Ein gelber Bauhelm liegt auf einem Stapel roter Ziegelsteine auf einer Baustelle im Freien bei Tageslicht

Ein gelber Bauhelm liegt auf einem Stapel roter Ziegelsteine auf einer Baustelle im Freien bei Tageslicht © Zurijeta/shutterstock.com

So wählen Sie die richtigen Baustoffe für Ihr Projekt

Welcher Baustoff passt zu Ihnen und Ihrem Bauprojekt? Erfahren Sie hier mehr über den authentischen Einsatz von Materialien und nach welchen Kriterien Sie Baustoffe auswählen sollten.

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Ein guter Entwurf bietet für eine bestimmte Bauaufgabe an einem bestimmten Ort eine räumliche Lösung samt passender Konstruktion. Die dabei zu verwendenden Materialien sind im Großen und Ganzen die Ausformulierung der Konstruktion und des Entwurfes. Die Aufgabe an den Planer eines Gebäudes ist das Finden einer räumlichen Lösung unter Berücksichtigung folgender Einflussgrößen:

In Abstimmung mit dem Planer wird festgelegt, welche Art der Konstruktion gewünscht wird und welche Baumaterialien dafür notwendig sind. Das reicht vom Boden über Wände und Decken bis zum Dach. Aufgrund seiner technischen und künstlerischen Ausbildung ist ein Planer in der Lage, unter Berücksichtigung der oben genannten Rahmenbedingungen einen Entwurf anzufertigen, der die Anforderungen zu einem Projekt synthetisiert.

Welches Material auswählen?

Die Wahl der Materialien für Ihr Bauwerk ist primär Ihre Entscheidung. Verschaffen Sie sich die erforderlichen Informationen und lassen Sie sich beraten, aber treffen Sie die Entscheidung selbst. Zumindest bei den Materialien, die sichtbar sind. Viele eingebaute Materialien wie etwa Konstruktionen, Wärmedämmung usw. sind im Endzustand nicht sichtbar, haben aber wesentlichen Einfluss auf Kosten, Qualität, Zeitplan oder Betriebskosten und sollten daher vom Planer und Fachplanern als Gesamtsystem vorgeschlagen, erörtert und festgelegt werden.

Tipps: Baumaterialien authentisch wählen

Eine weitere Entscheidungshilfe findet man beim österreichischen Architekten Adolf Loos. Er erinnert die am Bau Beteiligten an ihre Verantwortung im Umgang mit dem Material. In seinem Sinne kann man - auf heutige Verhältnisse übertragen - die folgenden Auswahlkriterien beachten:

  1. Ein Material soll kein anderes vortäuschen. Verwenden Sie daher beispielsweise Holz statt Kunststoff mit vorgetäuschter Holzoberfläche.
  2. Eine Konstruktion soll keine andere vortäuschen. Ein massives Haus sollte nicht mit Holz verkleidet werden, um ein Holzhaus vorzutäuschen; umgekehrt sollte eine Holzkonstruktion nicht durch Verwendung von Putzträgern und Verputz ein massives Gebäude vortäuschen.

Die Verwendung moderner Baustoffe wird durch die Prinzipien von Loos nicht eingeschränkt. Es geht immer darum, sie ehrlich anzuwenden und mit ihnen nicht andere Materialien nachzuahmen. Man kann beispielsweise ohne weiteres Fensterbretter aus Kunststoff verwenden.

Welche Baumaterialien gibt es?

Baumaterialien sind so vielfältig wie die Architektur selbst. Traditionell dominieren Holz, Stein, Beton und Stahl das Bauen. Jedes dieser Materialien bietet eigene Vorteile: Holz ist flexibel, wohngesund und strahlt Natürlichkeit aus, Stein steht für Dauerhaftigkeit und einzigartige Ästhetik, Beton überzeugt durch seine Festigkeit und Formbarkeit und Stahl punktet mit hoher Belastbarkeit und einem schnellen Aufbau. Doch das Angebot an Baumaterialien wächst kontinuierlich – von modernen Verbundwerkstoffen über biobasierte und ökologisch abbaubare Materialien bis hin zu High-Tech-Materialien, die Energie erzeugen oder die Luft reinigen.

Wir haben Ihnen einige Beispiele für häufige Massiv- und Leichtbaustoffe aufgelistet:

Massivbaustoffe Leichtbaustoffe
Beton Holz (z. B. Holzrahmen)
Ziegelsteine Holzwerkstoffplatten
Stahlbeton Holzwolle-Leichtbauplatten
Kalksandsteine Waben- und Sandwichpaneele
Kalkstein Gipskartonplatten
Naturstein Bims
Holz Leichtbeton
Lehm Porenbeton
Schotter, Kies Stroh

Was sind nachhaltige Baumaterialien?

Beim modernen Bauen werden mittlerweile immer auch Umweltauswirkungen und Nachhaltigkeit des jeweiligen Materials berücksichtigt. Bei der Auswahl sollten Energieeffizienz, Langlebigkeit und Recyclingfähigkeit bzw. Wiederverwendung eine Rolle spielen. Nicht zu unterschätzen sind zudem gesundheitliche Aspekte, wie die Minimierung von Schadstoffemissionen in Innenräumen. Beispiele hierfür sind Bambus, das wegen seines schnellen Wachstums und seiner Stabilität geschätzt wird, recycelter Stahl, der die CO₂-Belastung signifikant verringert, sowie Lehm und Stroh, die als traditionelle Baustoffe ein Comeback erleben.

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