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Brüstungshöhe beim Fenster entscheidend

Die Brüstungshöhe oder Parapethöhe eines Fensters richtet sich nach dem Zweck des Raumes sowie den Wohnbedürfnissen. Welche Mindesthöhen gelten und wie sie sich auf Raumatmosphäre und Wohnsicherheit auswirken.

Zwischen dem Fußboden und der Fensteröffnung befindet sich die Brüstung. Ihre Höhe richtet sich nach der Art und der Nutzung des Raumes wie auch nach individuellen Bedürfnissen und Geschmäckern. Fanden früher meistens Radiatoren unter dem Fenster Platz, werden Heizkörper mittlerweile als Designobjekt im Wohnraum integriert oder dienen selbst als Brüstung, etwa in Form eines freistehenden (Treppen-)Geländers. Somit kann das Parapet anderweitig gestaltet und genutzt werden.

Welche Brüstungshöhe für welches Fenster?

Die Höhe der Brüstung bei Fenstern (und auch Balkonen) wird immer nach dem fixfertigen Boden bemessen. Die Brüstungshöhe bzw. Fertige Parapethöhe (= FPH) geht von der Fußbodenoberkante bis zur Oberkante des Fensterbretts. Sie beeinflusst das Raumgefüge und Raumgefühl maßgeblich. In der Tabelle unten finden Sie gängige Brüstungshöhen für Fenster.

Raum Unterkante
Wohnräume

70-90 cm für den Ausblick im Stehen

40-50 cm für den Ausblick im Sitzen und eine bessere Verbindung zur Natur

Arbeitsräume 90-100 cm, um Tische vor das Fenster stellen zu können
Küchen 125 cm, um das Fenster über einer Arbeitsfläche zum Öffnen nicht
abräumen zu müssen
WC/Nebenräume 130-150 cm, um nicht eingesehen zu werden sowie zur Regalaufstellung
Kleiderablagen 175 cm

Wie hoch muss eine Absturzsicherung sein?

Die Höhe der Absturzsicherung hat mindestens 100 cm, ab einer Absturzhöhe von mehr als 12 m,
gemessen von der Standfläche, mindestens 110 cm zu betragen. Bei Absturzsicherungen mit einer
oberen Breite von mindestens 20 cm (z.B. Brüstungen, Fensterparapete) darf die erforderliche Höhe um die halbe Brüstungsbreite abgemindert, jedoch ein Mindestmaß von 85 cm nicht unterschritten werden. 

Besonders in Haushalten mit Kindern ist eine Absturzsicherung ein Muss. Bei Brüstungshöhen unter 80 cm sind Absturzsicherungen bzw. Umwehrungen unbedingt erforderlich. Fenster im Erdgeschoß ausgenommen.

Laut OIB Richtlinie 4 muss die Absturzsicherung für Fenster und Balkone mindestens 100 cm hoch sein, ab einer Absturzhöhe von mehr als 12 m (gemessen von der Standfläche) 110 cm. Bei Absturzsicherungen mit einer oberen Breite von mindestens 20 cm (z. B. Brüstungen, Fensterparapete) darf die erforderliche Höhe um die halbe Brüstungsbreite abgemindert, jedoch ein Mindestmaß von 85 cm nicht unterschritten werden.

Bodentiefen Fenster? Denken Sie an eine Absturzsicherung!

Großflächige Verglasungen, die bis zum Boden reichen, sind absolut im Trend. Zu Recht: Bodentiefe Fenster sorgen für lichtdurchflutete Wohnräume und erzeugen dadurch eine angenehme und gesunde Wohnatmosphäre. Es ist allerdings zu beachten, dass es je nach Bundesland unterschiedliche Auflagen für bodentiefe Fenster gibt, wenn sie nicht gerade auf eine ebenerdige Terrasse oder einen gesicherten Balkon führen. So muss eine Absturzsicherung miteingebaut werden. Mehrere Konstruktionen kommen hier in Frage. Bewährt haben sich fertige Komplettsysteme, Glasgeländer und Glas-Railings oder Französische Balkone.

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Französischer Balkon

Er dient nicht nur zur Absturzsicherung, sondern ist auch ein besonderes Designelement, das einen ungehinderten Ausblick ins Freie erlaubt. In seiner einfachsten Form handelt es sich dabei um ein gewöhnliches Geländer vor dem Fenster. Stilvollere Varianten kommen romantisch oder modern-clean (z. B. aus Glas) daher und setzen das Haus in Szene. Offene Schwingtüren verleihen dieser Fenster- bzw. Balkonbrüstung ein besonderes Flair. Wie auch immer der französische Balkon optisch gestaltet wird: wichtig ist vor allem die Geländerhöhe, um ausreichend Sturzsicherheit zu gewährleisten.

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Niedriges Parapet? Ideal für eine gemütliche Fensternische!

Ein anderes moderenes Gestaltungselement, das sich auf das Raumgefühl positiv auswirkt, indem es den Raum weitläufiger wirken lässt, ist eine Fensterbank, die als gemütliche Sitz- und Liegefläche dient. Es bietet sich so gut jeder Raum dafür an, Voraussetzungen sind allerdings, dass die Fensterbank nicht schmaler als 50 Zentimeter ist und das Parapet 40 bis maximal 50 Zentimeter hoch ist. Und selbst wenn Sie keine tiefen Fensternischen oder Erkerfenster haben, die Sie zum stimmungsvollen Wohlfühlort umfunktionieren könnten, können Sie mit speziell angefertigten Sitzmöbel in Brüstungshöhe den gleichen Effekt erzielen.

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Datum: 12.10.2021
Kompetenz: Fenster und Glas

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