Solaranlage planen und auslegen
Welche Anforderungen muss Ihr Solarsystem erfüllen und in welcher Dimensionierung, Technik und Ausrichtung muss es installiert werden? Hier ein kleiner Überblick über die wichtigsten Faktoren zur Planung und Auslegung von Solaranlagen.
Die kostenlose Energie der Sonne zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung zu nutzen, ist hierzulande nichts Ungewöhnliches mehr. Kaum ein Dach, auf dem keine Solarmodule zu sehen sind. Welche Anlagetechnik, in welcher Größe und Ausrichtung Sie für Ihre Ansprüche benötigen, eruiert der Profi mit Ihnen gemeinsam. Hier ein kleiner Vorabüberblick:
Hinweise und Tipps
Tipp:
Zu berücksichtigen ist, dass das solare Energieangebot zeitlich genau gegengleich zum Heizwärmebedarf verläuft.
Solaranlage zur Warmwasserbereitung
Für optimale Sonnenenergienutzung sollte die Kollektorflächemöglichst nach Süden ausgerichtet, zwischen 30 und 60° Neigungswinkel aufweisen und zu keiner Tageszeit beschattet sein. 1,5 bis 2 m² Kollektorfläche (Flachkollektoren, Vakuumkollektoren) pro Person und 50 bis 75 l Speicherinhalt pro Quadratmeter Kollektorfläche reichen aus, um mit hohen solaren Deckungsgraden einen optimalen Warmwasserkomfort zu erreichen. Bewährt haben sich bei Ein- und Zweifamilienhaushalten Standardanlagen mit 4 - 8 m² Kollektorfläche und Speicherinhalten von 300 bis 500 Liter.
Solaranlage für Warmwasser und Heizung
Sonnenenergie nicht nur zur Warmwasserbereitung, sondern auch zur Heizungsunterstützung heranzuziehen, bedeutet alle Möglichkeiten auszuschöpfen, mit konventioneller Energie sparsam umzugehen. In Kombination mit konventionellen Wärmeerzeugern werden effiziente Lösungen solarer Heizungsunterstützung oder teilsolarer Raumheizung angeboten. Mit Kollektorflächen von ca. 12 bis 24 m² und Ein- oder Mehrtagespufferspeichern von 800 bis 2.000 Litern Inhalt werden solare Deckungsgrade erreicht, die ein nennenswertes Energiesparpotential beinhalten.
Welche technischen Komponenten sind nötig?
Gleichgültig, ob die Solaranlage nur für Warmwasserbereitung oder auch für Heizungsunterstützung eingesetzt wird: Entscheidend ist, dass sie als Komponente des gesamten Heiz- bzw. Warmwasserversorgungssystems gesehen wird, und so im Zusammenspiel mit den anderen Wärmeerzeugern eine umweltgerechte, wirtschaftliche und preiswerte, aber auch den Komfortansprüchen der Benutzer entsprechende Lösung bietet. Es ist vorteilhaft, sämtliche Komponenten der Heizungsanlage aus einer Hand zu beziehen, und die Installation vom Profi durchführen zu lassen.
Bauliche Voraussetzungen für Solaranlagen
Folgende Voraussetzungen sollten immer gegeben sein, um Sonnenenergie auch für die Heizung zu nutzen:
- Niedrigenergiebauweise: Gute Wärmedämmung zur Erreichung geringer Heizlasten und eines jährlichen Heizenergiebedarfs von ca. 30 bis 60 kWh/m² Wohnfläche.
- Niedrigtemperaturheizsysteme: Da der Kollektorwirkungsgrad umso höher ist, je geringer die Kollektorarbeitstemperaturen sind, sollte ein Wärmeverteilsystem installiert werden, das mit möglichst niedrigen Temperaturen das Auslangen findet. Fußbodenheizungen und Wandheizungen oder Niedrigtemperaturheizkörper bieten dafür ideale Voraussetzungen.
- Das richtige System: Ein oft eingesetztes Anlagensystem für solare Heizungsunterstützung ist ein aus Solar-Wassererwärmer und Energiespeicher bestehendes Zweispeichersystem, sehr häufig verwendet werden aber auch Ein- oder Kombispeichersysteme mit integriertem Warmwasserspeicher oder externen Durchflusswassererwärmern.
Bei Heizleistungen von weniger als 10 kW wird schon mit Pufferinhalten von 800 bis 3.000 Liter und Kollektorflächen ab 12 m² ein Teil des Energiebedarfs für die Heizung gedeckt. Je nach Höhe des Bedarfs und den Auslegungstemperaturen des Heizsystems sind 15 - 20 % der Wohnfläche als Richtwert für die Auslegung der Kollektorfläche anzunehmen.
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