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Gartenzaun aus Holz, Metall oder Stein? Ein Überblick

Sein Nutzen ist klar - ein Zaun begrenzt das Grundstück und schützt vor Wind und unerwünschten Blicken. Sein Aussehen aber, das kann variieren. Schauen wir uns die Zaunarten, Materialien, Kosten und Pflege genauer an.

Es ist wie beim Dach. Auch ein Zaun sollte möglichst harmonisch ins Gesamtbild passen. Berücksichtigen Sie bei der Wahl Ihres Gartenzaunes also nicht nur den Stil Ihres Hauses und Gartens, sondern auch die Zauntypen der Nachbarn. Grundsätzlich steht Ihnen eine riesige Auswahl an Formen, Farben, Stilen und Materialien zur Verfügung. Die erste Entscheidung betrifft das Material: Soll der Gartenzaun aus Holz, Metall, Stein oder Kunststoff sein? Hier sollten neben Ihrem persönlichem Geschmack jedenfalls die geplante Höhe und Länge des Zaunes, der zu erwartende Pflegeaufwand und die Witterungsbeständigkeit miteinbezogen werden. Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile. Schauen wir uns die Varianten genauer an:

Gartenzaun aus Holz

Er ist der Inbegriff von Regionalität und Naturverbundenheit. Der Holzzaun passt sich mit seiner unaufdringlichen Optik harmonisch an naturnahe Gärten mit vielen Bäumen und Sträuchern an. Zudem sind Holzzäune verhältnismäßig günstig – je nach Holzart und Materialmenge sollten Sie mit 20 bis 50 Euro pro Meter rechnen. Der einzige negative Aspekt: Holz braucht gute Pflege. Denn Sie wollen ja nicht, dass es nach kurzer Zeit verwittert und anfällig für Fäulnis oder Schädlinge wird. Neben einer ordentlichen, fachgerechten Erstimprägnierung (z. B. Kesseldruckimprägnierung) ist es auch wichtig, dem Holz regelmäßig neue Anstriche zu verpassen. So erhalten Sie die Attraktivität Ihres Gartenzauns aus Holz.

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Welches Holz eignet sich?

Kurz gesagt: Nicht jedes! In unseren Breiten empfehlen sich vor allem heimische Hölzer wie Fichte oder Kiefer, Buche, Lärche oder Eiche. Fichte und Kiefer sind die Standardhölzer für Gartenzäune und halten bei guter Holzqualität und sinnvoller Konstruktion mehrere Jahrzehnte. Eiche ist sehr hart und verrottet schwer, ist allerdings eher im oberen Preissegement angesiedelt. Lärche muss nicht gestrichen werden und besticht auch nach Jahren mit einer einzigartigen, silbrigen Patina und entspricht damit voll dem Trend von grauem Holz im Garten! Unter den Exoten ist es vor allem der Bambus (welcher genau genommen ja gar kein Holz ist), der in heimischen Gärten immer öfter Einzug halten darf. Seine Vorzüge? Optisch dezent, sehr robust und oben drauf nachhaltig. Sehr exklusiv ist die Kombination aus Bambus und Edelstahl.

Arten von Holzzäunen

Jägerzaun, Staketenzaun, Flechtzaun, Stabmattenzaun oder Paneelzaun, dazu Bretterzaun, Friesenzaun, Lattenzaun oder der typische Bauernzaun – Sie sehen, bei den Holzzäunen sind die Konstruktionsmöglichkeiten und Bauarten sehr vielfältig.Aufgrund der einfachen Verarbeitbarkeit des Materials können Höhe und Form des Zaunes ganz nach persönlichem Geschmack und Gartenstil gewählt werden – von rustikal bis filigran. Eine sinnvolle Konstruktion sorgt außerdem dafür, dass der Zaun möglichst lange hält. Informieren Sie sich deshalb gut über Konstruktion und Holzart, wenn Sie einen Holzzaun selbst bauen oder bauen lassen wollen.

Welche Konstruktion passt?

Ein paar Beispiele: Schwartenbretter, die vertikal oder horizontal angebracht werden können, lassen einen Zaun besonders massiv und rustikal wirken. Im Gegensatz zu einem Zaun aus Staketen, der dem Ganzen eine eher verspielte, fast mystischen Ausstrahlung verleiht. Ein Sichtschutzzaun mit Latten hingegen ist sehr geradlinig, modern und pur.

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Metallzaun

Eisen, Aluminium oder Edelstahl gelten als bewährtes und beliebtes Material für Metallzäune. Sie gelten als sehr robust, fast unverwüstlich und daher besonders sicher. Bei Formgebung und Farbe haben Sie mehr oder weniger freie Wahl – dank Pulverbeschichtung ist die gesamte RAL-Palette möglich. Wichtig ist beim Metallzaun vor allem, ihn gegen Verwitterung zu schützen um so Rost zu vermeiden. Dafür wird das Metall veredelt, etwa durch eine Feuerverzinkung mit anschließender Kunststoffbeschichtung. Die Schutzschicht kann dann in beliebiger Farbe ausgeführt werden, ganz nach Ihrem persönlichen Geschmack. Für einen Metallzaun sollten Sie mit Kosten um die 80 bis 100 Euro je Meter rechnen, bei einer angenommenen Höhe von 80 Zentimetern.

Alu vs. Holz

Trotz seines geringen Gewichts besitzt Aluminium eine sehr hohe Festigkeit. Auch extremen Temperaturschwankungen zwischen -80°C und +150°C hält es problemlos stand, ohne seine Materialeigenschaften einzubüßen. Alu ist im Gegensatz zu Holz beständig gegen UV-Strahlung und muss nie mehr gestrichen werden. Wem diese Eigenschaften zusagen, aber einen Gartenzaun aus Holz optisch ansprechender findet, der wählt einen Aluzaun in Holzoptik.

Die Dichte von Aluminium beträgt ca. 2,6 g bis 2,8 g pro cm³, was ungefähr einem Drittel der Dichte von Stahl entspricht. Trotz seines geringen Gewichts besitzt Alu also eine sehr hohe Festigkeit. Aluminium hält dazu auch extremen Temperaturschwankungen zwischen -80°C und +150°C problemlos stand, ohne seine Materialeigenschaften einzubüßen. Bei extremer Kälte wird Aluminium sogar zäher und seine Härte nimmt zu. Alu ist im Gegensatz zu Holz rostfrei, beständig gegen UV-Strahlung, äußerst langlebig ohne jegliche Qualitätseinbußen und zu 100 % recycelbar! 
 
Das alles sind zentrale Eigenschaften, um ganzjährig draußen bleiben zu können. Aluprodukten müssen nie mehr gestrichen werden, schauen nach Jahren noch aus wie neu und können auch in Holzoptik umgesetzt werden.  

Klassiker: Schmiedeeiserne Zäune

Sie haben eine lange Tradition, die Schmiedekunst entstand bereits vor über 5000 Jahren in Ägypten und Indien. Besonders im vorigen Jahrhundert waren geschmiedete Einfriedungen bei uns sehr beliebt und begrenzten nicht nur romantische Parkanlagen und herrschaftliche Villen, sondern auch exklusive Hotels und private Anwesen. Heute sind die Ornamente und verspielten Formen nicht mehr so gefragt und puristischen Metallzäunen gewichen.

Kunststoffzaun: kostengünstig & unkompliziert

Neben Holz und Metall gewinnt der Kunststoff immer mehr an Bedeutung für Zäune im Außenbereich. Hauptsächlich werden Kunststoffe wie HPL (High-Pressure-Laminate), PVC oder HDPE (Hart-Polyethylen) für den Zaunbau verwendet. Diese Materialien sind besonders langlebig, witterungsbeständig und sie benötigen wenig Pflege. Zumeist erhalten Sie Kunststoffgartenzäune in vorgefertigten Elementen, die Sie individuell miteinander kombinieren können. Gartenzäune aus Kunststoff lassen sich recht einfach selbst aufbauen, Sie müssen dafür kein Profi sein. Außerdem ist Kunststoff ein sehr preiswertes Material für Gartenzäune.

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Die Vor- und Nachteile von Kunststoff

Neben dem Preis, dem geringen Pflegeaufwand und der Langlebigkeit ist es vor allem die optische Vielfalt, die Kunststoffzäune so interessant macht. Ob in edlem Weiß, Knallfarben oder hochwertiger Holzoptik: Die Auswahl an Farben und Designs ist riesig. Als Sichtschutz- oder Sonnenschutzzäune sind Kunststoffzäune mit lackierten Oberflächen resistenter gegen Hitze, Nässe und starke Sonneneinstrahlung. Weitere Vorteile des Kunststoffzaunes: Er ist UV-beständig und wasserabweisend. Einziger Nachteil: die Elemente von Kunststoffzäunen sind schwieriger und mit mehr Aufwand zu reparieren als beispielsweise Holzelemente.

Und die Zaunarten? Vom klassischen Lattenzaun, Modelle mit Unterbogen oder Oberbogen, gerader oder gewellter Form, offen oder komplett blickdicht – alles ist möglich. Selbst die Struktur ist frei wählbar, von glatter Oberfläche über Konstruktionen mit Lamellen oder Kombinationen mit Aluminium, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Kosten für einen Kunststoffzaun liegen pro Meter zwischen 60 und 100 Euro.

Gartenzäune aus Stein

Stein ist quasi unverwüstlich und bedarf so gut wie keiner Pflege. Besonders als Mauer oder in Form von Gabionen wird das Naturmaterial heute zur Begrenzung von Gärten und Grundstücken eingesetzt. Die Gestaltungsmöglichkeiten für einen Steinzaun sind vielfältig, von der Natursteinmauer über die Trockenmauer bis hin zu den Gabionen. Die Kosten belaufen sich pro Meter auf rund 100 bis 150 Euro. Natursteinmauern bieten besten Sichtschutz, sind ideale Schattengeber, Lebensraum für Insekten und Co. und sie passen zu nahezu jedem Gartenstil.

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Was es sonst noch für Zäune gibt:

  • Der Maschendrahtzaun ist heute in mehreren Farben erhältlich, schnell montiert und die Kosten sind relativ niedrig im Vergleich zu anderen Zaunarten. Zu beachten ist, dass der Maschendraht bis zum Boden gespannt wird, damit Wildtiere keine Möglichkeit haben, hindurchzukriechen. Die Kosten belaufen sich auf 5 bis 8 Euro pro Meter.
  • Wildzäune schützen vor wilden Tieren wie Füchsen, Rehen, aber auch vor Katzen. Sie sind in vielen verschiedenen Höhen und Breiten in der 50 m Rolle erhältlich und zeichnen sich durch eine dichte Struktur sowie einen einfachen Aufbau, auch in schwierigem Gelände, aus.

Alles Wichtige auf einen Blick

Material Vorteile Nachteile Kosten pro Meter
Holzzaun Vielfältigkeit Pflegebedürftig 20 bis 50 Euro
Metallzaun Robustheit Rostanfälligkeit 80 bis 100 Euro
Kunststoffzaun UV-beständig Schwer zu reparieren 60 bis 100 Euro
Steinzaun Haltbarkeit Arbeitsaufwendig, relativ teuer 100 bis 150 Euro
Maschendrahtzaun Stabilität und günstige Zaunvariante Wenig Auswahl 5 bis 8 Euro
Wildzaun Zuverlässiger Schutz, einfacher Aufbau Beachtung der Genehmigung In 50-Meter-Rollen erhältlich, ab rund 30 Euro

So bauen Sie einen Zaun

Holz- oder Metallpfosten sollten 60 cm tief im Boden verankert sein, entweder mittels eines Betonfundamentes (30 x 30 cm), oder bei Holzpfosten mittels eines Metallschuhes (Einschlaghülse), der in den Boden eingeschlagen wird. Steinsäulen oder gemauerte Pfosten müssen ebenfalls 60 cm tief einbetoniert werden. Hübsch und funktionell sind auch gemauerte Sockel, die Spritz- und Rinnwasser abhalten. Die Fundamentierung sollte gleichfalls zumindest 60 cm tief erfolgen, damit keine Frostschäden eintreten.

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Datum: 27.01.2021
Kompetenz: Garten und Zaun

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