Exoten im Käfig – was ist erlaubt?

Was sind schon Hamster, Wellensittich und Co gegen eine Python oder ein Totenkopfäffchen? Exotische Haustiere boomen, trotz Gefahren und damit verbundenen Verboten. Wir wissen, was erlaubt und was nicht.

Heutzutage kommt es vielen Menschen darauf an individuell zu sein. Da kann ein Pudel schon mal was unglaubliches Banales darstellen. Exotische Haustiere hingegen machen ganz schön was her. Als lebendes Accessoire für ein Selfie oder um sich der Natur etwas verbundener zu fühlen, was mitten im angesagten Szeneviertel tatsächlich nicht einfach ist. Allerdings ist der Begriff „exotisches Haustier“ schon einmal grundsätzlich paradox. Wildtiere sind nämlich KEINE Haustiere und Exoten sind nahezu immer auch Wildtiere. Sogar eine Katze, die regelmäßigen Auslauf gewohnt ist, wird ihres Lebens nicht mehr glücklich - eingesperrt in einer Wohnung.

Das sagt das Gesetz

Mittlerweile hat auch der Gesetzesgeber erkannt, dass nicht alle TierfreundInnen tatsächlich die Tierliebe treibt, wenn sie sich einen Exoten ins Haus holen. Viele Wildarten sind daher in Österreich verboten. Vor allem Tiere, die als gefährlich eingestuft werden und solche, die im ausgewachsenen Zustand größer als drei Meter sind. Andere Exoten sind meldepflichtig, spätestens 14 Tage nach dem Erwerb. Allerdings können die Bestimmungen von Bundesland zu Bundesland abweichen. Vor allem, was Spinnentiere, Schlangen und bestimmte Echsenarten angeht. Informieren Sie sich also unbedingt vor dem Kauf eines Wildtieres bei den Behörden über die Meldepflicht der betreffenden Tierart.

Shashank Sahay/unsplash.com © Shashank Sahay/unsplash.com

Wildtiere sind freiheitsliebend

Ein kleines Äffchen wie das von Pipi Langstrumpf mag sehr spaßig sein – aber Totenkopfäffchen sind keine Tiere, die den ganzen Tag ruhig auf dem Sofakissen liegen. Viele Wildtiere haben einen stark ausgeprägten Bewegungsdrang. Kleine Käfige, Zwinger oder Gehege sind also nichts für sie. Entweder sie bekommen Verhaltensstörungen oder sie büxen aus. Nicht selten muss dann die Feuerwehr ausrücken. Bei einem entlaufenen Meerschweinchen helfen Ihnen noch gerne die Nachbarn, den Flüchtling zu suchen, bei einer Vogelspinne fällt die Nachbarschaftshilfe wohl in den meisten Fälle aus.

Artgerechte Haltung erfordert Wissen

Mit Hunden wird Gassi gegangen, Katzen mögen einen Kratzbaum. Zugegeben, sogar bei den Lieblingshaustieren der ÖsterreicherInnen gibt es noch mehr zu wissen, damit es den Tieren gut geht. Bei einem Exoten benötigen Sie aber noch ein viel umfangreicheres Know-how. In welchem Umfeld fühlt sich die jeweilige Art wohl? Was tut den Tieren gut, was lässt sie in Stress geraten? Welche Probleme können auftreten und wie lassen sich diese in den Griff bekommen? TierhalterInnen sind verpflichtet sich vor dem Erwerb eines Exoten Kenntnisse über deren Biologie und die sich daraus ergebenden Haltungsanforderungen zu verschaffen. Kein Wunder, dass viele uninformierte BesitzerInnen plötzlich mit ihren Tieren überfordert sind, und sie nach einiger Zeit gerne wieder los haben möchten.

Coldmoon Photoproject/shutterstock.com © Coldmoon Photoproject/shutterstock.com

Fragwürdige Herkunft

Und noch ein Punkt, der beim Kauf von Exoten eine wesentliche Rolle spielt: die Herkunft! Unterschieden wird zwischen Züchtung und Wildfang. Wildfänge sind in der Regel verboten und sollten schon vom gesunden Menschenversstand her ausgeschlossen werden. Aber auch nicht alle Zuchttiere kommen tatsächlich aus einer Zucht. Viele sind eben gerade doch Wildfänge, nur mit gefälschten Papieren. Achten Sie daher beim Kauf eines Exoten unbedingt auf eine verlässliche Quelle, sonst richten Sie mehr Schaden an, als Ihre Tierliebe wieder wettmacht.

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Datum: 16.08.2017

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