an. Vor allem, wenn Raum, Finanzen und Zeit zur Pflanzenpflege nur bedingt zur Verfügung stehen, sollte man mit einer guten Planung ins Projekt Balkonbepflanzung gestartet werden.

Sie kennen bestimmt jede Ecke Ihres Balkons. Und trotzdem sollten Sie vor dem Projekt „Balkongarten“ noch einmal genau hinsehen und Ihre Freifläche einem Lagecheck unterziehen. Kein Muss, aber schön übersichtlich: Wenn Sie Projekte gerne visualisieren, zücken Sie Papier und Bleistift und fertigen Sie eine grobe Skizze Ihres Balkons an. Vor allem, wenn Raum, Finanzen und Zeit zur Pflanzenpflege nur bedingt zur Verfügung stehen, sollte man mit einer guten Planung ins Projekt Balkonbepflanzung starten: In welche Himmelsrichtung schaut Ihr Balkon überhaupt? Von wann bis wann hat er Sonne? Fallen besonders schattige Ecken auf? Gibt’s besonders sonnige Bereiche? Wie viel Platz steht zur Verfügung?

Welche Pflanzen für meinen Balkon?

Balkonpflanzen können zurückhaltend und zierlich oder ausladend und üppig in Blumenkästen, Ampeln, Töpfen und Kübeln in Szene gesetzt werden. Manche Pflanzen sind anspruchslos und pflegeleicht, andere wiederum verlangen nach extra viel Zuwendung. Die Pflanzenauswahl für den Außenbereich richtet sich letztendlich nach Himmelsrichtung, Lichtverhältnissen und Wind. Ob Sie nun einen sonnigen oder schattigen Balkon bepflanzen wollen, wir haben die richtigen Pflanzen für jeden Standort für Sie im Überblick.

Diese Balkonpflanzen sonnen sich gern

Mit einem Südbalkon steht den Blütenbergen auf Ihrer Freifläche nichts im Wege. Sie haben fast freie Hand, was die Auswahl der Pflanzenarten betrifft. Alle Hände voll zu tun haben Sie bei einem vollsonnigen Standort allerdings mit dem Gießen Ihrer Balkonpflanzen. Sind sie der prallen Sonne ausgesetzt, werden Sie im Sommer oft sogar mehrmals täglich zur Gießkanne greifen müssen! Wer dazu keine Lust oder Zeit hat, pflanzt seine Balkonpflanzen lieber gleich in spezielle Wasserspeicherkästen.

Sonniger Standort? Dann ab ins Blumenkisterl mit...

Geranien Blütezeit: Mai bis zum ersten Frost, immergrün, nicht winterhart
Petunien Blütezeit: Mai bis zum ersten Frost, meist einjährig
Kapkörbchen (auch: Kapmargerite, Paternosterstrauch) Blütezeit: Mai bis September, mehrjährig, nicht winterhart, für Süd- und Westbalkone, wunderschön in Kombination mit Geranien, Vanilleblume, Husarenknopf und Männertreu, Rittersporn oder Duftsteinrich
Husarenknopf Blütezeit: Juli bis November, einjährig, frostunempfindlich
Zauberglöckchen Blüztezeit: Mai bis Oktober, einjährig, kombinieren mit Pertunien oder Verbenen
Verbenen (auch: Eisenkraut) Blütezeit: Mai bis Oktober, einjährig, immergrün

Kübelpflanzen für den mediterranen Balkon

Viele, vor allem mediterrane Pflanzen lassen sich wunderbar in Pflanzkübeln auf einem vollsonnigen Balkon ziehen. Der Vorteil, etwa gegenüber Blumenkästen, ist, dass Balkonpflanzen in Kübeln sehr flexibel sind und je nach Jahreszeit und persönlichem Geschmack immer wieder anders angeordnet werden können. Aber Achtung: Bei mehrjährigen „Südländern“ ist daran zu denken, wo die Pflanzen untergebracht werden können, wenn es kalt wird. Wer auf heimische Kübelpflanzen am Sonnenbalkon setzen möchte, der ist z. B. mit Frühlingsadonisröschen, Berglauch oder der Gewöhnlichen Kuhschelle gut beraten.

Kübelpflanzen mit sonnigem Gemüt
Strauchmargerite Blütezeit Mai bis Oktober, immergrün, nicht winterhart (winterharte Alternative: Staudenmargerite)
Hibiskus/Roseneibisch Blütezeit Juli bis September, kann draußen überwintern
Zitruspflanzen Freiluftsaison Mitte/Ende Mai bis Oktober, nicht winterhart
Oleander Blütezeit Juni bis September, Starkzehrer, nicht winterhart
Drillingsblume/Bougainvillea Freiluftsaison nach den Eisheiligen, nicht winterhart
Blaue Passionsblume Kletterpflanze, Blütezeit spätes Frühjahr bis Herbst, in milden Regionen winterhart (nicht kälter als -7 Grad)

© annanahabed/stock.adobe.com

Pflanzen für (halb-)schattige Balkone

Nur keine Scheu wenn es darum geht, einen schattigen Balkon zu bepflanzen! Die Lichtverhältnisse am Nordbalkon verlangen lediglich, Blumen überlegter auszuwählen - dann blüht es auch hier in allen Farben. Bei der Auswahl von Schattenliebhabern kann man sich an den Blättern orientieren: Große, dicke und weiche Blätter sind fast immer ein Hinweis auf Schattenverträglichkeit. Ausnahme: Sorten mit roten oder hell gefleckten Blättern.

Wir wollen's schattig und geschützt!
Fließige Lieschen Blütezeit Mai bis Oktober, pflegeleicht
Begonien (gibt viele verschiedene Sorten!) Blütezeit Mai bis Oktober, pflegeleicht
Edellieschen Blütezeit April bis Oktober, sehr frostempfindlich
Japanische Myrte / Scheinmyrte Blütezeit März bis Oktober, ein- oder mehrjährig
Glockenblume Blütezeit Juni bis August, pflegeleicht, mehrjährig

Wie wär's mit Wildpflanzen fürs Blumenkisterl?

Sie leben naturbewusst und möchten Ihre Freifläche demenstprechend gestalten? Dann ist eine ökologische Balkonbepflanzung das Richtige für Sie! Man kann nämlich genauso gut heimische Wildstauden statt Petunien & Co in den Kisterln blühen lassen. Statt Blumenerde verwendet man Gartenerde, Grün-, Rindenkompost, Sand oder Lava zu gleichen Teilen oder eine Grundmischung für sonnige Lagen aus 40 Prozent Grünkompost, 35 Prozent Rindenkompost, 20 Prozent Sand und 5 Prozent Blähton. Neben dem ökologischen Vorteil punkten Wildpflanzen dadurch, dass sie mehrjährig und auch winterfest sind. Sie verbleiben während der kalten Jahreszeit draußen in frostharten Gefäßen, trotzen Frost und Schnee und sind auch in dieser Zeit schön anzusehen. Lediglich auf eine gute Drainage muss geachtet werden. Das alles macht das Wildpflanzen-Blumenkisterl auch für bequemere Balkongartler zu einer tollen Alternative.

Wilde Balkonpflanzen brauchen Sonne

Südlich ausgerichetete Balkone eignen sich perfekt für Wildpflanzen, etwa Frühlingsthymian, Steinquendel, Kartäusernelke oder Taubenkropf-Leimkraut. Viele Sonnenhungrige unter ihnen gedeihen aber auch auf halbschattigen Balkonen, zum Beispiel Rosa Gipskraut, Kopflauch, Knäuelglockenblume, Rot-Seifenkraut oder Katzenminze. Umgekehrt kommen Schattenliebhaber bei richtiger Erde und genügend Feuchtigkeit auch mit mehr Sonne zurecht. Achtung: Hochwachsende Arten sind windanfällig und knicken leichter um. Sie eignen sich daher eher für Kübel und windgeschützte Stellen.

Das richtige Substrat für Balkonpflanzen

Grundsätzlich haben Sie zwei Möglichkeiten, wenn Sie Ihren Balkon bepflanzen wollen und gute Erde brauchen:

  1. Sie kaufen Erde. Aus dem ökologischen Gesichtspunkt betrachtet, kommt dabei nur eine in Frage: gute, torffreie Blumenerde. Sie enthält die richtige Menge an Dünger und kommt nur auf die Hälfte des Gewichts von Gartenerde. Je nachdem, welche Pflanzen Sie ziehen wollen, entscheiden Sie sich für Aussaaterde, Jungpflanzenerde, Erde für Starkzehrer (z. B. für Tomaten) oder magere Erde für Kräuter.
  2. Wer hingegen auf Selbstgemachtes setzt, kann sich die Erde für seine Balkonpflanzen auch selbst zusammenmischen. Alles, was Sie dazu brauchen ist Gartenerde, Kompost und Bims. Diese Komponenten vermischt sind mehrere Jahre als Substrat im Einsatz und müssen nicht, wie das etwa bei gekaufter Erde der Fall ist, nach einem Jahr ausgewechselt werden. Sehr gut funktioniert auch eine Mischung aus einer Hälfte Sand und einer Hälfte Rindenhumus oder Grünkompost. 

Auch am Balkon wird gedüngt

Was für das Substrat gilt, stimmt auch beim Dünger: Qualität soll er haben. Es gibt guten Biodünger zu kaufen oder aber Sie stellen ihn selbst her. Ein einfacher DIY- Dünger ist Kaffeesatz. Dieser enthält u. a. Kalium, Stickstoff und Phosphor, neutralisiert kalkhaltiges Gießwasser und hält Ameisen und andere Schädlinge fern. Und so funktioniert's: Kaffeesatz trocknen lassen, in die Blumenerde einarbeiten bzw. bei Pflanzen wie Tomaten rundherum streuen und leicht einarbeiten. Bei Zeitmangel empfiehlt sich die Vorratsdüngung, etwa mit Düngestäbchen.

© ChiccoDodiFC/stock.adobe.com

Tipps für sonnengereifte Snacks vom Balkon

Gemüsegarteln geht auch ohne Garten! Balkone verwandeln sich immer öfter in wahre Pflanzenparadiese, in denen es blüht und gedeiht. Besonders kleinwüchsige Pflanzen, wie Radieschen, Spinat oder Erdbeeren bieten sich an. Befolgen Sie nur ein paar Tipps und schon bald können Sie schmackhafte Balkonsnacks in der Küche verarbeiten:

  1. Um sich mehrfach am Gemüse und/oder Obst aus Eigenproduktion erfreuen zu können, pflanzt man am besten Arten, die eine Mehrfachernte zulassen. Wenn Sie nur einmal die Früchte Ihrer Arbeit ernten können, ist der Reiz des Selbstanbauens schnell verflogen. Entsprechende Gemüsesorten, die auch einfach anzubauen sind, sind Tomaten, Paprika, Chili, Bohnen oder Gurken. Obstliebhaber ernten mit  Zwergobstbäumen ihr eigenes Obst am Balkon. Eine besonders süße Ernte bescheren Erdbeeren im Topf oder Blumenkasten oder aber auch Hängeerdbeeren in einer Blumenampel.
  2. Wählen Sie Gemüsesorten, die schnell wachsen. Ein Paradebeispiel ist Zucchini. In einem großen Kübel an einem sonnigen Standort verhält er sich anspruchslos und beschert Ihnen ganz bestimmt reiche Ernte.
  3. Es geht auch weniger sonnengereift: Als pflegeleichtes Grünzeug für den Nordbalkon gelten Gartenkresse, Bärlauch, Rucola, Zitronengras, Guter Heinrich (= "Wilder Spinat") und Gartenmelde (= "Spanischer Salat"). Auch Rucola, Eichblatt oder Frisee lassen sich alle hervorragend im Kisterl am Balkon ziehen. Für sie sollte es eher sonnig sein, Halbschatten vertragen sie aber auch. Humose, nicht zu stark gedüngte Erde ist ideal. Bioerde mit Hornspäne im Blumenkisterl ist perfekt.
  4. Grow Bags eignen sich einfach wunderbar zum Balkon bepflanzen. Die Pflanzsäcke gibt es zu kaufen, Sie können aber auch einfach eine große wiederverwendbare Einkaufstasche mit Erde füllen und zum Beispiel Kartoffel darin ziehen.
  5. Sie lieben Kräuter? Die Kräuter-Klassiker brauchen meist Sonne, aber es gibt auch hier Schattenliebhaber: Kräuter wie Waldmeister und Bärlauch gedeihen am Nordbalkon. Wasabi, Brunnenkresse, Japanpetersilie und fast alle Minzsorten fühlen sich im Halbschatten wohl.
  6. Ein echtes Highlight ist  Balkongemüse im Winter! Radieschen, Spinat, Rucola und Feldsalat können alle im September/Oktober ausgesät und wenige Wochen später geerntet werden. Weitere winterharte Pflanzen sind Asia-Salate, Gartenkresse, Mangold, Speiserüben oder Rettich. Mit einem Folientunnel oder Vlies kann man sie gegen Frost schützen. Unter den Kräutern überstehen z. B. Schnittlauch oder Rosmarin den Winter.

 

AutorIn:
Datum: 12.05.2020
Kompetenz: Garten und Zaun