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Warum ist Radon Gas gefährlich?

Die Radonbelastung in Böden wird zum zunehmenden Problem in Österreich. So können sich Bauherren und Hauseigentümer vor einer Krebserkrankung schützen.

Warum ist Radon Gas gefährlich?

Radioaktive Strahlung löst schon immer Angst in Menschen aus. Spätestens seit 1986, als sich die Katastrophe um das Atomkraftwerk Tschernobyl ereignete, ist bekannt, was Strahlung im menschlichen Körper anrichten kann. Schon seit Jahren ist ein radioaktives Edelgas mit dem Namen Radon im Visier von Forschung, Geologen und Architekten. Das Gas verursacht nachgewiesenermaßen Modifizierungen in menschlichen Zellen, die zu Krebs führen können.

In Mitteleuropa, vor allem im östlichen Teil Deutschlands sowie auch in Österreich, sind Risikogebiete ausgewiesen, an denen die Radonstrahlung besonders hoch ist. Wer neu baut, kann anhand der Radonkarte abklären, ob der Wunschbauort in einem Risikogebiet liegt oder nicht. Etwas schwerer tun sich Eigentümer mit Bestand, deren Haus bereits seit Jahren in einem Gebiet mit hoher Radonbelastung steht. Radon Detektoren von Radonova ermöglichen es ihnen, die Belastung auf dem eigenen Grundstück zu messen, um so weitere Maßnahmen zu ergreifen, sollte es nötig werden.

Radon – Ursprung und Vorkommen

Radon ist ein Zerfallsprodukt, das entsteht, wenn ein weitaus bekannterer radioaktiver Stoff in Gesteinsschichten unter dem Erdboden zerfällt. Zunächst entwickelt sich aus dem gefürchteten Uran das Zerfallsprodukt Radium, dessen Name übersetzt Strahl bedeutet. Dieses zerfällt mit zunehmendem Aufsteigen an die Oberfläche weiter zu Radon, also zu dem Gas, das für eine höhere Wahrscheinlichkeit sorgt, an Lungenkrebs zu erkranken.

Das Radonvorkommen hängt von der Bodenbeschaffenheit ab. Steinige Böden wie sie im Bayerischen Wald oder in der Sächsischen Schweiz vorhanden sind, weisen eine deutlich höhere Radonbelastung auf als erdige oder lehmige Böden. Aus diesem Grund befinden sich erstaunlich viele Radon Risikogebiete in Sachsen, Bayern und auch in Österreich.

Wie hoch die Belastung in einem bestimmten Gebiet oder Bauwerk ist, stellen Wissenschaftler durch Bodenproben, Luftproben und Radonmessgeräte fest. Auch für Privatpersonen ist solch ein Messgerät erhältlich, mit dem sich die Strahlung kontrollieren und ein möglicher Anstieg feststellen lässt.

Radon – die Gefahr aus dem Boden

Was macht das radioaktive Edelgas so gefährlich? Durch die zugrundeliegende Strahlung verändern sich im Körper von Menschen, die der Belastung ausgesetzt waren oder sind, Zellen. Diese Zellveränderungen können zu bösartigen Wucherungen – Tumoren – führen. Besonders häufig ist nach Radonbelastung das sogenannte Lungenkarzinom, also Lungenkrebs, festzustellen. Studien belegen, dass 5 % aller Todesfälle durch Lungenkrebs auf Radonstrahlung zurückzuführen sind – eine beträchtliche Quote, die das Edelgas gefährlicher macht als Nickel, Chrom, Arsen oder gar Asbest.

Lebt ein Mensch in einem Haus mit hoher Radonbelastung, führt das zu einem andauernden Einwirken der Strahlung. Wird Radon, das gasförmig vom Boden in die Umgebungsluft aufsteigt, über längere Zeit hinweg eingeatmet, kann es zu den gefürchteten Veränderungen in der Lunge kommen, die zu Krebs, aber auch zu anderen Lungenleiden führen.

Auch die Haut betroffener ist der Strahlung permanent ausgesetzt. Neueren Studien zufolge kann sich das negativ auf die Wahrscheinlich auswirken, an Hautkrebs zu erkranken. Die Folgen einer Radonbelastung sind also vielseitig und gefährlich, weshalb Menschen in betroffenen Gebieten nichts dem Zufall überlassen sollten

Radon Richtlinien in Österreich

Wissenschaftler messen die Radonaktivität in Becquerel. Österreichische Richtlinien für Gebäudebau und -sanierung geben aufgrund der hohen Gefahr einen Richtwert von 300 Becquerel in Wohn- oder Arbeitsgebäuden vor. Ist dieser überschritten, steigt das Krebsrisiko signifikant. Weltweit empfiehlt die WHO sogar eine Obergrenze von nur 100 Becquerel, bei der das Risiko bereits um ganze 16 % erhöht ist.

Wer heute baut, sollte deshalb überprüfen, ob das zukünftige Zuhause in einem Risikogebiet liegen wird. Ist das der Fall, sind mithilfe spezialisierter Experten Maßnahmen zu treffen, die den Eintritt des Gases vom Boden in das Gebäude verhindern. Auch bei Bestandbauten lohnt sich der Blick auf das Messgerät, um die Belastung nachzuverfolgen und Aufwärtstrends zu erkennen. So kann im Ernstfall eine Radonsanierung erfolgen, die Bewohner – beispielsweise durch eine Radonschutzfolie – vor der Radonbelastung schützen.

Die Zahlen in Risikogebieten sind besorgniserregend, doch mit den notwendigen Vorkehrungen ist Bewohnern auch in Regionen in Österreich mit hoher Belastung ein langes und gesundes Leben möglich. Wichtig ist, die Gefahr zu kennen und durch Kontrolle sowie Baumaßnahmen geeignet handeln zu können. Das Vorkommen von Radon ist natürlich, somit ist es an der Zeit, das Beste daraus zu machen.

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Datum: 14.09.2020