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Direktverdampfer: Die etwas andere Erdwärmepumpe

Direktverdampfer nutzen die im Garten gespeicherte Erdwärme zur Energiegewinnung. Voraussetzung für diese ausgesprochen energieeffiziente Wärmepumpenart ist vor allem eins: viel Platz. Was Sie sonst noch wissen müssen - wir sagen's Ihnen!

Unvorstellbare 5000 Grad heiß ist es im Erdkern. Für das Heizen mit Geothermie braucht es diese Extrem-Temperatur freilich nicht. Schon in ca. zehn Metern Tiefe finden sich gute Bedingungen dafür. Hier liegt die Temperatur in Österreich konstant bei etwa 10 Grad. Diese Wärme kann dem Boden auf verschiedene Weise entzogen werden, zum Beispiel mit Hilfe von Erdsonden oder eines Brunnens, der Grundwasser nach oben pumpt. Eine weitere Möglichkeit sind Flachkollektoren, wie sie auch bei der Direktverdampfer-Wärmepumpe zum Einsatz kommen. Ihre Besonderheit: Sie gilt als echter Energiesparmeister!

So funktioniert die Direktverdampfer-Wärmepumpe

Das Prinzip des Direktverdampfers ist dem der Sole-Erdwärmepumpe mit Flachkollektorähnlich. Einziger Unterschied: Es gibt keine Wärmeübertragung vom Solekreislauf auf das Kältemittel und keinen Verdampfer. Vielmehr zirkuliert das Kältemittel in den Kollektorrohren und nimmt die Wärme direkt auf. Weil es keine Wärmeübertragung gibt, gibt es weniger Verluste. Die Direktverdampfer-Wärmepumpe arbeitet deshalb effizienter und stromsparender als andere Wärmepumpenarten.

Was ist ein Flachkollektor?

Der Flachkollektor besteht aus 75 Meter langen Kollektorkreisen aus kunststoffummanteltem Kupfer. Verlegt werden die Kreise in einer Tiefe von etwa 1,2 bis 1,5 Metern in einem Sandbett. Der Verlegeabstand zwischen den einzelnen Rohren beträgt ca. 50 bis 70 Zentimeter. Damit der Direktverdampfer funktioniert, muss der Flächenkollektor für die Wärmepumpe ganz eben verlegt werden. Außerdem wichtig zu beachten: Der Boden muss regendurchlässig bleiben und sich wieder aufwärmen können, deshalb darf die Kollektorenflächen nicht überbaut werden.

Wie viel Fläche nötig ist

Mindestflächenbedarf für ein neugebautes Einfamilienhaus ist die 1,5- bis 2,5-fache Wohnnutzfläche. Wie groß die Kollektorenfläche letztendlich sein muss, hängt von der Heizlast des Gebäudes ab. Ein Fachbetrieb muss hier eine genaue Heizlastberechnung lt. ÖNORM durchführen. Die Größe der Fläche varriiert außerdem je nach Klima und den Betriebsstunden. Je milder die Lage, desto kleiner kann die Fläche sein.

 

Wie viel die Direktverdampfer-Wärmepumpe kostet

In einem 150 m2 großen Einfamilienhaus mit einer Heizlast von 6 kW belaufen sich die Investitionskosten (mit Erdarbeiten und Montage) auf rund 14000 Euro. Die Betriebskosten liegen bei ungefähr 550 Euro pro Jahr und sind mit Abstand die niedrigsten unter allen Erdkollektorsystemen. Weil sie aus einer kWh Strom über fünf kWh kostenlose Heizenergie erzeugt, hat die Direktverdampfer-Wärmepumpe den besten Wirkungsgrad aller Wärmepumpen. Ein weiterer großer Vorteil gegenüber anderen Wärmepumpen: Erdwärmepumpen sind mit 25 bis 30 Betriebsjahren besonders langlebig. Eine Luftwärmepumpe hält ca. 10 bis 20 Jahre.

Die Vor- und Nachteile im Überblick

+ -
  • Hohe Betriebssicherheit
  • Hohe Investitionskosten
  • Minimale Betriebskosten
  • Kein Kühlbetrieb möglich
  • Hohe JAZ durch Wegfall von Wärmetauscher und Solepumpe
  • Keine Anlagen über 20 kW realisierbar
  • Die Kollektoren sind anzeigenpflichtig. Eine Genehmigung ist nur in einem wasserrechtlich besonders geschützten Gebiet oder einem Gebiet ohne zentrale Trinkwasserversorgung nötig. 
  • Große Gartenfläche nötig (1,5- bis 2,5-fache Wohnnutzfläche)

 

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Datum: 02.01.2023
Kompetenz: Heizung

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