Bauen Sie sich Ihr Gewächshaus selbst

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Wie groß, wohin und aus welchem Material? Wie jedes Bauvorhaben muss auch die Errichtung eines Gewächshauses geplant werden. Wir haben die wichtigsten Fakten zum Selberbau eines Gewächshauses.

Da der Sinn eines Gewächshauses darin besteht, Sonnenlicht einzufangen, ist eine sonnige Lage (Längsseite in Ost-West Richtung) grundsätzlich die richtige Standortwahl. Eine Nordausrichtung ist nicht empfehlenswert. Weitere Faktoren, die Sie beachten sollten.

Wo soll ich mein Gewächshaus aufbauen?

  • Vermeiden Sie windige Areale, da ansonsten die Anforderungen an die Isolation steigen, besonders in den Wintermonaten. Es lässt sich allerdings notfalls mithilfe von "Windbrechern" (Hecken, Büsche, Sichtschutzwände) Abhilfe schaffen.  
  • Vermeiden Sie den Fuß eines Hanges als Standort, da Ihr Gewächshaus dort in den Wintermonaten dem Frost aufgrund der den Hang hinabströmenden kalten Luft vermehrt ausgesetzt ist. Zum Temperaturausgleich muss in Folge geheizt werden, was kostspielig und nicht energieeffizient ist. 
  • Vermeiden Sie große Bäume. Hierfür gibt es drei Gründe: Zum einen fangen große Bäume Sonnenlicht ab, zum anderen können herunterfallende Äste die Verglasung des Gewächshauses beschädigen bzw. Laub oder Nadeln die Verglasung vermehrt verschmutzen, was zu einer schlechteren Lichtdurchlässigkeit und einem höheren Reinigungsaufwand führt.
  • Strom- und Wasseranschlüsse sollten gut erreichbar sein.
  • Die Nähe zum Wohnhaus erspart Laufwege und bietet Schutz und Wärme.

Wie groß sollte das Gewächshaus sein?

Die Maße eines begehbaren Gartengewächshauses reichen von 2,5 bis 20 und mehr Quadratmeter, in der Höhe sollte es mindestens zwei Meter messen. Für die durchschnittliche Nutzung hat sich eine Fläche von 6 bis 10 Quadratmetern bewährt. Aber Achtung! Je nach Gemeinde und dazugehöriger Bauordnung braucht man für Gewächshäuser von vier Quadratmetern aufwärts möglicherweise schon eine Baugenehmigung. Informieren Sie sich also bevor Sie Ihr Gewächshaus bauen!

Auf welches Fundament soll ich mein Gewächshaus bauen?

Sobald Sie Standort, Ausrichtung und Größe festgesetzt haben, kann es ans Selberbauen gehen - die Gründung steht an. Die Basis ist, wie für jedes Bauvorhaben, das Fundament. Unter der Frostgrenze (80 cm unter der Erde) rechtwinkelig gebaut und gegossen aus Beton oder verschraubt aus Metall sorgt das Fundament für einen stabilen Stand. Für kleinere Gewächshausmodelle werden meist Stahl- oder Aluprofile zu einem verstrebten Rahmen zusammengefügt und mittels Bodendübel bzw. Erdanker im Erdreich fixiert. Eine eingebrachte Splitschicht stabilisiert das Metallfundament.

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Welches Material ist das Passende? Alu oder Holz?

Für Ihr selbst gebautes Gewächshaus können Sie grundsätzlich zwischen einer Konstruktion aus Aluprofilen oder einer aus Holz sowie zwischen Glas und Hohlkammerstegplatten aus Polycarbonat. Beide Varianten haben jeweils ihre Vor- und Nachteile: Aluminiumprofile (eloxiert oder lackiert) gibt es in unterschiedlichen Qualitäts- und Preisklassen. Sie sind aber grundsätzlich als maßhaltig, pflegeleicht und langlebig bekannt. Holz wirkt dekorativer und gediegener, ist aber pflegeaufwändiger. Entscheiden Sie sich für Holz, können Sie zwischen Modellen aus Kiefernholzoder dem höherpreisigen kanadischen Zedernholz wählen. Holz muss in regelmäßigen Zeitabständen nachgestrichen werden und es „arbeitet“. Das heißt, es dehnt sich in der Hitze des Sommers aus und schrumpft im Winter. Dadurch können Risse entstehen, die dann anfällig für Schädlinge und Fäulnis sind. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit in einem Gewächshaus könnten sich Türen und Fenster verziehen. Daher werden diese gelegentlich in Aluminium ausgeführt.

Welche Verglasung ist die richtige? Glas oder Platten?

Die Lichtdurchlässigkeit ist bei Glas (meist 4 mm) höher als bei der Doppelkammerplatte (von 4 bis 12 mm). Letztere wirkt eher wie Milchglas, absorbiert etwas an Lichteinstrahlung und muss daher kaum beschattet werden. Bei der Temperaturkonstanz punktet die Hohlkammerplatte. Die Luft wirkt in den Kammern wie eine Isolierschicht und bietet daher im Raum bessere Wachstumsbedingungen. Einscheibenglas, wie es in Gewächshäusern üblicherweise verwendet wird, setzt die Pflanzen hohen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht aus. Ausgleich schafft eine Abschattung bei direkter Sonneneinstrahlungan heißen Tagen bzw. eine Heizung, wenn es kalt ist.

Auch bei der Haltbarkeit hat die Kammerplatte die Nase vorn. Sie ist bis zu 200 mal schlagfester als herkömmliches Glas, pariert auch einen Ballwurf und lässt sich von herabfallenden Zweigen nicht beeindrucken. Glas hingegen verzeiht nichts, weder einen Steinschlag vom Rasenmäher noch einen Balltreffer. Auch bei Transport und Montage kann Glas leicht zu Bruch gehen, während das hochwertige Polycarbonat nicht nur leichter ist, sondern sich daran auch niemand verletzen kann.
UV-beständig zeigen sich übrigens beide Materialien.

 

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Datum: 14.08.2019
Kompetenz: Wintergärten

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